Zusatzstoffe
Die Zusammensetzung der Mischfuttermittel soll für die Tiere ein gesundes Wachstum, für den Landwirt, in Hinblick auf den wirtschaftlichen Erfolg, eine entsprechende Leistung sicherstellen. Ist dies aufgrund der natürlich vorhandenen Inhaltsstoffe nicht gewährleistet, können Zusatzstoffe zum Einsatz kommen. Diese stellen ein breites Spektrum unterschiedlichster Substanzen dar. Von technologischen Hilfsstoffen über Spurenelemente, Vitamine, Probiotika, Enzyme zur Förderung der Verdaulichkeit bis zu Kokzidiostatika.
Die Zulassung der Zusatzstoffe ist EU-weit einheitlich geregelt.
Dominierten in den letzten drei Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts chemische und antibiotische Leistungsförderer (inzwischen verboten) geht die Entwicklung stark in Richtung Verwendung von Enzymen (Phytasen, Xylanasen…), Probiotika (Milchsäurebakterien, Hefen, Sporenbildner), organischen Säuren (Ameisensäure, Essigsäure, Zitronensäure…) und Aromastoffen (Gewürzmischungen, synthetische Aromen).
Die Bedeutung verschiedener Zusatzstoffe lassen sich aus den folgenden Grafiken ableiten.

- Wirkungsweise von Pro- und Prebiotika

- Wirkung von Phytase

- Wirkungsweise organischer Säuren
Das breite Spektrum der unterschiedlichen Zusatzstoffe bedingt ebenso unterschiedlichste Verfahren zu ihrer Analytik. Mit Ausnahme der Spurenelementverbindungen (siehe Mineralstoffe/Spurenelemente/Schwermetalle) werden viele Zusatzstoffe mittels HPLC-Methoden bestimmt. Dabei kann es sich um Einzelmethoden oder Multimethoden handeln. Probiotika werden mittels mikrobiologischem Plattengussverfahren auf Selektivnährböden bestimmt. Für die Bestimmung der in einem Futtermittel enthaltenen Aminosäuren steht in der Abt. Zusatzstoffanalytik ein Aminosäureanalysator zur Verfügung.
Bei Enzymen wird nicht der absolute Gehalt sondern die Aktivität bestimmt. Diese wird in Einheiten/Kg angegeben. Als Einheit versteht man jene Substratmenge die unter definierten Bedingungen (pH, Temperatur) pro Minute umgesetzt wird
In der Tierernährung werden sehr häufig NSP-spaltende (Nicht-Stärke-Polysaccharide) Enzym-Präparate eingesetzt. NSP (Glucane, Xylane, Arabinoxylane der Getreide) wirken antinutritiv indem sie durch Quellen den Darminhalt verdicken und somit die Nahrungsaufnahme durch die Darmwand beeinträchtigen. Die Enzyme spalten vor allem Quervernetzungen innerhalb dieser Makromoleküle (Endo-Enzyme). Dadurch kommt es zu einer Verflüssigung des Darminhalts. Die Aktivität dieser Enzyme kann somit z.B. durch Messung der Viskositätssenkung bestimmt werden. Aber auch kolorimetrische Verfahren gelangen häufig zum Einsatz. Dabei wird durch das zu bestimmende Enzym aus sythetischen Substraten, in die ein Farbstoff integriert wurde, dieser in Lösung gebracht und somit messbar. Im Fall der oben dargestellten Phytasen wird der aus Phytin, einer organischen Phosporverbindung, freigesetzte Phosphor nach Umsetzung mit Ammoniumvanadat photometrisch bestimmt.
Hier finden Sie Informationen zur Dachorganisation der europäischen Zusatzstoffproduzenten FEFANA.
Weitere Informationen zu Futtermittelzusatzstoffen finden Sie unter dem Nationalen Referenzlabor.
Karl Wagner
Ort: 1220, Spargelfeldstrasse 191
Dienstort: k.A.
Autor/Autorin kontaktieren
Weitere Artikel des Autors / der Autorin
Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit