AGES: Blattläuse heuer besonders zahlreich

Seit Wochen treten Unmengen von Blattläusen auf

(Wien, 3.7.2008, AGES) In den letzten Wochen ist das zahlreiche Auftreten der Blattläuse nicht zu übersehen. Wo man hinschaut, sind sie entweder einzeln oder aber vor allem mit großen Kolonien an den Pflanzen zufinden - egal, ob es sich dabei um Gemüsepflanzen, Obstbäume, Sträucher, verschiedenste Zierpflanzen oder "einfach" um wildwachsende Wiesenblumen handelt. Temperatur und Feuchtigkeit scheinen derzeit die besten Lebensbedingungen für Blattläuse zu schaffen und unterstützen damit die Massenvermehrung.

Blattläuse sind nur selten einzeln oder in geringer Anzahl anzutreffen, sondern meistens in großer Menge in sogenannten Kolonien mit hunderten Individuen. Bemerkenswert ist, dass es fast keine Pflanzenart gibt, auf die sich nicht irgendeine Blattlausart spezialisiert hat. Man findet sie daher auf Wasserpflanzen, Gräsern, krautigen und holzigen Pflanzen. Allerdings kann nicht jede Blattlausart auch jede Pflanze als Wirtspflanze nützen. Es gibt Arten, die nur spezifisch auf einer oder wenigen Pflanzenarten vorkommen, wie z.B. die Rosen- und die Oleanderblattlaus, oder Arten, die an verschiedenen Pflanzen saugen und daher mehrere Pflanzen als Wirtspflanzen haben, wie z.B. die Grüne Pfirsichblattlaus. Die Verbreitung der Blattläuse erfolgt aktiv durch die geflügelten Individuen und passiv durch Windverfrachtu

Viele Arten von Blattläusen beeinträchtigen Pflanzengesundheit

Die Vielfalt der Blattläuse ist beeindruckend. Die Tiere können geflügelt oder ungeflügelt sein und in den verschiedensten Farben und Größen vorkommen, abhängig davon, um welche Art es sich handelt. Es gibt nicht nur kleine und große Arten, sondern auch Blattläuse in den verschiedensten Farben – schwarz, grün, gelb, braun, rot oder sogar weiß, wenn der Körper von einer weißen Wachsschicht überzogen ist. Besonders auffällig sind die großen Rosenblattläuse, die rötlich gefärbt, manchmal auch grün, dicht gedrängt auf den Knospen und Stängeln der Rosen sitzen und dort den Pflanzensaft saugen. Auch die Schwarze Bohnenlaus ist mit ihren kleinen schwarzen, aber umso zahlreicher vorhandenen Individuen sowohl auf den verschiedensten Gemüse- und Zierpflanzen als auch auf vielen Wiesenblumen nicht zu übersehen.

Blattläuse sitzen bevorzugt an jüngeren Pflanzenteilen, wie z.B. Triebspitzen, wo sie die Pflanzen mit ihrem Saugrüssel anstechen und Pflanzensaft saugen. Das Saugen der Läuse führt zu Verfärbungen, Verkrüppelungen und/oder Wuchsbeeinträchtigungen der Pflanze. Zusätzlich scheiden sie zuckerhältige Honigtau-Tröpfchen aus, die als glänzender Überzug auf den Pflanzen zu sehen sind. Dort können sich sogenannte Schwärzepilze ansiedeln, die als schwärzliche Flecken auf den Pflanzen zu erkennen sind. Diese führen zu starken Qualitätseinbußen an Gemüse und Zierpflanzen. Den Pflanzen wird aber nicht nur Pflanzensaft entzogen, sondern beim Saugen erfolgt oft auch noch die Übertragung von Virus-Krankheiten (Pflanzenvirosen).

Bekämpfung auch mit Nützlingen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um eine Reduktion der Blattläuse herbeizuführen. Einerseits kann die Blattlaus-Zahl auf natürliche Weise stark zurückgehen, da sie auf Kälte und besonders auf starken Regen empfindlich reagieren. Vor allem die natürlichen Feinde der Blattläuse spielen eine entscheidende Rolle: Die wichtigsten Gegenspieler der Blattläuse sind die räuberischen Schwebfliegen-Larven, Marienkäfer, Florfliegen-Larven und die Schlupfwespen, die sie parasitieren. Diese sind oft schon nach kurzer Zeit in den Blattlauskolonien zu beobachten. Andererseits können mechanische Maßnahmen, wie das gründliche Abwaschen und Entfernen (Ausschneiden) befallener Pflanzenteile, auch viel zur Verringerung der Blattlauszahl beitragen. Diese Maßnahmen sind oft sinnvoller und auch kostengünstiger. Bei stärkerem Befall besteht die Möglichkeit, bereits zur Anwendung fertige Pflanzenschutzmittel auf Basis von z.B. Pflanzenölen, Kaliseifen oder ähnlichem einzusetzen. Damit können auch die vorhandenen natürlichen Blattlaus-Gegenspieler geschont werden. Wichtig ist aber, vor dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln genau zu prüfen, ob nicht eventuell schon Nützlinge vorhanden sind, die die Aufgabe als Pflanzenschützer an Ort und Stelle bereits übernehmen. Der Vorteil der natürlichen Gegenspieler ist nämlich, dass sie die Blattläuse auch an Pflanzenteilen entdecken, zu denen Pflanzenschutzmittel oft nicht vordringen.

Im Gegensatz zum Hobbygärtner ist in der Erwerbsproduktion die professionelle Blattlausbekämpfung teilweise unvermeidbar.

AGES: Schutz für Mensch, Tier und Pflanze
Die AGES nimmt im Auftrag der Republik Österreich vielfältige Aufgaben auf dem Gebiet der Gesundheit und Ernährungssicherheit wahr. Ihr Ziel: weniger Menschen, Tiere und Pflanzen werden krank. Dazu arbeiten sieben strategische Bereiche – Landwirtschaft, Lebensmitteluntersuchung, Veterinärmedizin, Humanmedizin, PharmMed, Kompetenzzentren und Risikobewertung – interdisziplinär zusammen. In 42 Instituten und Kompetenzzentren untersuchen, begutachten und kontrollieren 1400 ExpertInnen u. a. Saatgut, Lebensmittel, Arzneimittel, Tierseuchen und Infektionskrankheiten.

Rückfragehinweis:
AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH

Unternehmenskommunikation:
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A - 1220 Wien
Tel: 05 0555 36980
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Fachlich:
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Tel: 050 555-33311
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