Im Rahmen des Projektes "Pollendatenbank PONET– Erweiterung des Datenbestandes
am Institut für Bienenkunde" (Extension of PONET - the pollen database of the Institute for Apiculture),
Laufzeit: 1.9.2004 – 31.8.2007, wurden folgende Ziele verfolgt:
Abdeckung der Anforderungen hinsichtlich Pollenanalyse für
- Imkereisektor (Pollenanalyse im Rahmen von Honig-Qualitätsprogrammen),
- Untersuchungs- und Forschungsarbeiten (z.B. Bienenvergiftungen, Trachtquellen für Bienen),
- Bereich Lebensmittel der AGES (botanische und regionale Herkunftsbestimmung von
Bienenprodukten, insbesondere Honig), - Anpassung, Umstrukturierung und Konsolidierung der bestehenden Datenbankstruktur und des
Datenbestandes im Hinblick auf benutzeroptimiertes Arbeiten.
Zusammenfassung der Ergebnisse:
Die Pollendatenbank PONET des Instituts für Bienenkunde der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES) ist eine Form der Pollenklassifizierung, die sich auf den Merkmalskatalog von Vorwohl (1968) über die Grundzüge einer modernen Pollenbeschreibung im Rahmen der Bienen- und Honigkunde stützt. Durch die Nutzung dieses numerischen Verfahrens, das auf mehreren Merkmalen basiert, ist der Aufbau einer Datenbank und eine elektronische Bearbeitung und Abfrage der Daten auf Basis objektiver Messwerte möglich.
In Kombination mit den von PONET bereitgestellten Bildern der klassifizierten Pollenformen lässt sich die Anzahl der erforderlichen Zugriffe auf die Vergleichspräparatesammlung wesentlich reduzieren, was eine beträchtliche Zeitersparnis und Effizienzsteigerung in der praktischen Arbeit bedeutet.
Damit unterstützt PONET die rationelle pollenanalytische Bearbeitung verschiedener Themen, die sowohl für die Imkerei (z.B. Trachtquellen; Bienenschutz, GVO-Problematik; Honigsortendeklaration), die Landwirtschaft (z.B. Bestäubung) und die Konsumenten (Lebensmittelsicherheit, Täuschungsschutz: botanische und geografische Herkunftsbestimmung von Honig und Blütenpollen) von Bedeutung sind.
Zum Stichtag 29.8.2007 umfasste der Datenbestand von PONET
- 800 "vollständige Datensätze", d.h., zusätzlich zur Klassifizierung nach dem morphologischen Bau der Pollenkörner sind auch entsprechende Habitus- und Detailbilder in der Datenbank vorhanden;
- 1760 "unvollständige Datensätze", die sich in 728 klassifizierte Pollenformen ohne Bilder bzw. 1032 vorhandene, bisher nicht klassifizierte mikroskopische Präparate, unterteilen;
- 3356 "erfasste Pollenformen", für die zum Teil bereits Pflanzenproben vorhanden aber noch nicht präpariert sind, bzw. die aufgrund ihrer Nennung als Florenelemente bestimmter Regionen oder ihrer Bedeutung als wichtige Bienenweidepflanzen in die Datenbank aufgenommen wurden.
Auf Basis der "Exkursionsflora von Österreich" (Adler et al., 1994) wurden die 800 vollständigen Datensätze, die bisher in PONET eingepflegt wurden, in einer separaten Auswertung nach "Inlands"- und "Auslands"-Arten gruppiert. Dabei konnten 278 Pollenformen als Zeigerpollen für eine Auslandsherkunft ausgewiesen werden. 522 Pollenformen wurden einem heimischen Vorkommen (autochthon bzw. als etablierte Neophyten oder Pflanzen von gärtnerisch genutzten Flächen) zugeordnet. Von den 1760 nicht vollständigen Datensätzen konnten 751 Datensätze als Zeigerpollen für eine Auslandsherkunft ausgewiesen werden. Die verbleibenden 1005 Datensätze dieser Gruppe repräsentieren Pflanzenarten, die Bestandteil der heimischen Flora sind.
Mit der zu Projektschluss erreichten Ausbaustufe von PONET konnte eine solide Grundlage für die pollenanalytische Untersuchungstätigkeit, insbesondere was die Bestimmung der botanischen, regionalen oder topografischen Herkunft von Honig anlangt, geschaffen werden.
Um vorhandene Lücken im Datenbestand zu schließen und damit für künftige Anforderungen bzw. neue Aufgaben gerüstet zu sein, ist eine kontinuierliche Fortführung der bisherigen Arbeiten notwendig. Daher wird die Aufarbeitung des am Institut für Bienenkunde vorhandenen Pflanzen- und. Präparatebestandes - neben der praktischen Untersuchungstätigkeit für den Imkersektor bzw. den Bereich "Lebensmittel" der AGES und der Mitwirkung an damit in Zusammenhang stehenden Forschungsarbeiten, einen Schwerpunkt der Arbeit der nächsten Jahre darstellen.
PONET ist über die
URL http://www.infoland.at:7778/pls/pollen/pollen_suche
öffentlich erreichbar und kostenfrei zugänglich. Damit steht dieses Werkzeug jedem Interessierten zur Verfügung.
Weitere Einzelheiten finden Sie im Abschlussbericht.
Projektabschlussbericht
Institut für Saat- und Pflanzgut, Phytosanität, Bienen
Institut: Institut für Saat- und Pflanzgut, Phytosanität, Bienen
Ort: 1220, Spargelfeldstrasse 191
Dienstort: Wien
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