Anoplophora chinensis (Citrusbockkäfer) - aktuelle Situation in den Niederlanden
September 2010: in den Niederlanden sind bis dato 5 Pufferzonen (abgegrenzte Gebiete) eingerichtet: Krimpen aan den Ijsel, Maasland, Hoofddorp, Boskoop und Westland
Im August gab es gleich mehrere Befallsmeldungen hinsichtlich Anoplophora chinensis:
Alle betroffenen Bäume, auch jener aus Hoofddorp, wurden in Gartencenter gekauft und stammen von Sendungen, welche 2007 in die Niederlande importiert wurden.
- In Maasland wurde in einem Privatgarten ein Fächerahorn (Acer palmatum) mit einem Ausbohrloch entdeckt. Untersuchungen ergaben, dass dieses Ausbohrloch von einem Citrusbockkäfer stammt.
Im abgegrenzten Gebiet der Fundstelle befinden sich zwei Baumschulen und einige Gartencenter, welche nun verstärkt kontrolliert werden. Diese Inspektionen beinhalten auch eine zerstörende Probenahme aller Wirtspflanzen von mindestens 1% pro Partie. In zahlreichen Glashäusern, welche sich ebenfalls in der Pufferzone befinden, werden keine Wirtspflanzen des Citrusbockkäfers kultiviert.
- Ein weiteres Ausbohrloch von Anoplophora chinensis an Acer palmatum wurde in einem Privatgarten in Krimpen aan den Ijsel festgestellt.
Die Fundstelle befindet sich im städtischen Gebiet. Die in der Pufferzone gelegenen Gartencenter werden inspiziert und alle potentiellen Wirtspflanzen einer zerstörenden Probenahme unterzogen (mindestens 1% pro Partie).
- In Hoofddorp wurde nun auch ein männlicher Citrusbockkäfer in einem Privatgarten aufgefunden. In der unmittelbaren Umgebung wurden jedoch keine Anzeichen eines Befalls festgestellt.
Der Fundort liegt 70 m von jenem Grundstück entfernt, in welchem an einem Acer palmatum 2 Ausbohrlöcher und ein weiblicher Käfer gefunden wurden. Es wird vermutet, dass dieser männliche Käfer ebenfalls aus diesem Baum geschlüpft ist.
Mitte Juli 2010 wurde in Hoofddorp, ca. 30 km von Boskoop entfernt, ein weiblicher Citrusbockkäfer in einem Privatgarten entdeckt.
Der weibliche Käfer (mit anhaftendem Ausbohrmehl) wurde an einem Acer palmatum vom Eigentümer des Gartens entdeckt und sofort dem Amtlichen Pflanzenschutzdienst der Niederlande gemeldet. Bei einem noch am gleichen Tag durchgeführten Monitoring (im Garten und der unmittelbaren Umgebung) wurde am Fundort am betroffenen Baum (Durchmesser 5 cm) 2 Ausbohrlöcher (1 frisches und 1 älteres - Alter muss noch festgestellt werden) festgestellt.
Der betroffene Baum wurde gefällt und untersucht. Es wurden keine weiteren Larven festgestellt.
Untersuchungen des weiblichen Käfers ergaben, dass die Ovarien nicht ausgereift waren und daher eine Eiablage nicht möglich war.
Der Baum wurde in einem Gartencenter im Mai 2009 gekauft und ausgepflanzt. Ein weiterer Acer palmatum Baum, welcher im Garten vorgefunden wurde, zeigte keine Symptome. In der unmittelbaren Umgebung wurden ebenfalls keine Symptome an den Wirtspflanzen vorgefunden.
Eine Pufferzone von 2 km Radius wurde um den Fundort eingerichtet und für die 3 Baumschulen, welche in diesem Gebiet liegen, der Handel für alle 17 Pflanzen gem. Artikel 1 der Entscheidung 2008/840/EG vorübergehend gestoppt.
Im Dezember 2009 wurden in Boskoop, mitten im niederländischen Baumschulgebiet, lebende Larven des Citrusbockkäfers im Freiland festgestellt.
In einer Hainbuche (Carpinus) wurden ein Ausbohrloch und 2 lebende Larven entdeckt, in zwei alten toten Stümpfen von Acer palmatum 7 Ausbohrlöcher. Alle betroffenen Bäume waren Teil einer Hecke einer Firma, welche schon seit 1993 Acer palmatum aus China importiert. Die Hecke war von Efeu verdeckt, daher wurden die Bohrlöcher nicht sofort entdeckt. Das Alter der Bohrlöcher von A. palmatum wird auf 2-3 Jahre geschätzt, jenes von Carpinus ist neu.
Um den Befallsherd wurde eine Pufferzone im Umkreis von 2 km eingerichtet. In dieser Pufferzone liegen rund 500 Baumschulen. Da die folgenden Wirtspflanzen, nämlich Acer spp., Aesculus hippocastanum, Alnus spp., Betula spp., Carpinus spp., Citrus spp., Corylus spp., Cotoneaster spp., Fagus spp., Lagerstroemia spp., Malus spp., Platanus spp., Populus spp., Prunus spp., Pyrus spp., Salix spp. und Ulmus spp. von Anoplophora chinensis nur mit einem Pflanzenpass und unter bestimmten Bedingungen aus der Pufferzone verbracht werden dürfen, wurden seit 26. Jänner alle Betriebe, welche mit Wirtspflanzen handeln, kontrolliert und das vorhandene Pflanzenmaterial einer zerstörenden Probenahme unterzogen. All jene Betriebe, welche als frei von A. chinensis befunden worden waren, wurden in das amtliche Register der freigegebenen Betriebe aufgenommen und dürfen Wirtspflanzen (s.o.) mit Pflanzenpass verbringen.
Eine weitere Pufferzone in den Niederlanden liegt im Westland, jedoch werden aus diesem Gebiet keine Pflanzen verbracht. Der betroffene Betrieb, welcher ausschließlich mit Acer sp. aus China handelte, ist nicht mehr existent.
Trotz aller Kontrollmaßnahmen kann es aufgrund der versteckten Lebensweise von Entwicklungsstadien des Käfers zu einer unbeabsichtigten Einschleppung kommen bzw. bereits gekommen sein. Fächerahorn, aber auch andere Laubgehölze, sollten daher auf Ausbohrlöcher im unteren Stammbereich kontrolliert werden. Der Citrusbockkäfer hinterlässt ein etwa 1,5 cm großes Bohrloch, meist am Stammgrund beziehungsweise über den Wurzeln.
Dieser Schädling ist ein Quarantäneschadorganismus, melden Sie daher jeden Verdacht an den Amtlichen Pflanzenschutzdienst ihres Bundeslandes!

- Erwachsener Citrusbockkäfer (© M. Maspero, Fondazione Minoprio, Como)

- Ausbohrlöcher an den oberirdischen Wurzeln (© A. Roy, EPPO)
Institut für Saat- und Pflanzgut, Phytosanität, Bienen
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