Bei Schwangeren äußert sich die Listeriose meistens in Form eines grippalen Infektes. Bei Früh-und Neugeborenen kann eine Listeriose zu Sepsis, Meningitis, Pneumonie oder Granulomatosis infantiseptica führen. Bei Erwachsenen, je nach Immunstatus, variiert die Listerieninfektion von selbstlimitierenden Gastroenteritiden bis hin zu Meningitis oder Sepsis. Pyogene Absiedlungen in verschiedensten Organen (Haut, Auge, Herz, Knochen, Peritoneum) können vorkommen. Die Diagnose kann schwierig sein, weil die meisten der genannten Krankheitsbilder viel wahrscheinlicher an andere Erreger denken lassen und mikrobiologisches Untersuchungs-material oft nicht direkt vom Infektionsherd gewonnen werden kann.
Im Labor ist der kulturelle Erregernachweis aus Blut, Liquor, Eiter, Punktaten oder (bei Neugeborenen) Abstrichen von Nabel, Ohr oder aus Mekonium anzustreben. Fast 90% der Erkrankungen beim Menschen sind mit 3 der13 Serovare der Listeria monozytogenes assoziiert (4b, 1/2a und 1/2b). Dem serologischen Antikörpernachweis kommt nur zur Diagnose Rhombencephalitis oder im Zusammenhang mit einer Ausbruchsabklärung Bedeutung zu (Serokonversion oder vierfacher Titeranstieg). Die Untersuchung von Stuhl kann zur Ausbruchsuntersuchung sinnvoll sein, indem die Isolate mehrerer Erkrankter molekularbiologisch verglichen werden können. Es ist zu beachten, dass eine Ausscheidung von L. monocytogenes im Stuhl auch bei Gesunden vorübergehend vorkommt.
In der Lebensmittelmikrobiologie erfolgt der Nachweis von Listerien mittels standardisierten qualitativen, quantitativen sowie molekularbiologischen Methoden.