Das Institut für Futtermittel koordiniert die Tätigkeit der AGES als nationales Referenzlabor für Zusatzstoffe zur Verwendung in der Tierernährung (Futtermittelzusatzstoffe) und dient als Informationsdrehscheibe für Experten.
Nach der Definition der Futterzusatzstoff-Verordnung VO (EG) 1831/2003 sind Futtermittelzusatzstoffe Stoffe, Mikroorganismen oder Zubereitungen, die keine Futtermittelausgangserzeugnisse sind und bewusst Futtermitteln oder Wasser zugesetzt werden um insbesondere eine oder mehrere Funktionen zu erfüllen.
Die Verordnung sieht vor, dass jede Person, die die Zulassung eines Futtermittelzusatzstoffs oder eines neuen Verwendungszwecks eines Futtermittelzusatzstoffs wünscht, bei der Kommission einen Zulassungsantrag stellen muss. Weiters erledigt ein gemeinschaftliches Referenzlaboratorium („EU Reference Laboratory - EURL“) in diesem Zusammenhang bestimmte Pflichten und Aufgaben, das dabei von einem Verband nationaler Referenzlaboratorien unterstützt werden kann. Diese nationalen Referenzlaboratorien (NRLs) sind von den Mitgliedstaaten zu nominieren und per EU-Verordnung zu ernennen (VO (EG) 378/2005).
Die European Food Safety Authority (EFSA) ist verantwortlich für die wissenschaftliche Bewertung der Zusatzstoffe vor der Zulassung durch die Kommission und wird dabei vom CRL und dem Netzwerk der nationalen Referenzlaboratorien unterstützt.
Das Joint Research Centre (JRC) wurde mit der Aufgabe betraut, das EU-Referenzlabor für Futtermittelzusatzstoffe (EURL-FA) zu betreiben, das am Institute for Reference Materials and Measurements (IRMM) mit Sitz in Geel/Belgien eingerichtet wurde.
Für Österreich wurde die AGES zum nationalen Referenzlabor für Zusatzstoffe zur Verwendung in der Tierernährung ernannt. Innerhalb der AGES wurde das Institut für Futtermittel, Abteilung Futtermittelzusatzstoffe mit der Koordination der Tätigkeiten betraut.
Das EURL-FA benennt für jeden eingegangenen Antrag ein NRL als Berichterstatter-Laboratorium (Rapporteur). (Das EURL-FA selbst kann ebenfalls als Berichterstatter-Laboratorium für Anträge fungieren.)
Die Aufgabe des Berichterstatter-Laboratoriums und der nationalen Referenzlaboratorien im Rahmen des Prüfverfahrens ist es, die vom Antragsteller vorgeschlagene Analysenmethode für den zur Zulassung eingereichten Zusatzstoff hinsichtlich ihrer Eignung zur amtlichen Kontrolle des Zusatzstoffes im Futtermittel zu beurteilen.
Das Institut für Futtermittel, Abteilung Zusatzstoffanalytik, nimmt an den regelmäßigen Workshops des EURL teil und koordiniert die Tätigkeiten der AGES als NRL für Futtermittel-Zusatzstoffe. Es greift dabei auf die weitgestreute Expertise in den Fachbereichen der AGES zurück und entsendet Fachexperten in die jeweiligen Arbeitsgruppen des Verbandes der Referenzlaboratorien. Seit 2005 war die AGES Berichterstatter-Laboratorium für zwei Zulassungsanträge und hat an der Beurteilung mehrerer Anträge aktiv teilgenommen.
Die wichtigste Funktion des Instituts für Futtermittel, Abteilung Zusatzstoffanalytik im Rahmen der Tätigkeit als NRL ist jedoch jene der Informationsdrehscheibe. Via e-Mail an die Abteilungsleiterin der Abteilung Zusatzstoffanalytik kommen von EFSA und EURL-FA regelmäßig Informationen über neue Zulassungsanträge, Aufforderungen zur Stellungnahme zu vorgeschlagenen Analysemethoden und Mitteilungen über den Stand der Prüfungsverfahren an das „NRL AGES“. Da der Zugang zu den internen Bereichen der Internetplattformen der EFSA und des EURL-FA auf eine Person pro NRL beschränkt ist, müssen diese Informationen also gesichtet und an die betreffenden bzw. betroffenen Experten in der AGES übermittelt werden. Deren Stellungnahme wiederum wird von der Abteilungsleiterin Zusatzstoffanalytik via Internet an EURL-FA und EFSA weitergeleitet. Damit ist gewährleistet, dass die AGES und ihre Experten sich stets am neuesten Informationsstand bezüglich zugelassener und zu erwartender Zusatzstoffe zur Verwendung in der Tierernährung und der anzuwendenden Methoden zur amtlichen Kontrolle befinden.
Nähere Informationen finden Sie hier zu:
- Regelungen in der VO 378/2003
- funktionelle Wirkungen und Kategorisierung der Futtermittelzusatzstoffe
- Pflichten und Aufgaben des gemeinschaftlichen Referenzlaboratoriums
- Aufgaben und Anforderungen der nationalen Referenzlaboratorien
- Ablauf des Prüfverfahrens
- Ablauf der Methodenevaluierung
- Berichterstatter-Laboratorium
- Methoden zur amtlichen Kontrolle
Tierernährung und Futtermittel
Institut: Tierernährung und Futtermittel
Ort: 1220, Spargelfeldstrasse 191
Dienstort: Wien
Autor/Autorin kontaktieren
Weitere Artikel des Autors / der Autorin
Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit