TSE (BSE/Scrapie/CWD)
TSE = „Transmissiblen Spongiformen Enzephalopathien" bei Tieren
Zu diesen Erkrankungen zählen unter anderem die Krankheiten BSE, Scrapie und CWD.
Scrapie ist eine seit Jahrhunderten in Europa bekannte Schafkrankheit, die nicht auf den Menschen übertragbar ist. Österreich hatte einen Fall Klassischer Scrapie im Jahr 2000 und ist seither (auch von der EU anerkannt) Scrapie frei. Als Überwachungsmaßnahme werden alle in Österreich verendeten Schafe und Ziegen, die über 18 Monate alt wurden, mittels Schnelltest auf Scrapie untersucht. Dabei wurden im Jahr 2011 mehrere Fälle Atypischer Scrapie gefunden. Atypische Scrapie ist eine Einzeltiererkrankung, deren genauere Natur erst noch erforscht wird, die aber auch in anderen Ländern auftritt, die frei von Klassischer Scrapie sind, wie zB Neuseeland.
CWD (Chronic Wasting Disease) ist eine in Nordamerika bei verschiedenen Hirsch- und Elcharten auftretende Gehirnerkrankung, deren Bedeutung für den Menschen noch nicht klar ist. In der EU wurde in den Jahren 2006-2008 ein Testprogramm an Hirschen durchgeführt. Dabei wurde CWD in keinem Fall nachgewiesen.
BSE (= Bovine Spongiforme Enzephalopathie)
Erreger
ein verändertes Prion (Prion = infektiöses Proteinpartikel), das über Hitzebeständigkeit verfügt. Es ist gegenüber UV- und ionisierter Strahlung sowie gegen Desinfektionsmittel beständig.
Auftreten, Verbreitung, Gefährdung für den Menschen
1986 erstmals bei Rindern in Großbritannien beschrieben. Seither vor allem in Europa verbreitet.
Eine neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit des Menschen wurde 1996 zum ersten Mal diagnostiziert. Heute geht man allgemein davon aus, dass sie durch die Übertragung von BSE auf den Menschen verursacht wird.
Ursache, Übertragung
Der eigentliche Ursprung ist unbekannt. Die Ausbreitung der Krankheit erfolgte durch die Verfütterung von aus verseuchten Tierkadavern hergestelltem und ungenügend behandelten Fleisch- und Knochenmehl an Rinder.
Symptome
- Verhaltensänderungen ( ängstliche/aggressive Reaktionen),
- unkoordinierter Gang, niederstürzen,
- abnormale Reaktionen auf Berührung und Geräusche,
- Angst vor dem Überschreiten des Kotgrabens, Angst vor Durchgängen, Angst vor kleinsten Hindernissen,
- Überempfindlichkeit auf Licht
Bedeutung
Wirtschaftlich von großer Bedeutung; Zoonose
Maßnahmen zum Schutz der Öffentlichkeit, Bekämpfung
- Schlachttieruntersuchung
- Entfernung „spezifizierter Risikomaterialien“ vom Schlachtkörper
- Verbot: Verfütterung Fleisch- und Knochenmehl an Rind/Schaf/Ziege
Gesetzliche Bestimmungen
Verordnung (EG) Nr. 999/2001 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Mai 2001 mit Vorschriften zur Verhütung, Kontrolle und Tilgung bestimmter transmissibler spongiformer Enzephalopathien - Fassung 15.01.2008
Krisenplan zur Bekämpfung von TSE in Österreich in Übereinstimmung mit Artikel 14 der Verordnung (EG) Nr. 999/2001
BSE Kundmachung des BMGFJ regelt die Anwendung der Verordnung 999/2001 in Österreich
ACHTUNG: Hier finden Sie ausgewählte Rechtstexte aus dem Bereich der Europäischen Union und der österreichischen Rechtssprechung (Gesetze, Verordnungen sowie Kundmachungen).
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Untersuchungslabor
Öffnungszeiten, Probeanahme, Kontaktperson etc. siehe
Fachgebiet BSE/TSE
Elektronischer Untersuchungsantrag zur Untersuchung auf BSE
Nachweisverfahren
Der Nachweis ist nur aus bestimmten Hirnteilen möglich:
- Mittels zugelassener Schnelltests (Western Blots, ELISAs, LIAs, Streifentest)
- Bestätigung mittels Referenztests
Durchgeführte BSE Schnelltests an Rindern in Österreich:
Jahr | Untersuchte Rinder | BSE-pos. gefunden im AGES Labor | BSE-pos. in Österreich gehaltener Tiere |
2001 | 216.045 | 1 | 1 |
2002 | 228.639 | 0 | - |
2003 | 222.648 | 0 | - |
2004 | 208.327 | 0 | - |
2005 | 201.642 | 3 | 2 |
2006 | 223.868 | 3 | 2 |
2007 | 219.252 | 1 | 1 |
2008 | 224.487 | 0 | 0 |
2009 | 191.495 | 0 | 0 |
2010 | 206.332 | 2 | 2 |
Gesamt | 2.142.735 | 10 | 8 |
Quelle: EU-Reports on the monitoring and testing of ruminants for the
presence of TSE OIE World animal health report- BSE
BSE-Fälle in Österreich:
- 1. Fall: Dezember 2001, Niederösterreich
- 2. Fall: Juni 2005, Vorarlberg
- 3. Fall: Oktober 2005, Salzburg
- 4. Fall: Mai 2006, Oberösterreich
- 5. Fall: Juni 2006, Tirol
- 6. Fall: Jänner 2007, Kärnten
- 7. Fall: Jänner 2010, Oberösterreich
- 8. Fall: Oktober 2010, Niederösterreich
Veterinaermedizin Moedling
Institut: Veterinaermedizin Moedling
Ort: 2340, Robert Koch Gasse 17
Dienstort: Moedling
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