Psittakose

- 1) Chlamydophila psittaci, Reinkultur - lichtmikroskopische Immunofluoreszenzfärbung; 2) histologischer Schnitt einer mit Chlamydien infizierten Leber - Immunohistochemie; 3) Virusanzucht in der Eikultur
= syn. Ornithose, Papageienkrankheit
Die Krankheit ist anzeigepflichtig, sobald Psittakose bei Psittaciformes (Papageien und Sittichen) nachgewiesen wird. Werden Vögel anderer Spezies mit Chlamydien infiziert, bezeichnet man diese Infektion als Ornithose. Die Psittakose ist eine Zoonose.
Erreger, Verbreitung
Der Erreger der Psittakose ist das gramnegative Bakterium Chlamydophila psittaci. Chl. psittaci ist obligat intrazellulär und kommt dabei in verschiedenen Formen vor: als Elementarkörperchen (infektiöse Form), als Intermediärkörperchen und als Initialkörperchen. Die einzelnen Spezies der Chlamydophila zeigen eine hohe Wirtsanpassung: Chl. psittaci kommt ausschließlich bei Psittaciden, Chl. abortus bei Schafe und Ziegen, Chl. trachomatis bei Menschen (Augeninfektion!) vor.
Die Verbreitung des Erregers ist weltweit.
Wirtstiere, Gefährdung für den Menschen
Nicht nur Vogelarten, auch der Mensch kann an Psittakose erkranken. Die Ansteckung erfolgt meist aerogen durch Einatmen von infektiösem Kot/Staub. Es kommt zumeist zu fieberhaften Allgemeinsymptomen und anschließender zur Pneumonie.
Übertragung
Alle Sekrete und Exkrete sind infektiös. Der Erreger wird in der Regel mittels Tröpfcheninfektion, also inhalativ durch Einatmen von infektiösem Kot, Staub oder Aerosolen aufgenommen. Bei dieser Übertragungsart ist der obere Atmungstrakt die wahrscheinlichste Eingangspforte. Eine Übertragung kann auch durch Kontaktinfektion beziehungsweise durch Schmierinfektion erfolgen, wobei fast ausschließlich Menschen mit engem Kontakt zu infektiösen Tieren angesteckt werden.
Übertragungsweg: eingetrockneter, mit Erregern angereicherter Vogelkot => infektiöser Staub => Respirationssystem => Bronchiolen => Pneumonie
Symptome
Die Inkubationszeit beträgt 3-29 Tage, kann aber auch bis zu 100 Tagen betragen. Symptome beim Vogel sind Pneumonie, Husten, Abmagerung, gesträubtes Federkleid, Durchfall, Augen- und Nasenausfluß. Die Krankheit führt innerhalb weniger Tagen bis Wochen zum Tod oder geht in eine chronische Form über, bei der die Tiere sich scheinbar erholen aber weiterhin Erreger ausscheiden.
Bekämpfung
Das Mittel der Wahl zur Therapie sind Tetrazykline (Oxytetrazykline), die langfristig gegeben werden müssen.
Zur Vorbeugung müssen Vögel in Quarantäne und auf Chlamydophila getestet werden. Die üblichen Hygienemaßnahmen im Umgang mit Tieren müssen eingehalten werden.
Gesetzliche Bestimmungen
Psittakose ist im Tierseuchengesetz aufgelistet.
Untersuchungslabor
Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen Mödling (Nationales Referenzlabor):
Tel.Nr. 0043(0)50 555-
Dr. E. Wodak - Virusisolierung, IFT (DW 38230, eveline.wodak@ages.at)
Dr. S. Revilla-Fernández - PCR (DW 38320, sandra.revilla-fernandez@ages.at),
Dr. Z. Bagó - Pathologie (DW 38260, zoltan.bago@ages.at)
Nachweisverfahren
Labordiagnostische Verfahren:
- Pathologisch Verdachtsdiagnose bei Milz- und Leberschwellung bei Vögeln.
- hologisch Verdachtsdiagnose bei Milz- und Leberschwellung bei Vögeln.
- Nachweis von Chlamydophila ssp. mittels IF (Immunofluoreszenz-Technik),
- Nachweis mittels Organabklatschen (Milz, Leber, event. Abortusmaterial),
- Nachweis durch einen Antigen-ELISA aus Kot,
- Nachweis durch die Virusanzüchtung in der Eikultur,
- Nachweis mit Typisierung mittels molekularbiologischer Methoden (PCR),
- Antikörperuntersuchungen mittels KBR sind bei Rind und Schwein möglich.
Veterinaermedizin Moedling
Institut: Veterinaermedizin Moedling
Ort: 2340, Robert Koch Gasse 17
Dienstort: Moedling
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Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit