BVD/MD gehört zu den weltweit wirtschaftlich bedeutendsten Infektionserkrankungen des Rindes. Zahlreiche Länder haben sich für aktive Bekämpfung und Überwachungsprogramme von BVD/MD entschieden.
Erreger, Verbreitung
Pestivirus, Familie Flaviviridae
Weltweite Verbreitung
Wirtstiere, Gefährdung für den Menschen
Rinder, Schafe, Ziegen, Wildwiederkäuer
Keine Gefährdung für den Menschen
Übertragung
Der Übertragungsweg von BVD erfolgt hauptsächlich über persistent infizierte Tiere (PI Tiere). Sie sind die wichtigste Quelle der Virusverbreitung (Transmissionsquelle). Die Entstehung eines PI Tieres erfolgt durch eine Infektion des ungeborenen Kalbes über das Muttertier zwischen dem 40. und 120. Tag der Trächtigkeit. Zu diesem Zeitpunkt ist das Immunsystem des Fetus noch nicht vollständig ausgebildet und es entsteht eine lebenslange Virämie. Das Kalb erkennt den Erreger nicht als solchen und wird als Virusausscheider (PI Tier) geboren.
Symptome BVD/MD
Der Großteil der Infektionen mit BVD-Viren verläuft symptomlos, möglich sind:
Als besondere Krankheitsvariante tritt bei einer Doppelinfektion die Mucosal Disease (= MD) beim Einzeltier auf. Sie entsteht wenn ein PI Tier zusätzlich mit einem zytophathogenen Virusstamm infiziert wird. MD ist gekennzeichnet von einem schweren Krankheitsverlauf und endet ausnahmslos tödlich! Symptome von MD sind blutiger Durchfall, hohes Fieber, Schleimhauterosionen und Geschwürbildungen im Flotzmaul und Nase.
Bekämpfung
Gesetzliche Bestimmungen
Anzeigepflicht in Österreich!
178. Verordnung "Untersuchungsprogramm zur Bekämpfung von BOVINE Virus Diarrhoe und der Mucosal Disease bei Rindern (BVD-Verordnung 2007 i.d.g.F.)
BMG: Tierseuchenüberwachung und-bekämpfung
ACHTUNG: Hier finden Sie ausgewählte Rechtstexte aus dem Bereich der Europäischen Union und der österreichischen Rechtssprechung (Gesetze, Verordnungen sowie Kundmachungen).
Den kompletten aktuellen österreichischen Rechtsbestand bzw. den Rechtsbestand der Europäischen Union können Sie unter den folgenden Links abrufen:
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Nachweisverfahren
Nachweis aus Ohrgewebsproben:
Seit dem Frühjahr 2005 wurde in Tirol ein innovatives und effizientes Bekämpfungsprogramm zur Entdeckung von PI Tieren eingeführt. Erstmalig wird die Untersuchung von Ohrgewebsproben bei allen nachgeborenen Kälbern flächendeckend durchgeführt. Im Jahr 2008 wurde das System verbessert mit dem Ziel bereits bei der gesetzlich vorgeschriebenen Tierkennzeichnung mit demselben Arbeitsschritt eine Ohrgewebsprobe zu entnehmen (verwechslungssicheres Entnahmeverfahren!). Mittels ELISA Untersuchung wird anschließend im Labor das Antigen nachgewiesen.
Vorteile gegenüber anderen diagnostischen Verfahren sind:
Eines der wichtigsten Ziele in der BVD Diagnostik ist die rechtzeitige Erkennung eines PI Tieres. Durch maternale Antikörper (Antikörper, die von der Mutter über Kolostralmilch an Jungtiere weitergegeben werden) können BVD-Viren im Blut maskiert werden, wodurch eine frühzeitige Erkennung nicht mehr möglich ist. Diese sogenannte "diagnostische Lücke" spielt bei der Untersuchung von Gewebsproben keine Rolle. Daher ist die Erkennung und Ausmerzung der PI Tiere bereits in der ersten Lebenswoche möglich. Ebenso problematisch ist der zeitlich verzögerte Anstieg von Antikörpern nach einer BVD Infektion. BVD-Antikörper sind erst ca. ab dem 7. Tag Post Infektionem nachweisbar. Bei der Untersuchung der Tankmilch ist diese zeitliche Verzögerung noch größer.
Ergebnisse 2005:
Im Zeitraum März bis April 2005 wurden im Rahmen der BVD Aktion 34704 Ohrgewebsproben aus Tirol untersucht, davon waren Proben von 100 Tieren aus insgesamt 83 (0,83%) Rinder-haltenden Betrieben positiv.
Ergebnisse 2006:
Im selben Zeitraum wurden 34061 Proben aus Tirol untersucht, davon waren 29 Proben aus 33 (0,34%) Betrieben positiv.
Ergebnisse 2007:
Ebenso im Zeitraum März bis April wurden 35212 Tiere mittels Ohrgewebsprobe untersucht, davon waren 12 Proben aus insgesamt 9 Betrieben (0,09%) positiv.
Ergebnisse 2008:
Im selben Zeitraum wurden 25951 Gewebeproben aus Tirol untersucht, davon waren 6 Proben aus 5 (0,05%) Betrieben positiv.

Untersuchungslabor
Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen Innsbruck:
AGES-Institut für veterinärmedizinische Untersuchung Innsbruck
Technikerstrasse 70, A-6020 Innsbruck
Tel.Nr: 0043 (0)50555
Dr. J. Weikel (DW 71345, joachim.weikel@ages.at)
Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen Linz:
AGES-Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen Linz
Kudlichstraße 27, A-4021 Linz
Tel.Nr. 0043(0)50555-
Dr. Eva Geisbauer (DW 45270, eva.geisbauer@ages.at)
Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen Mödling (Nationales Referenzlabor):
Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen Mödling
Robert Koch-Gasse 17
A-2340 Mödling
Tel.Nr. 0043 (0) 50555-
Dr. M. Eichinger - ELISA, SNT (DW 38280, michaela.eichinger@ages.at)
Dr. S. Revilla-Fernández - PCR (DW 38320, sandra.revilla-fernandez@ages.at)