Steigende Düngemittelpreise und Sparmaßnahmen bei der Düngung
Zu den starken Schwankungen bei den landwirtschaftlichen Produktpreisen ist es zu deutlichen Preissteigerungen für Düngemittel gekommen, vor allem für mineralische Kalium- und Phosphordünger.
Die Mehrkosten für den Ausgleich der mit dem Erntegut abgeführten Nährstoffe betragen im Vergleich zu den Vorjahren derzeit zum Beispiel bei Getreide 60 Euro je Hektar und bei Kartoffel etwa 130 Euro je Hektar.
Welche Auswirkungen diese massiven Veränderungen der betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf den sachgerechten Einsatz dieser Dünger haben, kann am besten mittels langjähriger Versuche mit unterschiedlichen Düngergaben bewertet werden.
Stickstoff: Anpassen an Ertragslage

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Durch die höheren Kosten für mineralische Stickstoffdünger verringert sich das wirtschaftlich optimale Einsatzniveau um etwa zehn Prozent.
Damit sind etwas geringere Erträge von bis zu fünf Prozent verbunden.
Die zunehmenden Witterungsschwankungen beeinflussen das Ertragsniveau im Vergleich dazu viel stärker. Insbesondere bei Kulturen, bei denen mit höherem Einsatz von Stickstoff (N) eher qualitative Nachteile einhergehen (Zuckerrübe, Kartoffel, Ölpflanzen), ist diese Verringerung der N-Intensität angezeigt.
Der sachgerechte N-Einsatz ist im Vergleich zum Verzicht auf N-Dünger trotz der Preissteigerungen mit deutlichen Mehrerlösen von mehr als 150 Euro je Hektar und Jahr verbunden. Die Rentabilität ist jedoch auch um zehn bis 20 Prozent gesunken.
Der N-Einsatz ist unbedingt der Ertragslage am betreffenden Standort anzupassen, um eine hohe Effizienz und möglichst geringe Verluste zu gewährleisten.
Die Dünger sind zeitlich entsprechend den höchsten Aufnahmeraten der Pflanzen auszubringen, und wenn möglich gezielt in den unmittelbaren Bereich der Pflanzenwurzeln. Besteht die Möglichkeit zu einer platzierten Reihen- oder Unterfußdüngung, sollte das genützt werden; sie ist einer breitflächigen und einmaligen Ausbringung vorzuziehen. Bei der Verwendung von Harnstoff ist auf eine exakte gleichmäßige Verteilung und die nachfolgende Einarbeitung zu achten, um die Ammoniakverluste möglichst gering zu halten.
Phosphor: Versorgung auf Stufe C halten

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In der Vergangenheit wurde eine Phosphordüngung nach Entzug im gesamten breiten Bereich der ausreichenden Gehaltsstufe C auch durch höhere Erlöse honoriert.
Am günstigsten war die Stabilisierung des Phosphorgehalts im Boden in der Mitte der Stufe C.
Auch beim aktuellen Preisgefüge mit sehr teuren P-Düngern ist es langfristig wirtschaftlich von Vorteil, die P-Gehalte zumindest im unteren Bereich der Stufe C zu stabilisieren.
Die Kosten dafür werden durch die damit erzielten Ertragseffekte, vor allem bei Hackfrüchten, abgedeckt.
Mittelfristig wird im Vergleich zum Unterlassen der P-Düngung kein nennenswerter Mehrerlös erzielt. Ein ausreichendes Gehaltsniveau kann dadurch kostenneutral aufrechterhalten. Der wirtschaftliche Vorteil einer P-Düngung in der Stufe C ist nun nicht mehr über die gesamte Breite der C-Stufe gegeben, sondern nur noch im niedrigeren Bereich.
Im Vergleich zum langjährigen Düngungsverzicht und zum Vorliegen der Stufe B ergibt sich ein mittlerer Mehrerlös von etwa 45 Euro je Hektar und Jahr, der bei einem Hackfruchtanteil (Kartoffel, Zuckerrübe, Mais) über 25 Prozent auch deutlich höher sein kann.
Kurzfristig, das heißt etwa zwei bis fünf Jahre, kann beim Vorliegen von P-Gehalten ab der Mitte der Stufe C auf P Düngung verzichtet werden.
Etwas mehr als 50 Prozent der untersuchten Ackerstandorte liegen derzeit in diesen höheren Bereichen.
Davon ausgenommen sind vor allem Kartoffel und Zuckerrübe.
Bei Mais ist eine platzierte P-Düngung im Frühjahr in der Höhe des halben Entzuges (40 kg P2O5 je Hektar) eine Sparvariante. Ein Absinken in die niedrige Gehaltsstufe B bringt kurzfristig keinen wirtschaftlichen Nachteil, mittel- bis langfristig jedoch höhere Aufwendungen oder deutliche Mindererlöse und ist im Hinblick einer nachhaltigen Bodenfruchtbarkeit zu vermeiden.
Kalium: Für Hackfrüchte besonders wichtig

