Diese Website verwendet Cookies, um Daten für die Verbesserung der Funktionalität und Navigation unserer Homepage zu sammeln.
Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit unserer Verwendung von Cookies einverstanden. Bitte lesen Sie unsere Datenschutzerklärung für weitere Informationen zu den von uns verwendeten Cookies und wie diese zu deaktivieren sind.

Attraktivität führt zu Problemen

Exotische Zier- und Gartenpflanzen können heimische Flora verdrängen

Kermesbeere

(Wien, 10.10.2008, AGES) Mit ihren intensiven Blütenfarben, bunten Früchten und Samen sind exotische Pflanzen nicht mehr aus dem Erscheinungsbild sowohl privater Gärten als auch städtischer Grünanlagen wegzudenken. Ihre Widerstandfähigkeit gegenüber Staub, Trockenheit und Luftverschmutzung in Kombination  mit rascher Vermehrung und raschem Wachstum machen sie bei Gärtnern beliebt, aber auch zu Konkurrenten der einheimischen Flora.


Starke Konkurrenz
Aus Sicht des Naturschutzes, aber auch der Landwirtschaft sind etliche dieser Exoten durchaus problematisch, so Experten der AGES, der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH. Denn diese „invasiven Neophyten“ wie z. B. Götterbaum, Eschen-Ahorn, Schmetterlingsstrauch, vielblättrige Lupine und Goldrute, verdrängen in schützenswerten Biotopen wie Auwäldern und Hochstaudenfluren die heimische Flora. Im landwirtschaftlichen Umfeld kann der Großteil dieser invasiven Neophyten zwar nicht überleben; einige jedoch sind an die dortigen Verhältnisse hervorragend angepasst. So treten immer wieder Topinambur, Japan-Knöterich oder auch vereinzelt die Kermesbeere und Gemeine Seidenpflanze in Ackerflächen auf. Sie können zu schwer kontrollierbaren Konkurrenten für Mais, Kartoffel und anderen Kulturen werden, die sowohl Ertrag als auch Qualität der Ernteprodukte beeinträchtigen.

Topinambur

Effektive Verbreitung
Die Pflanzen gelangen meist unbemerkt aus Gärten und Parkanlagen in die freie Natur. Für die Ausbreitung sorgen Wind und Tiere, eine effektive vegetative Vermehrung – und der Mensch. Der Schmetterlingsstrauch z. B. bildet bis zu drei Millionen Samen pro Pflanze, vermehrt sich aber auch durch unterirdische Ausläufer. Die geflügelten Samen des Eschen-Ahorns und des Götterbaums werden mit dem Wind über große Distanzen transportiert und bleiben darüber hinaus sehr lange keimfähig. Die Früchte und Samen der Kermesbeere oder der Gewöhnlichen Mahonie wiederum werden von Vögeln verbreitet. Wurzelknollen der Topinambur gelangen mit Gartenerde ins Freiland.

Naturschutz beginnt im Garten
Aus Naturschutzgründen sollte man auf die genannten Arten möglichst verzichten. Stehen gestalterische Gründe dagegen bzw. sind sie bereits im Garten vorhanden, können folgende Maßnahmen ein Auswildern verhindern: Sämlinge und Stockausschläge sollten laufend, abgeblühte Blütenstände vor der Samenreife entfernt werden. Blütenstände und Wurzeln gehören nicht in den Gartenkompost, sondern werden über den Hausmüll entsorgt. Generell gilt: Gartenabfälle jeglicher Art gehören nicht in die freie Natur. Überdies gibt es für jede Art zahlreiche einheimische Alternativen, die ihnen im Habitus oder im Aussehen ähneln. Anstelle des Götterbaums kann z. B. die Gemeine Esche oder die Vogelbeere gepflanzt werden. Zur Pflanzzeit im Herbst ist das Angebot der Baumschulen und gut sortierter Gartencenter an Alternativen besonders groß und der Kunde kann sich informieren und entsprechend auswählen.


AGES: Schutz für Mensch, Tier und Pflanze
Die AGES nimmt im Auftrag der Republik Österreich vielfältige Aufgaben auf dem Gebiet der Gesundheit und Ernährungssicherheit wahr. Ihr Ziel: weniger Menschen, Tiere und Pflanzen werden krank. Dazu arbeiten sieben strategische Bereiche – Landwirtschaft, Lebensmitteluntersuchung, Veterinärmedizin, Humanmedizin, PharmMed, Kompetenzzentren und Risikobewertung − interdisziplinär zusammen. In 42 Instituten und Kompetenzzentren untersuchen, begutachten und kontrollieren 1400 ExpertInnen u. a. Saatgut, Lebensmittel, Arzneimittel, Tierseuchen und Infektionskrankheiten.


Rückfragehinweise:
AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH

Unternehmenskommunikation:
Dr. Ingrid Kiefer
Spargelfeldstrasse 191
A - 1220 Wien
Tel: 05 0555 36980
E-mail: ingrid.kiefer@ages.at

Fachlich:
Dr. Swen Follak
Tel: 050 555-33347
E-mail: swen.follak@ages.at

Institut für Pflanzengesundheit
Tel: 050 555-33326
E-mail: pflanzengesundheit@ages.at

Nachhaltige Pflanzenproduktion

Institut: Nachhaltige Pflanzenproduktion
Adresse: 1220 Wien, Spargelfeldstrasse 191

Autor/Autorin kontaktieren
Weitere Artikel des Autors / der Autorin

Teilen |

Seite empfehlen

Senden Sie den Link zur aktuellen Seite an einen E-Mail Empfänger:

(Sie müssen die *gekennzeichneten Felder ausfüllen!)