Newcastle Disease
= synonym atypische Geflügelpest
Newcastle Disease (NCD) ist gekennzeichnet durch Schnupfensymptome und Durchfall. Mit hoher Morbidität und Mortalität bei Wirtsvögel ist zu rechnen.
Erreger, Verbreitung
Erreger der NCD ist das Newcastle Disease Virus (NDV), ein Einzelstrang RNA Virus aus der Familie der Paramyxoviridae.
NDV wird nun der neuen Gattung Avulavirus zugeordnet; davor gehörte es der Gattung Rubulavirus an, zu der auch die Erreger des Mumpses des Menschen und des Zwingerhustens der Hunde zählen. Es werden apathogene, lentogene (schwach pathogen), mesogene (wenig virulent) und velogene (hoch virulent) Virustypen unterschieden. NCD ist weltweit verbreitet.
Wirtstiere, Gefährdung für den Menschen
Eine Infektion mit Newcastle Disease Virus kann bei allen Vögeln auftreten. Eine Impfung ist in Österreich erlaubt und wird bei Hühnern, Puten und Tauben (Brief- und Zuchttauben) auch durchgeführt. Beim Menschen können diese Viren in Einzelfällen eine Bindehautentzündung hervorrufen.
Übertragung
NDV wird in großen Mengen über Kot, Augen-, Nasen- und Rachensekrete und alle weiteren Körperflüssigkeiten ausgeschieden. Die Erreger werden direkt von Tier zu Tier wie auch indirekt über alle Gerätschaften, Stallstaub und Luft, Schuhe, Fahrzeuge sowie über infizierte Eier verbreitet.
Symptome
Die Inkubationszeit beträgt 4 bis 7 Tage, die Symptomatik hängt dabei von der Virulenz des Erregers ab. Bei hoher und mittlerer Pathogenität können folgende Symptome auftreten: drastischer Rückgang der Legeleistung, Fieber, Apathie, Appetitlosigkeit, schnupfenähnliche Symptome, Atemnot, Durchfall, zentralnervale Störungen (Kopfverdrehen), hohe Sterblichkeit. Bei geringer Pathogenität treten nur milde bzw. keine Symptome auf. Pathologisch können punktförmige Blutungen auf der Magenschleimhaut, besonders um die Ausführungsgänge der Magendrüsen, gefunden werden.
Bekämpfung
Die NCD ist eine anzeigepflichtige Krankheit. Das Auftreten klinisch verdächtiger Erscheinungen ist dem Amtstierarzt zu melden, der Proben zur Diagnose einsendet. Nur hochpathogene Virustypen mit einem intracerebralen Pathogenitätsindex (ICPI) über 0,7 werden als Seuche angezeigt. Für Wirtschaftsgeflügel gelten andere Bestimmungen als für gehaltene Tauben (Brieftauben). Eine prophylaktische Impfung ist in Österreich erlaubt.
Gesetzliche Bestimmungen
- Tierseuchengesetz (TSG) RGBl.Nr.177/1909, i.d.g.F.
- NCD-Verordnung BGBl.Nr. 466/1995
- Durchführungserlass zu den Geflügelpest- und NCD-Verordnungen GZ 39.503/6-III/A/4/95
- Arbeitsanleitung für Amtstierärzte zur Bekämpfung der Klassischen Geflügelpest und der Newcastle Disease (NCD)
- Krisenplan des BMG
ACHTUNG: Hier finden Sie ausgewählte Rechtstexte aus dem Bereich der Europäischen Union und der österreichischen Rechtssprechung (Gesetze, Verordnungen sowie Kundmachungen).
Den kompletten aktuellen österreichischen Rechtsbestand bzw. den Rechtsbestand der Europäischen Union können Sie unter den folgenden Links abrufen:
Die AGES übernimmt keine Haftung für die Aktualität der Gesetzes-Links, sie sind ein Service für unsere Kunden und dienen lediglich als Informationsimpuls - den aktuellen Gesetzestext (konsolidierte Fassung) entnehmen Sie bitte den oben genannten Datenbanken (EUR-LEX und RIS).
Untersuchungslabor
Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen Mödling (Nationales Referenzlabor):
Dr. Eveline Wodak - Virusisolierung, IFT, +43(0)50 555-38230, eveline.wodak@ages.at
Dr. Sandra Revilla-Fernández - PCR, +43(0)50 555-38320, sandra.revilla-fernandez@ages.at
Dr. Zoltan Bagó - Pathologie, +43(0)50 555-38260, zoltan.bago@ages.at
Nachweisverfahren/Labordiagnose
Der Erreger wird aus Abstrichen der Luftröhre (Oropharynxabstrich) oder der Kloake sowie aus Tierkörperproben (ZNS, Lunge, Leber, Milz, Darm) in der Eikultur angezüchtet und anschließend mittels Hämagglutination (HA) und Hämagglutinationshammungstest (HAH) sowie mittels molekularbiologischer Methoden (PCR) nachgewiesen. Der Antikörpernachweis mittels ELISA und HAH ist möglich, aber bei erlaubter Impfung situationsabhängig zu bewerten.
Literaturhinweise
- Virusinfektionen bei Haus- und Nutztieren, Haussäugetiere – Fische. 2003. Hrsg.: Bernd Liess, Oskar-Rüger Kaaden, Hans-Richard Frey, Schlütersche GmbH & Co. KG Verlag, Hannover
- Medizinische Mikrobiologie, Infektions- und Seuchenlehre. Rolle, M. / Mayr, A. (Hrsg. A. Mayr); Enke Verlag, 8. Aufl. 2007 Stuttgart; ISBN 978-3-8304-1060-7
Stand:14.9.2009
Veterinaermedizin Moedling
Institut: Veterinaermedizin Moedling
Ort: 2340, Robert Koch Gasse 17
Dienstort: Moedling
Autor/Autorin kontaktieren
Weitere Artikel des Autors / der Autorin
- Reisen mit Haustieren
- FAQ Listerien
- FAQs Dioxin und PCB
- Milzbrand
- BVD - Rotwild
- Jahresbericht 2008
- Neue Futtermittelverordnung
- FAQ Bisphenol A
- Pestiviren - Vorkommen in Österreich
- FAQ Klebefleisch
- FAQ Salmonellen
- FAQ Campylobacter
- FAQ Analogkäse
- FAQ trans-Fettsäuren
- FAQ Schinkenimitat
- FAQ Kunststoffe
- FAQ Acetaldehyd
- Wissenschaft und Fortbildung
- Geflügelpocken
- Campylobacter/Tier
- Die "Neue Grippe" aus veterinärmedizinischer Sicht
- Fragen zur Influenza der Schweine
- FAQ Myxomatose
- Verlaufsformen
- Weitere Informationen zur Impfung
- Literaturhinweise
Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit