Trichinellose


Erreger, Verbreitung:

Rundwürmer (Nematoden) der Gattung Trichinella sind weltweit verbreitete Parasiten, die beim Menschen eine als Trichinellose bezeichnete Krankheit (Zoonose) verursachen können.

In Europa wurden bis dato 4 Arten dieser Erreger festgestellt:
 Trichinella spiralis
 Trichinella pseudospiralis
 Trichinella britovi
 Trichinella nativa

Die Parasiten finden sich als mikroskopisch kleine Larven eingekapselt in der Muskulatur von bestimmten Säugetieren, Reptilien und Vögeln. Durch den Verzehr von rohem Fleisch von Tieren, die Träger dieser Larven sind, werden die Trichinen auf neue Wirtstiere übertragen. Nach peroraler Aufnahme von Muskulatur eines infizierten Tieres werden durch Verdauungsenzyme die Larven im Magen freigesetzt, aus denen im vorderen Dünndarmabschnitt nach mehreren Häutungen adulte Weibchen und Männchen entstehen. Die begatteten Weibchen gebären bis zu 1600 Larven (Länge ca. 100µm). Über Lymphbahnen gelangen diese Larven in den Blutkreislauf und in weiterer Folge in Muskelzellen der gesamten Skelettmuskulatur, in welcher eine Kapselbildung induziert wird. Die eingekapselten Larven sind in der Muskulatur der Wirtstiere jahrelang lebensfähig.

Wirtstiere, Gefährdung für den Menschen:

Träger von Trichinella spp. können Haus- und Wildschweine, Pferde, Bären sowie bestimmte andere Wildtiere sein. Hausschweine nehmen Trichinen vor allem durch Fressen von infizierten Nagetieren auf. Bei Pferden wird eine versehentliche Aufnahme von trichinösen Nagetieren als Infektionsquelle vermutet. Schwarzwild infiziert sich vornehmlich durch die Aufnahme trichinen-positiver Fuchskadaver oder trichinöser Nagetiere. Der Mensch infiziert sich durch den Verzehr von rohen oder unvollständig erhitzen Fleisch oder daraus hergestellten Fleisch- und Wurstprodukten von infizierten Wirtstieren.
Der letzte autochthone humane Krankheitsausbruch ereignete sich 1970 im Bundesland Salzburg, wo zahlreiche Personen nach dem Konsum von nicht genügend erhitztem trichinenhaltigem Schweinefleisch an einer Trichinellose erkrankten. Vereinzelt werden in Österreich immer wieder sogenannte „importierte“ humane Erkrankungsfälle diagnostiziert. Hierbei handelt es sich um betroffene Personen, die sich durch den Verzehr von mit Trichinellen-Larven infizierten Wurst- oder Fleischprodukten im Ausland oder durch die Mitnahme von solchen Fleischprodukten im Zuge einer Reise oder eines Heimaturlaubes infizieren.

Symptome:

Die Erkrankung beim Menschen beginnt mit Magen-Darm-Beschwerden und geht später mit allergischen Symptomen und Fieber einher. Ödem bilden sich aus und es kommt zu Muskelschmerzen. Abhängig von der Infektionsdosis und der Wirtsabwehr finden sich beim Menschen Verlaufsformen mit milden bis schweren Krankheitssymptomen, in seltenen Fällen führt die Krankheit auch zum Tod.

Bedeutung:

Bei in Österreich geschlachteten Hausschweinen und Pferden wurden in den letzten Jahren kein einziger positiver Fall mit Trichinen festgestellt.

Weltweit gilt die Erkrankung beim Menschen als eine der häufigsten parasitär verursachten Zoonosen.

Bekämpfung:

Zum Schutz des Konsumenten müssen alle für den menschlichen Verzehr bestimmte Tiere, die potentiell Träger von Trichinella spp. sein können, mit speziellen Nachweismethoden auf infektiöse Trichinenlarven untersucht werden.

Gesetzliche Bestimmungen:

Verordnung (EG) Nr. 2075/2005 der Kommission vom 5. Dezember 2005 mit spezifischen Vorschriften für die amtlichen Fleischuntersuchungen auf Trichinen

Verordnung (EG) Nr. 854/2004 des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 29.April 2004 mit besonderen Verfahrensvorschriften für die amtliche Überwachung von zum menschlichen Verzehr bestimmten Erzeugnissen tierischen Ursprungs

ACHTUNG: Hier finden Sie ausgewählte Rechtstexte aus dem Bereich der Europäischen Union und der österreichischen Rechtssprechung (Gesetze, Verordnungen sowie Kundmachungen).

Den kompletten aktuellen österreichischen Rechtsbestand bzw. den Rechtsbestand der Europäischen Union können Sie unter den folgenden Links abrufen:

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