Bei der weltweit auftretenden sogenannten "Schweinegrippe" handelt es sich primär um eine akute Virusinfektion der Atemwege, welche meist gutartig verläuft, ausgelöst durch einen neuen Grippevirus des Genus A (H1N1). Die Symptome sind ähnlich einer herkömmlichen saisonalen Grippe, wie hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Husten, Halsschmerzen und Schwächegefühl. Durchfall und Übelkeit können zusätzlich auftreten. Die neue Grippe wurde möglicherweise ausgelöst durch die Übertragung eines H1N1-Erregers vom Schwein auf den Menschen. Es weist eine neue genetische Konstellation auf und überträgt sich von Mensch-zu-Mensch.
Zur Gefährlichkeit des Virus kann derzeit noch keine definitive Aussage getroffen werden. Bei einem kleinen Teil der Fälle konnte das neue H1N1-Virus als Todesursache verifiziert werden.
Die Inkubationszeit bei der neuen Grippe beträgt 1-3 Tage (Zeitraum bis 7 Tage nach dem Kontakt mit einer angesteckten Person). Beim Menschen verlaufen die Symptome normalerweise wie bei einer herkömmlichen saisonalen Grippe, mit plötzlich auftretendem hohem Fieber, Kopfschmerzen, Husten und allgemeinem Schwächegefühl.
Der derzeitige saisonale Grippeimpfstoff enthält zwar H1N1, schützt aber wahrscheinlich nicht vor dem neuen H1N1-Virus. Allgemeine Hygienemaßnahmen senken jedoch die Infektionsmöglichkeit. Dazu zählen häufiges Händewaschen, das Bedecken von Mund und Nase bei Husten oder Niesen, die Benutzung von Papiertaschentüchern und das Vermeiden von Kontakt mit offensichtlich erkrankten Personen.
Als Grippe-Pandemie wird eine weltweite Epidemie bezeichnet, die von einem neuen Grippevirus ausgelöst wird und große Teile der Weltbevölkerung infiziert, die gegenüber diesem neuen Virus nicht immun sind. Im 20. Jahrhundert gab es in den Jahren 1918, 1957 und 1968 Grippe-Pandemien. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in ihrem weltweiten Grippe-Vorbereitungsplan sechs Pandemie-Warnstufen definiert. In Europa gab es in den vergangenen 10 Jahren in allen EU-Mitgliedstaaten große Anstrengungen zur Vorbereitung auf einen Pandemiefall. Auch in Österreich wurde ein nationaler Pandemieplan erarbeitet.
Europaweit funktioniert die Erkennung von neuen Krankheitsfällen und die Verständigung von Ländern, deren Flugpassagiere mögliche Kontaktpersonen sein könnten, sehr gut. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) informiert über international gemeldete Fälle.
Die US-Zentren für Seuchenkontrolle und Prävention (CDC) in Atlanta (Georgia, USA), das ECDC in Stockholm, sowie die EU-Kommission beobachten und bewerten die Situation gemeinsam mit den EU-Mitgliedstaaten und der Weltgesundheitsorganisation (WHO, Kopenhagen). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hob ihre Pandemie-Warnung auf die sechste und damit höchste Warnstufe. Die WHO will durch diese Maßnahme die Pandemie möglichst früh mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpft sehen. Ein Krisenstab für Österreich wurde bereits etabliert, sowohl auf Bundesebene als auch von den einzelnen Ländern.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen der sich ausbreitenden neuen Grippe das Pandemie-Risiko auf die höchste Warnstufe 6 angehoben. Phase 6 signalisiert den Beginn einer Pandemie: „Ein Virus wird weltweit in der gesamten Bevölkerung von Mensch zu Mensch übertragen.“ Die Ausrufung der Phase sechs ergab sich für die Gesundheitsexperten aus der flächigen Verbreitung der neuen Influenza in zwei Kontinenten, in Nordamerika und Australien, sowie durch dort bestehende Infektionsketten von Mensch zu Mensch. Die WHO betonte aber, noch nie in der Geschichte sei die Welt so gut auf eine Grippe-Pandemie vorbereitet gewesen.
Phase 6 des österreichischen Influenza-Pandemieplans bedeutet keine Änderungen für die Bürgerinnen und Bürger. Alle bisher von den österreichischen Behörden getroffenen Maßnahmen bleiben aufrecht. Das gilt für die Meldepflicht von Erkrankungen, die Unterbringung von schweren Erkrankungsfällen in Spitälern sowie die Information von Reisenden. Phase 6 heißt, dass von einer "zunehmenden und anhaltenden Ausbreitung in der Bevölkerung" ausgegangen wird. Seitens des Gesundheitsministeriums wurde sichergestellt, dass die österreichische Bevölkerung mit antiviralen Mitteln ("Tamiflu", "Relenza") ausgestattet werden kann.