ERSTELLT: 09.02.2012

Hepatitis E

Die Hepatitis E-Infektion bei Menschen ist eine relativ seltene Form der Leberentzündung, die von einem Virus hervorgerufen wird. Bisher ist man davon ausgegangen, dass Hepatitis E-Erkrankungen beim Menschen hauptsächlich auf Reisen in Asien und Afrika zurückzuführen sind. Allerdings haben neuere Untersuchungen ergeben, dass sowohl zahlreiche Haus- als auch Wildschweine in Europa und Japan das Hepatitis E Virus (HEV) in sich tragen. Dies lässt vermuten, dass zumindest in bestimmten Gegenden die HEV-Infektion eine Zoonose darstellt.

Erreger, Verbreitung

Das Hepatitis E Virus (HEV) ist ein kleines, nicht umhülltes, einzel- und positiv strängiges RNA Virus mit einer Genomlänge von etwa 7,2 kb, einem Durchmesser von ca. 30 – 32 nm und gehört zur Familie der Hepeviridae. Bei hohen Salzkonzentrationen, schnellen Frier- und Auftauprozessen sowie bei Hitze reagiert das Virus sehr labil.

Es sind insgesamt 4 humane Genotypen des Hepatitis E Virus zu unterscheiden, die nach den Hauptverbreitungsgebieten als mexikanischer, US-amerikanischer, asiatisch-afrikanischer und taiwanesischer Genotyp bezeichnet werden. Genotyp III und IV wurde auch in Schweinen gefunden.

Das Vorkommen von HEV-Genotyp 3 (HEV-3) RNA in Kot, Serum und Organproben sowie die hohe Häufigkeit von anti-HEV Antikörpern in Schweinen sind bereits in vielen entwickelten asiatischen, nord-amerikanischen und auch in europäischen Ländern beschrieben. Das deutet auf eine weite Verbreitung von HEV-3 innerhalb der Haus- und Wildschweinepopulationen hin.

Wirtstiere, Gefährdung für den Menschen

Wie weit die Infektion von Schweinen bei ungenügenden hygienischen Vorkehrungen eine Infektion des Menschen hervorruft, ist noch nicht bis ins Detail wissenschaftlich untersucht. Der Nachweis in Kot und Organen von Schweinen lässt den Schluss zu, dass das zoonotische Potenzial von Hepatistis E in österreichischen Hausschweinen durchaus relevant für die öffentliche Gesundheit sein kann, um eine mögliche Gefährdung von beruflichen Risikogruppen, wie Jägern, Fleischhauern oder auch Tierärzten oder KonsumentInnen bewerten zu können.

Weiters konnte das Virus bei Hühnern, Kaninchen, Ratten, Mangusten und Hirschen nachgewiesen werden. Es liegen zudem auch Hinweise vor, dass das Hepatitis E Virus bei Rindern und Schafen vorkommen kann.

Übertragung

Eine Übertragung von Hepatitis E bei Tieren und Menschen ist per Kontaktinfektion fäkal-oral, oral-oral und über das Wasser möglich. Als Hauptzielzellen von Hepatitis E Viren werden Hepatozyten (Leberzellen) befallen, die Viruspartikel selbst werden dann durch Galle und Stuhl ausgeschieden und können auch im Abwasser detektiert werden. In der Umwelt gelangen die Viren mit Schweinegülle und durch Auswaschen von gegüllten Flächen in Oberflächengewässer. Als weitere Verbreitungswege der Viren sind „Naturdünger“ (Tierkot), die Bewässerung von Gemüsepflanzungen und Trinkwasser möglich. Eine perinatale Übertragung von der Muttersau auf das Ferkel ist möglich.

Für Menschen sind die Hauptinfektionsquellen mit Fäkalien verunreinigtes Trinkwasser und kontaminierte bzw. unzureichend erhitzte Lebensmittel sowie mangelnde Küchenhygiene.

Symptome beim Schwein

Bei Schweinen konnten bisher keine klinischen Veränderungen nachgewiesen werden; die höchste Ausscheidungsrate konnte bei Ferkeln im Alter von 1-3 Monaten festgestellt werden, womit das Schwein zwar nicht selbst erkrankt, aber als Überträger eine wichtige Rolle spielt.

Bekämpfung, Vorbeugemaßnahmen

Eine spezifische Therapie bei HEV-Infektionen bei Schweinen gibt es nicht.
Als wichtigste vorbeugende Maßnahme in der Lebensmittelzubereitung wird gründliches Händewaschen angesehen. Da das Virus hitzeempfindlich ist, stellt eine sichere Zubereitung, bei der Fleisch gut erhitzt wird, den besten Schutz vor einer Kontamination durch Lebensmittel für den Menschen dar.

Gesetzliche Bestimmungen

In Bezug auf Hepatitis E bestehen aktuell keine expliziten nationalen Rechtsvorschriften.

Nachweisverfahren bei Schwein

Allgemein stehen zur Diagnose des Hepatitis E Virus bei Schweinen kommerzielle Tests auf ELISA-Basis zur Verfügung, mit denen sich Antikörper (IgG oder IgM) gegen den Erreger bestimmen lassen. Als Probenmaterial für serologische Testungen eignet sich Serum.

Während der akuten Erkrankung lässt sich der Erreger auch mittels molekularbiologischer Methoden im Kot, bei toten Tieren in Leber, Galle und Darm sowie zu Beginn der Erkrankung auch oft im Serum nachweisen.

Untersuchungslabor

Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen Mödling
Tel. Nr. +43(0)50 555-38112

Anfahrt und Öffnungszeiten des Institutes in Mödling entnehmen Sie bitte diesem LINK

Literatur

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Veterinärmedizin Mödling

Institut: Veterinärmedizin Mödling
Ort: 2340, Robert Koch Gasse 17
Dienstort: Moedling

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