Geflügelpest, aviäre Influenza, Vogelgrippe

- Orthomyxovirus - Aviäre Influenza/Schwan
1878 erstmals in Italien beobachtet
Erreger
H5N1, hochpathogenes aviäres Influenzavirus, Familie: Orthomyxoviridae, werden in Typ A, B und C unterteilt. Beim Influenzavirus A gibt es verschiedene Subtypen, die sich durch verschiedene Oberflächenantigene (Neuraminidase, N und Hämagglutinin, H) ergeben. Als Folge von Genveränderungen entstehen ständig neue Varianten der Grippeviren. Bisher gibt es 16 Hämagglutinin - und 9 Neuraminidase Untertypen.
Hämagglutinin
bewirkt die Verklumpung von Erythrozyten (=rote Blutkörperchen) und vermittelt bei der Infektion einer Wirtszelle die Anheftung und das Eindringen des Virus.
Neuraminidase
spielt eine entscheidende Rolle bei der Freisetzung von neuen Viren aus den bereits infizierten Zellen, was zu einem Ausbreiten der Infektion innerhalb des Organismus und auch zu einem Übergreifen der Infektion auf andere Organismen führen kann. Darüber hinaus behindert es die Immunantwort des infizierten Organismus.
Vermehrung
Die Influenzaviren vermehren sich im Atmungstrakt. In einer Wirtszelle können bis zu 100.000 neue Influenzaviren gebildet werden, diese stirbt dann ab und die freigesetzten Viren infizieren weitere Nachbarzellen.
LPAI-HPAI
durch Mutationen können sich Wirtsarten und krankmachende Eigenschaften ändern. Wichtige Rolle spielt das Hämagglutinin, das vor dem Einbau in neu entstehende Viren durch Enzyme des Wirtes in 2 Untereinheiten gespaltet werden muss, damit diese Viren neue Zellen infizieren können. Für Geflügel nur gering pathogene Virusstämme erzeugen ein Hämagglutinin, das nur von Enzymen des oberen Atmungstraktes gespaltet werden kann, so dass eine Virusinfektion lokal begrenzt bleibt (LPAI-Low Pathogenic Avian Influenza). Bei den HPAI (Highly Pathogenic Avian Influenza) Varianten ist die Spaltung in einer Vielzahl von Geweben möglich, dies hat zur Folge, dass die Viren im Prinzip alle inneren Organe befallen und zerstören können. Der Subtyp H5N1 gilt als besonders aggressiv.
weitere Informationen unter:
Krisenplan zur Bekämpfung der Klassischen Geflügelpest in der Republik Österreich
http://bmg.gv.at/cms/home/attachments/4/3/0/CH1270/CMS1152704809134/ai_krisenplan_2008.pdf
http://de.wikipedia.org/wiki/Geflügelpest
Influenza Subtypen
N1 | ... | N9 | |
H1 | |||
. | |||
H5 | H5N1 | ||
. | |||
H16 |
Vorkommen
Influenza A Viren, Subtyp H5 und H7, bei Hühner, Puten, zahlreiche wildlebende Vogelarten. Enten, Gänse, Tauben und andere Wildvögel erkranken entweder kaum oder zeigen keine Symptome, sind aber für die Erregerverbreitung von Bedeutung.
Übertragung
Die Geflügelpest ist fürs Geflügel hoch ansteckend. Das Virus wird mit Kot, Speichel und Tränenflüssigkeit ausgeschieden. Bei starker Staubentwicklung ist auch die indirekte Ansteckung über Luft möglich.
Symptome
- Massenerkrankung,
- schwere respiratorische Symptome,
- grünlich wässriger Durchfall,
- Blutungen an Innenorganen,
- Kammspitzen und Ständern,
- nekrotische Entzündungen des Pankreas,
- Tracheitis,
- Sinusitis,
- Ödeme im Kopfbereich,
- ausgeprägter Rückgang der Legeleistung,
- Mattigkeit,
- Fieber
Bis heute wurden keine hochpathogenen Aviären Influenzaviren gefunden.
Weitere Informationen zu Aviärer Influenza:
Veterinärmedizin Mödling
Institut: Veterinärmedizin Mödling
Ort: 2340, Robert Koch Gasse 17
Dienstort: Moedling
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Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit