Die von Mexiko ausgehende, weltweit auftretende neuartige Grippe beim Menschen durch das (humane) A/H1N1-Virus zirkuliert derzeit nur unter Menschen. Das neue Virus enthält Gene von Schweinen, Menschen und Vögeln und ist ein anderer Stamm als das nur bei Schweinen vorkommende H1N1-Virus. Der Krankheitsverlauf ist überwiegend mild. Nur bei Menschen mit chronischen Erkrankungen, bei Schwangeren und bei Menschen mit Stoffwechselerkrankungen wurden Komplikationen verzeichnet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hob ihre Pandemie-Warnung auf die sechste und damit höchste Stufe an. Der Begriff Pandemie bezeichnet Infektionskrankheiten, die mehrere Kontinente betreffen oder sich weltweit ausbreiten.
Pandemie-Impfstoff für Österreich: Nach der Zulassung des Influenza-Pandemie-Impfstoffs "Celvapan" durch die Europäische Kommission am 7. Oktober 2009 startete auch in Österreich die Impfaktion des Gesundheitsministeriums. Es wurden mehr als 500.000 Dosen Impfstoff im gesamten Bundesgebiet ausgeliefert. Ab 27. Oktober 2009 wurden ausschließlich Personen in Gesundheitsberufen geimpft. Am 9. November 2009 begann die Immunisierung der Bevölkerung - vornehmlich Risikogruppen wie chronisch Kranke oder Schwangere. Je nach Bundesland ist die Errichtung sogenannten Impfzentren unterschiedlich gestaltet. Die Immunisierung wird mehrheitlich in Bezirkshauptmannschaften, Gesundheitsämtern und Außenstellen der Krankenkassen durchgeführt. Die Kosten für die Immunisierung gegen die Neue Influenza werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Für die Versicherten fällt lediglich die Rezeptgebühr von € 5,00.- an.
Liste der nationalen Impfzentren
Informationen des Bundesamts für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG)
Weiterführende Informationen des BMG zu Betriebsimpfungen
Zur Situation in Österreich (Stand 03.02.2010): Laut Gesundheitsministerium (BMG) ist die Pandemiewelle im Abklingen:Rückläufig ist seit einigen Wochen die Zahl der Neuerkrankungen. In der Weihnachtswoche wurde mit hochgerechnet 7.900 Neuerkrankungen in Wien erstmals wieder jene Schwelle von rund 10.000 Erkrankungen unterschritten, die als Maß für eine Influenza-Epidemie gilt (Hochrechnung des Wiener Grippeüberwachungssystems).
Während der gesamten Influenza-Saison 2008/2009 mit den saisonalen Erregern dürften in Österreich 400.000 bis 500.000 Menschen erkrankt sein. Das Klinische Institut für Virologie der MedUni Wien als nationale Influenza-Referenzzentrale und das DINÖ (= Diagnostisches Influenza Netzwerk Österreich, Sentinellasystem) registrieren die Fälle von Neuer Grippe A(H1N1). Das so genannte „Sentinellasystem“ kombiniert Stichproben aus einzelnen ausgewählten Arztpraxen mit Daten über Krankenstandstage der Sozialversicherungsträger für Hochrechnungen. Der Beginn und das Ende von saisonalen Grippewellen können mit dem Sentinellasystem sehr gut erfasst werden. Daneben werden hospitalisierte Patienten durch Laborbefunde bestätigt.
Mitigation Stufe 2
Damit einhergehend gilt seit Mittwoch, 11. November 2009, die Umstellung auf die sogenannte "Mitigation Stufe 2". In einem Schreiben an die Landessanitätsdirektionen, Krankenanstalten, Sozialversicherungsträger und niedergelassenen ÄrztInnen informiert das Bundesministerium für Gesundheit über diese Umstellung.
Wichtige Änderungen in der Mitigation Stufe 2
Diese Umstellung berücksichtigte - wie schon bisher - die Erkenntnisse von WHO, CDC, EMEA und ECDC sowie die Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes (RKI) und des Wissenschaftlichen Pandemie-Beirates im Bundesministerium für Gesundheit.