Yersinia pestis

Yersinia pestis, der Erreger der Pest, ist ein gramnegatives Stäbchen, das weltweit zu finden ist. Der Erreger ist für die großen Pest-Epidemien verantwortlich, an der allein im 13. Jahrhundert fast 30% der europäischen Bevölkerung starben.

Übertragung
Primär handelt es sich bei der Pest um eine zoonotisch, vom Tier (Floh) auf den Menschen, übertragene Erkrankung. Es kann jedoch im Falle der zumeist tödlich verlaufenden Lungenpest auch eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung stattfinden.

Erkrankung
Die Pest verläuft unbehandelt zumeist tödlich und hinterlässt beim Überlebenden eine Immunität. Die bekannteste Verlaufsform ist die Beulenpest, bei der es zu Fieber und einer schmerzhaften dunkel gefärbten Schwellung der Lymphknoten in Hals, Achseln und Leistenregion kommt. In gut 20% der Fälle kommt es unbehandelt zu einer tödlichen septischen Verlaufsform, bei dem auch die Lunge befallen werden kann.

Lungenpest
Bei der Lungenpest ist eine Übertragung unter Menschen möglich, aufgrund der kurzen Inkubationszeit von wenigen Stunden ist eine tödlicher Verlauf trotz richtiger Therapie wahrscheinlich.

Diagnose
Nur eine schnelle Diagnose entscheidet über das Überleben des Patienten, deshalb sind neben der Kultur, die mehrere Tage dauern kann, im Verdachtsfall molekularbiologische Techniken von großer Bedeutung, die binnen Stunden eine Diagnose ermöglichen.

Therapie
Selbst bei geeigneter Therapie ist die Sterblichkeit bei Lungenpest weit über 50%, andere Formen der Pest können mit Hilfe von Antibiotika gut behandelt werden, vorausgesetzt, die Behandlung wird zeitgerecht begonnen.

Prävention
Die Schutzimpfung wird vor allem Laborpersonal empfohlen, das dem Risiko einer Laborinfektion ausgesetzt ist. Urlauber sollten Gebiete, in denen kürzlich Pestausbrüche vorgekommen sind meiden, jedoch ist die Gefahr einer Infektion in den meisten Fällen gering. Die Verwendung von Insektenschutzmitteln zum Schutz vor Flöhen wird in Endemiegebieten empfohlen.

Epidemiegebiete
In den vergangenen Jahren sind Pestausbrüche in der demokratischen Republik Kongo, Kenia, Madagaskar, Indien, Vietnam, China, Malawi, Namibia, Burma, Sambia und zahlreichen anderen Ländern beschrieben worden.

Nationale Referenzzentrale
Für Auskünfte bzw. Rückfragen steht die Nationale Referenzzentrale für Yersinia pestis zur Verfügung.

AGES  Institut für medizinische Mikrobiologie und Hygiene
Währingerstraße 25a
1096 Wien
Tel. +43 (0)50 555 37111
E-mail: humanmed.wien@ages.at

 

Stand Juni 2008

Med. Mikrobiologie und Hyg. Wien

Institut: Med. Mikrobiologie und Hyg. Wien
Ort: 1096, Waehringerstrasse 25a
Dienstort: Wien

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