Brucellose

BLI-Untersuchungen
Brucella suis - Biochem. und molekularbiologische Stammdifferenzierung/EM

Erreger, Verbreitung 

Brucellen sind fakultativ intrazelluläre, gramnegative, unbewegliche, kleine, kokkoide Stäbchenbakterien. Die Gattung Brucella umfaßt 10 phänotypisch unterscheidbare Spezies:

  • Brucella abortus
  • Brucella suis
  • Brucella melitensis
  • Brucella canis
  • Brucella ovis
  • Brucella neotomae
  • Brucella ceti
  • Brucella pinnipedialis
  • Brucella microti
  • Brucella inopinata

Die Brucellose ist eine weltweit verbreitete Zoonose.
Österreich ist von der EU als Rinder- (B. abortus) sowie Schaf- und Ziegenbrucellose (B. melitensis) - freier Staat anerkannt.
B. suis Biovar 2 ist in Österreich endemisch verbreitet und wurde bei Feldhasen, Hausschweinen, Wildschweinen und Füchsen isoliert. Naturherde befinden sind in Niederösterreich, im Burgenland, in der Steiermark und in Oberösterreich.
B. microti ist eine neu beschriebene Spezies, die 2000 erstmals in Tschechien bei erkrankten Feldmäusen und 2007 in Niederösterreich bei Füchsen nachgewiesen wurde. Eine noch nicht offiziell beschriebene, potentiell neue Brucella-Species (Stämme F60, F965) wurde 2008 im niederösterreichischen Bezirk Hollabrunn aus den Mandibularlymphknoten von 2 Füchsen isoliert.

Wirtstiere, Gefährdung für den Menschen

Brucellen sind an bestimmte Hauptwirte angepasst. Der Erreger vom Rind (B. abortus), vom Schwein (B. suis), vom Schaf und von der Ziege (B. melitensis) und in eingeschränktem Maße auch vom Hund (B. canis) kann auf den Menschen übertragen werden.
In Österreich findet man die Brucellose sporadisch in Schweinebetrieben, besonders bei Freilandhaltung, wenn die Tiere direkten oder indirekten Kontakt mit erkrankten Feldhasen oder Wildschweinen hatten. Der Erreger der Schweinebrucellose ist in Europa B. suis Biovar 2. Diese Biovar ist für Menschen nur gering virulent. Brucella canis kommt ebenfalls in Österreich vor ist eine potentielle Gefahr für die Gesundheit von Hunden und Menschen. 2010 wurde dieser Erreger erstmals bei Zuchthunden in Oberösterreich nachgewiesen.
 
Übertragung

Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch direkten Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Tiere oder durch Aufnahme von lebensfähigen Erregern über Lebensmittel. Dabei stehen Rohmilchprodukte (Butter, Käse) als Übertragungsmedium im Mittelpunkt. In Österreich treten sporadisch im Ausland (Urlaubsaufenthalte in Mittelmeerländern) erworbene Lebensmittelinfektionen mit B. melitensis auf.

Symptome

Fieberschübe mit abendlichem Temperaturanstieg sind typisch für eine Brucellose beim Menschen. Die Fieberphasen dauern mehrere Wochen und werden von Remissionsabschnitten mit stark abgemilderten Symptomen unterbrochen.
Bei Tieren kommt es häufig zu Abortusfällen und entzündlichen Veränderungen, vor allem am Geschlechtsapparat.

Bedeutung

Die Brucellose der Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. 
B. melitensis, mit der höchsten Virulenz für Menschen, hat als Zoonoseerreger große Bedeutung.
 
Bekämpfung

Die Bekämpfung konzentriert sich auf die Erkennung, Isolierung und Ausmerzung der infizierten Tiere sowie die Kontrolle des Tierverkehrs, um die Erregerverbreitung zu verhindern. Die Überwachung der Seuchenfreiheit erfolgt durch serologische Untersuchungen. Naturherde bei Wildtieren sind zu beachten.

Weitere Informationen zu Brucellose finden Sie unter folgendem LINK (Schwerpunkt Ernährungssicherheit) und am Textende in Form von wissenschaftlichen Beiträgen

Gesetzliche Grundlagen

Nachweisverfahren

  • Lichtmikroskopie (Bakteriologische Spezialfärbung) 
  • Anzüchtung
  • serologische Testverfahren (ELISA, Rose-Bengal Test, Serumlangsamagglutination) 
  • biochemische und molekularbiologische Identifizierung
  • Nachweis von Brucella abortus Antikörpern in Milchproben von Rindern (nur im IVET LINZ möglich)

Untersuchungslabor

Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen, Mödling (Nationales Referenzlabor (Veterinärmedizin) und Nationales Referenzzentrum (Humanmedizin).

Das Institut Mödling ist auch für Einsendungen aus humanmedizinischen Einrichtungen zuständig.

Kontakt:

Dr. Erwin Hofer  - Bakteriologie (Tel. 0043(0)50555/38210
E-mail: erwin.hofer@ages.at)
Dr. Michaela Eichinger - Serologie (Tel. 0043(0)50555/38280
E-mail: michaela.eichinger@ages.at)
Dr. Sandra Revilla-Fernández - PCR/Stammdifferenzierung (Tel. 0043(0)50555/38230
E-mail: sandra.revilla-fernandez@ages.at)

Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen, Linz

Kontakt:

Tel. 0043(0)50 555-

Dr. Gerald Krassnig - Bakteriologie  (DW 45240, E-mail: gerald.krassnig@ages.at)
Dr. Eva Geisbauer - Serologie, PCR / B. melitensis, B. ovis (DW 45270, E-mail: eva.geisbauer@ages.at)

Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen, Graz

Kontakt:

Dr. Tanja Urbanke - ELISA / Brucella ovis (Tel. 0043(0)316 271 278 DW 527
tanja.urbanke@ages.at)

Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen, Innsbruck

Kontakt:

Dr. Joachim Weikel - Serologie (Tel. 0043(0)50555 DW 71345
joachim.weikel@ages.at)

Veterinaermedizin Moedling

Institut: Veterinaermedizin Moedling
Ort: 2340, Robert Koch Gasse 17
Dienstort: Moedling

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