ERSTELLT: 21.09.2010

Welttollwuttag 2010

Österreich wurde im Jahr 2008 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und von der Internationalen Tierseuchenorganisation (OIE) zum tollwutfreien Gebiet erklärt. Durch ein funktionierendes Impfsystem und eine gute medizinische Versorgung wurde diese tödlich verlaufende Krankheit in den vergangenen Jahren erfolgreich bekämpft. Der letzte Todesfall in Österreich betraf im September 2004 einen 23-Jährigen, der in Marokko im Juli 2004 im Rahmen einer Urlaubsreise von einem Hund gebissen wurde. Das Auftreten einzelner Tollwutfälle bei Füchsen in Slowenien und Italien (einschließlich Südtirol) unterstreicht aber die Notwendigkeit weiterer Wachsamkeit.

In anderen Regionen der Welt stellt die Tollwut jedoch nach wie vor ein großes Problem dar. Jährlich sterben ca. 55.000 Menschen an dieser Krankheit – hauptsächlich in Asien und Afrika. Der Welt-Tollwut-Tag am 28. September möchte unter anderem durch Aufklärungskampagnen und Veranstaltungen auf diese gefährliche Zoonose aufmerksam machen. Ziel ist, die Krankheit weltweit zu bekämpfen und die Zahl der Humaninfektionen zu reduzieren.

Fledermaus-Tollwut

Durch die AGES wurden im Jahr 2009 in Summe 8826 Tiere untersucht (davon 7515 Füchse). Es wurden auch 360 Fledermäuse untersucht, keine war positiv für Tollwutviren. Grundsätzlich muss trotzdem davon ausgegangen werden, dass auch in Österreich Fledermäuse als mögliche Überträger von Rabies-Viren anzusehen sind.

Im Gegensatz zum klassischen Rabiesvirus überschreitet das „European Bat Lyssavirus“ (EBLV) nur sehr selten die Speziesschranke, Infektionen bei anderen Tieren als Fledermäusen oder bei Menschen sind selbst in EBVL-durchseuchten Gebieten sehr selten. Die Fledermaustollwut konnte in Österreich bislang weder beim Menschen noch beim Tier festgestellt werden. In Großbritannien wurde jedoch 2002 der Todesfall eines Menschen in Schottland auf Fledermaustollwut zurückgeführt. Auch in Finnland (1985) und Russland (1977 und 1985) wurden derartige Todesfälle beobachtet. In allen vier Fällen war ein enger Kontakt zu Fledermäusen dokumentiert und es war keine postexpositionelle Behandlung erfolgt.

EBVL kann von infizierten Fledermäusen durch Bisse oder Kratzer übertragen werden. Auch über Speichel infizierter Fledermäuse könnte EBVL durch Schleimhautkontakt (z. B. Augenschleimhäute) oder Hautkratzer übertragen werden. Die bloße Anwesenheit einer infizierten Fledermaus in einem Zimmer reicht nicht für eine Übertragung des Erregers (keine dokumentierte aerogene Übertragung).

Seit März 2009 steht Interessierten der Folder TOLLWUT-VORBEUGUNG: VORSICHT BEIM UMGANG MIT FLEDERMÄUSEN! zur Verfügung, um sich über konkrete Vorsichtsmaßnahmen zu informieren.

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