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Bereits vor den massiven Preissteigerungen wurde in der Vergangenheit die Aufrechterhaltung der Versorgungsstufe C bei Kalium (K) nur bei einem hohen Hackfruchtanteil durch höhere Deckungsbeiträge honoriert.
Bei nur geringem Hackfruchtanteil konnte durch K-Düngung zumindest die Bodenfruchtbarkeit kostenneutral aufrechterhalten werden.
Beim aktuellen Preisgefüge mit sehr teuren Kalidüngern ist es angezeigt, die Untergrenze der ausreichenden Gehaltsstufe C um etwa zehn Prozent zu senken (Definition Entzugsdüngung). Die K-Gehalte im Boden sind an der „neuen“ Untergrenze der Stufe C zu stabilisieren, bei höherem Hackfruchtanteil etwas höher in der Mitte der aktuellen Stufe C, vor allem um die Qualitätsstandards bei Kartoffel und Zuckerrübe abzusichern.
Die Kosten dafür werden durch die damit erzielten Ertragseffekte, vor allem der Hackfrüchte, abgedeckt, mittelfristig wird kein Mehrerlös erzielt. Die Erlössituation für den Landwirt verschlechtert sich massiv.
Unter der Annahme, dass die Preise für mineralische K-Dünger mittelfristig wieder deutlich sinken, kann kurz bis mittelfristig (etwa drei bis acht Jahre) in der Stufe C auf mineralische K-Düngung verzichtet werden, außer bei den Hackfrüchten:
- Kartoffeln und Zuckerrübe entsprechend den Richtlinien für die sachgerechte Düngung mit Nährstoffen versorgen;
- bei Mais und Feldgemüse Verminderung der bisher empfohlenen K-Düngung um die Hälfte.
Auf etwa 60 Prozent der Standorte sind auf diese Weise die Kaliumreserven im Boden zu nutzen, um den hohen Düngerpreisen auszuweichen. In den niedrigeren Versorgungsstufen A und B ist mindestens
eine K-Entzugsdüngung durchzuführen, ein weiteres Absinken der K-Bodenvorräte ist zu vermeiden.
Zusammenfassend hat das Risiko, bei der Grunddüngung schwere Fehler zu begehen, deutlich zugenommen:
Die Bandbreite für die wirtschaftliche Düngung wird durch die gestiegenen Kosten deutlich schmäler, ein Düngereinsatz sollte nur unter Berücksichtigung der Nährstoffsituation des Bodens erfolgen.
Wird berücksichtigt, dass eine Bodenuntersuchung für sechs Jahre gültig ist, dann betragen die Kosten für diese exakte Information des Nährstoffversorgungszustandes bei einer beprobten Schlaggröße von zwei bis drei Hektar etwa einen Euro
pro Hektar und Jahr.
Bei Phosphor rechnet sich generell das Aufrechterhalten der Versorgung zumindest im unteren Bereich der ausreichenden Stufe C, bei Kalium bei den Hackfrüchten. Um kurzfristig sehr hohe Düngerkosten zu vermeiden, kann bei Vorliegen von P- und K-Gehalten in der Stufe C mittelfristig (zwei bis fünf Jahre bei Phosphor und drei bis sechs Jahre bei Kalium)
auf mineralische P- und K-Düngung verzichtet werden.
Das gilt nicht für die sensiblen Kulturen Kartoffeln, Zuckerrübe (Düngung nach bestehenden Empfehlungen), Mais und Feldgemüse (Verminderung um die Hälfte). Die pflanzenverfügbaren P- und K-Gehalte sind bereits in den vergangenen zehn Jahren leicht zurückgegangen.
Derzeit stehen noch auf etwa der Hälfte der Ackerstandorte bedeutsame P- und K-Reserven zur Verfügung, die insbesondere bei hohen Düngerpreisen „genützt“ werden können.
Für weiterführende Informationen zum Thema Bodenuntersuchung folgen Sie bitte diesem Link.
Autor: Dr. Georg Dersch
Dieser Artikel wurde ebenfalls in der BauernZeitung – Nr. 11 – vom 12. März 2009 abgedruckt.
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