Übertragbare Gastroenteritis (Transmissible Gastroenteritis (TGE), Oldenburger Schweineseuche, infektiöse Magendarmentzündung, Virusenteritis)
Erreger, Verbreitung
Das Virus (Familie der Coronaviridae, Genus Coronavirus) TGE ist das Transmissible gasteroenteritis virus (TGEV, = Suid corona virus 1), verwandt mit dem Virus der Felinen Infektiösen Peritonits (FIP). TGE wurde 1946 zum ersten Mal beschrieben. Seit damals wird sie in vielen Ländern mit nennenswerter Schweineproduktion beobachtet. Seit 1986 ist auch eine respiratorische Variante des TGEV bekannt, das Porcine respiratory coronavirus (PRCoV).
Wirtstiere, Gefährdung für den Menschen
Hauptwirt ist das Schwein; bei Hunden, Katzen und Füchsen kann es zu klinisch inapparenten Infektionen kommen. Besonders bei Ferkeln kann die TGE oft eine hohe Morbidität und Mortalität entfalten. Eine Infektion des Menschen ist nicht bekannt.
Übertragung
Die Übertragung der TGEV erfolgt in erster Linie direkt von Tier zu Tier, meistens durch oralen Kontakt oder auch aerogen. Eine indirekte Übertragung durch Futterbehälter, Stallgeräte, etc. oder auf iatrogenem Wege wurde ebenfalls nachgewiesen.
Symptome
Die Inkubationszeit beträgt in der Regel maximal 1-2 Tage. Neugeborene und Saugferkel erkranken mit besonders hoher Mortalität (nahezu zu 100%). Erste klinische Symptome beim Ferkel sind Zittern, Erbrechen ohne Einschränkung der Milchaufnahme, Durst. Bald kommt es zu einer schweren Diarrhoe mit sehr fauligem, charakteristischem Geruch. Fieber ist selten und kurzzeitig. Dehydrierung, Elektrolytverluste und Azidose führen nach 3-6 Tagen zum Tod erkrankter Tieren. Bei älteren Tieren nimmt der Schweregrad ab. Die Mortalitätsrate ist geringer, kann aber durch Stress, wie z.B. Kälte, Feuchtigkeit oder sekundäre bakterielle Infektionen beeinflusst werden. Laktierende Säue können mit mildem Fieber, Agalaktie und Inappetenz, Diarrhoe und Futterverweigerung erkranken.
Prophylaxe
Verhinderung einer Einschleppung des Virus durch konsequente Hygienemaßnahmen in den Betrieben sowie Einstallung rein TGEV-freier Tiere.
Nachweismethoden
Der Nachweis von TGEV erfolgt:
• mittels IF (Immunofluoreszenz-Technik) von Organschnitten (Jejunum,
Ileum),
• durch Virusanzüchtung in der Zellkultur,
• mittels molekularbiologischen Methoden (PCR),
• mittels Nachweis von Antikörper mittels Serumneutralisationstest (SNT),
• und mittels TGE/PRCV- AK Differenzierung-ELISA
Untersuchungslabor
Kontaktadresse:
Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit - AGES
Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen Mödling
Robert Koch-Gasse 17
A-2340 Mödling
Telefonnummer: +43 (0) 505 55-DW
Faxnummer: +43 (0) 505 55-38108
Email: vetmed.moedling@ages.at
Befundauskunft und sonstige Auskünfte
Virologie:
Dr. Eveline Wodak - DW 38230, eveline.wodak@ages.at
Mag. Igor Loncaric - DW 38231, igor.lonceric@ages.at
Molekularbiologische Analysen:
Dr. Sandra Revilla-Fernàndez - DW 38320, sandra.revilla-fernandez@ages.at
Veterinaermedizin Moedling
Institut: Veterinaermedizin Moedling
Ort: 2340, Robert Koch Gasse 17
Dienstort: Moedling
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