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Peronospora - aktuell

Die Witterungsbedingungen in den letzten Wochen waren für die Entwicklung von Peronospora sehr günstig. Befallsstellen an den Blättern und an den Trauben konnten nicht nur in den niederschlagsreichen Weinbaugebieten wie der Steiermark festgestellt werden, sondern auch in Niederösterreich und Burgenland wurde ein erstes Auftreten des Pilzes gemeldet. Die Blütenstände der Reben und die heranwachsenden Beeren sind durch ihr junges Gewebe besonders anfällig. Negative Auswirkungen auf den Ertrag sind die Folge. Aktuelle Hinweise zur Bekämpfung des Schaderregers finden Sie in diesem Artikel, der auch in der Juli-Ausgabe der Fachzeitschrift "Winzer" publiziert ist.
 
Wann herrscht Peronospora-Gefahr?

Behandlungsstrategien für das Jahr 2004

Biologie und Symptome
Der Falsche Mehltau der Weinrebe (Plasmopara viticola) ist ein obligater Parasit der Weinrebe. Der Pilz benötigt lebendes Wirtsgewebe, um sich entwickeln zu können. Aus den im abgefallenen Reblaub überwinternden Dauersporen (Oosporen) entwickeln sich im Frühjahr die ersten Keimbehälter (Primärsporangien). In diesen Keimbehältern bilden sich Sporen, die für die ersten Infektionen im Frühjahr verantwortlich sind (Primärinfektionen). Die Sporen dringen über die Spaltöffnungen in die Rebe ein. Der Pilz beginnt sich im Gewebe zu etablieren. Die Zeit nach einer Infektion bis zum Sichtbarwerden der Ölflecken wird Inkubationszeit genannt. Ölflecken entstehen, indem der Pilz in den Rebzellen Chlorophyll abbaut, wodurch das Blattgewebe seine grüne Farbe verliert. Es wird gelblich und durchscheinend (Abb. 1). Die Befallsstellen verfärben sich bald braun und vertrocknen (Abb. 2). Stark geschädigte Blätter fallen frühzeitig ab ("Blattfallkrankheit"). Die Länge der Inkubationszeit wird primär von der Temperatur beeinflusst. Nach Ablauf der Inkubationszeit kommt es unter geeigneten äußeren Bedingungen (Blattnässe von mind. 4 Stunden und gleichzeitig einer Temperatur von mind. 11-13oC) zum Krankheitsausbruch (Sporulation). Auf der Blattunterseite wachsen Sporangienträger (Zoosporangien) heraus, die als weißer Pilzrasen zu erkennen sind (Abb. 3). Diese Keimbehälter werden durch Regentropfen und mechanische Effekte beim Zusammenstoßen der Blätter abgelöst und verbreitet. Finden die Zoosporangien geeignete Voraussetzungen für eine Infektion, kann ein weiterer Infektionszyklus (Sekundärinfektionen) beginnen. Es können nicht nur Blätter, sondern alle grünen Rebteile befallen werden. Ab Erbsengröße der Beeren wird kein Pilzrasen mehr an den Beeren gebildet. Infizierte Beeren werden grau bis blaugrau und schrumpfen ein (Lederbeeren) (Abb. 4).


Abb. 1: Ölflecken - erste Befallsstellen durch Peronospora am Rebblatt. Ölflecken entstehen, indem der Pilz in den Rebzellen Chlorophyll abbaut, wodurch das Blattgewebe seine grüne Farbe verliert und gelblich durchscheinend wird.

Abb. 2: Starker Peronospora-Befall an Blättern und Trauben.

Bild 3: Unterseite eines Rebblattes mit weißem Pilzrasen. Aus den Spaltöffnungen wachsen Sporangienträger heraus.

Bild 4: Traube mit Lederbeeren. Nach Erreichen der Erbsengröße bildet sich an einer infizierten Beere kein weißer Pilzrasen, sondern die Beere wird grau bis blaugrau und schrumpft ein (Lederbeere).

Nachhaltige Pflanzenproduktion

Institut: Nachhaltige Pflanzenproduktion
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