AKTUALISIERT: 27.12.2010

Fragen zur Aujeszky'schen Krankheit bei Hund und Katze

Die Vorträge zu unserer Informationsveranstaltung am 2.2.2011 finden Sie unter dem nachfolgendem LINK Vortragsunterlagen

Vortragsunterlagen

Ist die Aujeszky'sche Krankheit auf Haustiere, insbesondere auf Hunde und Katzen, übertragbar?

Hunde, Katzen, Fleischfresser (Nerze, Frettchen), aber auch Ratten können an Aujeszky erkranken, wenn sie mit infizierten, nicht erhitzten, unbehandelten Schweineprodukten in Kontakt kommen.

Die Aufnahme des Virus erfolgt oronasal. Bei Katzen erfolgt die Virusaufnahme fast ausschließlich über rohes infiziertes Schweinefleisch (Sabo et al. 1968), bei Hunden wird auch von einer Übertragung durch Biss eines infizierten Wildschweins berichtet (siehe auch Vendevelde 1998).

Können Hunde oder Katzen die Krankheit auf den Menschen übertragen?

Hunde und Katzen sind, wie auch die anderen Fleischfresser, Endwirte und übertragen die Krankheit nicht untereinander bzw. nicht auf den Menschen. 
Menschen sind für das SHV-1 Virus nicht empfänglich.

Warum zeigen sich zentralnervöse Symptome?

Nach der oralen Aufnahme gelangt das Virus in den Magen-Darmtrakt, von dort in die lokalen Nervenendigungen und zum Gehirn, insbesondere zum Hirnstamm und zu den Hirnnervenkernen. Die Folge sind Zerstörungen des Hirngewebes durch Entzündungen mit Ausfällen des Nervensystems.

Wie vermeide ich eine Ansteckung meines Hunde, meiner Katze mit dem Aujeszky Virus?

Unkontrollierte Freigänge Ihrer Haustiere in Gebieten mit Aujeszky infizierten Wildschweinen gefährden Ihre Haustiere. Beobachtung des Hundes beim Auslauf und die Vermeidung der Aufnahme von rohem oder ungenügend erhitztem Wildschweinefleisch und deren Innereien durch Katze und Hund (Jagdhunde!) sind Vorrausetzung für Präventivvorkehrungen. Auch kleinste Mengen von rohem infektiösem Wildschweinefleisch können Infektionen hervorrufen. Gefährlich ist auch der Kontakt von Jagdhunden mit Schusswunden von Wildschweinen während der Jagd. Die Aufnahme von Kot und Urin spielt für eine Ansteckung eine untergeordnete Rolle.

Hausschweine in Österreich sind amtlich anerkannt frei von Aujeszky'scher Krankheit.

Länder mit Freiheit von Aujeszky'scher Krankheit finden Sie in der Übersichtstabelle des BMG/Amtliche Freiheiten und Zusatzgarantien (Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen).

Welche Symptome zeigen erkrankte Katzen und Hunde?

Die Inkubationszeit beträgt 2-9 Tage (meist jedoch nur 3-5 Tage) und verläuft innerhalb einer Woche meist tödlich. Infizierte Katzen und Hunde zeigen schwere klinische Symptome. Der Tod tritt bei Katzen meist innerhalb von 48 Stunden ein.

Auffallend sind Verhaltensänderungen wie: Teilnahmslosigkeit, Appetitlosigkeit, verstärkte Atmung, Speichelfluss (wird durch Lähmungserscheinungen im Schlundbereich hervorgerufen = "Pseudowut") aber auch Ruhelosigkeit sowie Durchfall und Erbrechen können auftreten. Infizierte Tiere fiebern oftmals (erhöhte Temperatur bis 41° C). Viele Tiere entwickeln hochgradigen Juckreiz, bei Katzen oft auch einseitig. Bei Hunden beginnt der Juckreiz meist im Kopfbereich und setzt sich in der Folge auf Hals und Körper fort. Auffallend ist das Benagen der "juckenden" Körperstellen, wobei oft offene Wunden entstehen ("Selbstverstümmelung"). Auch Katzen neigen zur "Selbstverstümmelung" infolge des Juckreizes am Körper. Der Juckreiz kann Krämpfe vortäuschen. Bei Katzen ist Anisokorie (= Unterschied in den Pupillenweiten der Augen) und eine heisere Stimme häufig. Innerhalb von 24 bis max. 48 Stunden kommt es zur Bewusstseinseintrübung, Krämpfen, Lähmungen und schließlich zum Tod.

Die Krankheit endet bei Hunden ausnahmslos, bei Katzen fast immer tödlich.

Die Symptome werden bei freilaufenden Katzen meist nicht erkannt, da sich die kranken Tiere oft schon im Anfangsstadium der Krankheit verkriechen.

Gibt es eine Therapie bzw. eine Impfung für erkrankte Hunde und Katzen?

Es gibt keine Therapie. Bei Katzen und Hunden ist kein wirksamer Impfstoff bekannt. Ältere experimentelle Studien bei Hunden zeigen, dass der Schutz von Hunden durch inaktivierte Vakzinen schwierig ist. Attentuierte Lebendimpfstoffe können nach der Impfung Symptome verursachen, die ebenso tödlich sind wie die natürliche Infektion (Vandevelde 1998).

Wie diagnostiziere ich Aujeszky bei Hunden?

Die Diagnose stützt sich auf die klinischen Symptome und den raschen progressiven Verlauf. Auffällige Symptome sind Fressunlust, krankhafte Sensibilität: hochgradiger Juckreiz! gefolgt von Selbstverstümmelung (Automutilation), extreme Sensibilität auf Berührungen, Taubsein, Speichelfluss, Lidbinde- und Mundschleimhaut gerötet, erhöhte Atemfrequenz (60/min.) sowie frequenter Puls (160/min.) Im Gegensatz zur Tollwut zeigen die erkrankten Tiere Durst, nicht aber Aggressivität. Die Krankheit schreitet so rasch fort, dass zum Zeitpunkt des Todes nicht genügend Antikörper gebildet wurden. Eine sichere Diagnose wird meist erst nach dem Tode gestellt.

Weitere Informationen zur Aujeszky'schen Krankheit, zum Nachweisverfahren und zu den österrreichischen Untersuchungslabors der AGES finden sie unter folgendem LINK.

Weiters finden Sie Informationen über die Aujezky'sche Kranheit auch auf der Webseite der Zentralstelle des Österreichischen Jagdverbandes und des Niederösterreichischen Landesjagdverbandes und des oberösterr. Landesjagdverbandes. Informationen üer anzeigepflichtige Tierkrankheiten, Überwachungsprogramme und Krisenpläne inden Sie auch auf der Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit.

Literaturhinweise zur Krankheit finden sie HIER

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