Diagnose der humanen Tollwut
Da die klinischen Anzeichen einer Enzephalitis oder Myelitis bei vielen nervalen Erkrankungen auftreten und daher nicht typisch für die Wuterkrankung sind, stützt sich die Diagnose der Tollwut allein auf die Laboruntersuchungen.
In Österreich werden derartige Laboruntersuchungen am nationalen Referenzlabor für Tollwut im Institut für Veterinärmedizinischen Untersuchungen Mödling der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES) untersucht:
Die ante mortem Diagnose der Tollwut beim Menschen ist schwierig. Ein negatives Ergebnis kann das Vorliegen einer Tollwutvirusinfektion nicht ausschließen.
AGES
IVET-MOE
Robert Koch Gasse 17
A- 2340 Mödling
Dr. med. vet. Zoltán BAGÓ
Telefon: 050555-38260
E-Mail: zoltan.bago@ages.at
Dr. med. vet. Elisabeth VANEK
Telefon: 050555-38261
E-Mail: elisabeth.vanek@ages.at
Dr. med. univ. Franz ALLERBERGER
Telefon: 050555-35500 oder 0664-8398029
E-Mail: franz.allerberger@ages.at
Der Probenversand sollte im Hinblick auf die klinische Relevanz mit Eilkurier erfolgen. Natives Untersuchungsmateril (keine Formalinfixierung!) sollte gekühlt oder bei Raumtemperatur transportiert werden.
Detaillierte Informationen über postalische Versandvorschriften (UN 3373) und Verpackungsvorschriften finden sich unter http://www.business.post.at/business/415.htm
Bis 1958 wurde Lyssa mit Hilfe der Histologie durch den Nachweis von Negri Körperchen im Zytoplasma von Neuronen diagnostiziert. Die Sensitivität dieser Methode ist jedoch gering, speziell nach Eintritt der Autolyse des zu untersuchenden Materials.
Seit 1958 wird das Antigen mittels Immunofluoreszenz (FAT -Fluorescent Antibody Test) nachgewiesen. Der FAT wird von der WHO als primärer diagnostischer Test empfohlen. Dazu werden bevorzugt Gewebeteile aus dem Gehirn (Hippocampus, dem Kleinhirn und der Medulla oblongata) oder den die Haarfollikeln im Nacken umgebenden Nerven verwendet.
Im Zweifelsfall wird ein Zellkulturtest [rabies tissue culture inoculation test; RTCIT] oder -falls nicht zur Verfügung- ein Tierversuch mit Baby-Mäusen [mouse inoculation test; MIT] durchgeführt. Als Probenmaterial eignen sich besonders Speichel, Liquor cerebrospinalis oder Gewebe des Zentralnervensystems.
Seit 2004 steht mit der RT-PCR ein schnelles Nachweisverfahren zur Verfügung. Laut den Empfehlungen der Teilnehmer der "First International Conference on Rabies in Europe" in Kiew (Ukraine) vom 18. Juni 2005 wird dieses Methode derzeit noch nicht für die generelle Routinediagnostik empfohlen.
Folgende Untersuchungsproben eignen sich für den intra vitam Nachweis: Nackenhautbioptat, Augenschleimhautabstrich, Rachenabstrich, Speichel, (Gehirnbioptat) - wobei nach Möglichkeit immer mehrere Proben und mit verschiedenen Methoden untersucht werden sollten, um die diagnostische Treffsicherheit zu maximieren.
Zu Beachten ist auch, dass nur der positive Nachweis als aussagekräftig bewertet werden kann.
Serologische Methoden sollten zur Rabies-Diagnostik nicht genutzt werden. Lediglich für die Ermittlung des Immunstatus eines Probanden werden Virusneutralisationstests (FAVN / RFFIT) eingesetzt. Der Mensch entwickelt während einer Rabies in der Regel weder neutralisierende noch komplementbindende Antikörper, da der Tod meist vorher eintritt. Im Bedarfsfall ist eine derartige Untersuchung in Mödling ebenfalls möglich (Ansprechpartner: Dr. med. vet. Eveline Wodak, Telefon: 050555-38230 E-Mail: eveline.wodak@ages.at).
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