Kleerüssler
Seit dem Vorjahr wird im Osten Österreichs verstärkte Aktivität einiger größerer Rüsselkäferarten beobachtet: während der Derbrüssler (Bothynoderes punctiventris Germar) besonders an frisch aufgelaufenen Rüben schädlich wurde, hinterließ der Kleerüssler (Otiorhynchus ligustici L) unter anderem an Erdbeeren, Klee und Rüben seine Spuren. Der Dickmaulrüssler (Otiorhynchus sulcatus F.) hingegen schädigte an verschiedensten Ziergehölzen. Mitte Mai des heurigen Jahres konnte bezüglich des Kleerüsslers eine interessante Beobachtung getätigt werden:
Eine Karottenkultur in Laasee im Marchfeld war unter einem Vlies (Marke Lutrasil; 19 g/m²) angebaut worden, im Vorjahr hatte dort Winterweizen gestanden. Seit Anfang Mai des heurigen Jahres waren massenhaft große Rüsselkäfer an der Innen- aber auch an der Außenseite des Vlieses zu beobachten: die allermeisten dieser Käfer hatten sich jedoch an den Fasern des Kunststoffes verfangen und waren bereits abgestorben. Es war fast nicht möglich, die Käfer abzuklauben, so fest waren sie bereits mit dem Stoff "verwoben". Das Vlies war durch die Witterung und mechanische Einflüsse bereits stark aufgerauht und leicht aufgefasert, daß vermutet werden kann, dass diese Käfer dort leichter haften bleiben, als an völlig neuem Material. Die äußerste Karottenreihe war zum Teil von diesen Käfern abgefressen worden. Lebende Käfer waren unter dem Vlies jedoch keine mehr zu finden. Einige wenige Derbrüssler krochen ebenfalls an der Außenseite des Vlieses umher, ohne dabei jedoch haften zu bleiben. Im Labor konnten die in Massen gefundenen Rüsselkäfer schließlich als Kleerüssler bestimmt werden.
Obwohl es sich hierbei nur um eine Einzelbeobachtung handelt, lässt sich doch zumindest die Möglichkeit erahnen, den Kleerüssler durch Auflegen von älterem, bereits gebrauchtem Vlies - abfangen zu können. Speziell im Bioanbau, wäre dies eine gute Methode, auch dieses Schädlings, gegen den sonst überhaupt keine Bekämpfungsmöglichkeit besteht, Herr zu werden. Weitere Versuche in dieser Hinsicht wären sehr wünschenswert.

- Kleerüssler
Nachhaltige Pflanzenproduktion
Institut: Nachhaltige Pflanzenproduktion
Ort: 1220, Spargelfeldstrasse 191
Dienstort: Wien
Autor/Autorin kontaktieren
Weitere Artikel des Autors / der Autorin
Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit