Milzbrand (Anthrax)

Hämorrhagischer Milztumor Rind / Bacillus anthracis Organausstrich / B. anthracis Kultur


Milzbrand (dunkel verfärbte Milz bei Tieren) bzw. Anthrax (alter Name für Kohle, kohleähnlicher Schorf auf der Haut des Menschen) ist eine Tierseuche und Zoonose, die durch den aeroben Sporenbildner Bacillus anthracis hervorgerufen wird. Sie ist bei Mensch und Tier, vor allem in Asien, Afrika und Südamerika, von großer Bedeutung.

Erreger, Verbreitung

Milzbranderreger (Bacillus anthracis) gelangen durch tierische Ausscheidungen, Vergraben von Kadavern und Abwässer von Betrieben (z.B. Gerbereien, Wollfabriken) in die Erde und können dort jahrzehntelang überleben. Die Milzbrandsporen (Dauerformen) können durch Überschwemmungen oder Grabungen wieder an die Oberfläche gelangen und neuerlich Tiere infizieren (Boden-Tier-Boden Zyklus). Der Erreger kann aus anderen Ländern mit importierten tierischen Produkten, Düngemitteln und Futtermitteln (Knochenmehl, Tierkörpermehl, Blutmehl, Häute, Felle, Haare, kontaminierte pflanzliche Futtermittel) eingeschleppt werden.
Milzbrand kommt weltweit vor und ist besonders häufig in wärmeren Gebieten mit intensiver Weidetierhaltung anzutreffen. In West-, Nord- und Mitteleuropa ist er aufgrund der geregelten Tierkörperbeseitigung und durchgeführter Schutzimpfungen nur mehr sporadisch anzutreffen. In Österreich sind die letzten Fälle beim Rind in der Steiermark 1979, in Salzburg 1980 und in Tirol 1988 aufgetreten.

Wirtstiere, Gefährdung für den Menschen

Pflanzenfresser sind hochempfänglich, kleine Wiederkäuer verenden besonders rasch. Milzbrand ist seit Jahrhunderten als Tierseuche und Zoonose gefürchtet.

Übertragung

Die Übertragung auf den Menschen erfolgt selten direkt vom kranken Tier. Meistens liegt eine indirekte Übertragung durch importierte kontaminierte Tierprodukte vor (Rasierpinsel aus chinesischen Pferdehaaren, Ziegenhaar aus Pakistan, Wolle aus Asien - Woolsorters` disease, Hadern- oder Lumpenkrankheit in Österreich im 19. Jahrhundert). Seit den Achtzigerjahren des vorigen Jahrhunderts sind in Österreich keine Fälle von Milzbrand beim Rind nachgewiesen worden.
Beim Menschen ist Hautmilzbrand weitaus am häufigsten. Die Infektion erfolgt über kleinste Hautverletzungen. Der Krankheitsverlauf ist bei Hautmilzbrand in der Regel gutartig. Darmmilzbrand ist viel seltener und gefährlicher als Hautmilzbrand. Er entsteht nach Genuss von rohem oder nur ungenügend gekochtem Fleisch von erkrankten Tieren. Inhalations- oder Lungenmilzbrand entsteht, wenn sehr feine sporenhaltige Stäube oder Tröpfchennebel (Aerosole) eingeatmet werden und verläuft meist tödlich.

Symptome

Bei Tieren kann es vor dem Verenden zu Blutaustritt (besonders dunkel) aus den Körperöffnungen kommen.

Bekämpfung

Die Bekämpfung dieser Tierseuche erfolgt durch geregelte Tierkörperbeseitigung und Schutzimpfungen in gefährdeten Gebieten mit früherem Milzbrandvorkommen.

Gesetzliche Bestimmungen

Tierseuchengesetz (TSG) i.d.g.F.

Epidemiegesetz i.d.g. F.


ACHTUNG:
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Nachweisverfahren

•    Erregeranzüchtung
•    Molekularbiologie (nur im IVET Mödling)


Untersuchungslabor

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Dr. E. Hofer Tel.Nr.: 0043(0)50555 38210, erwin.hofer@ages.at

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Puchstraße 11, A-8020 Graz

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Technikerstrasse 70, A-6020 Innsbruck

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