Infektionsrisiko
Da Listerien ubiquitär verbreitet sind, ist eine Exposition gegenüber Listerien sehr häufig; in den meisten Fällen verläuft bei immunkompetenten Menschen eine Infektion aber inapparent. Bei 1-5% aller Menschen findet man im Stuhl eine transiente Präsenz von Listerien. Bei massiver Exposition kann eine vorübergehende Enteritis beobachtet werden, die durch ein intaktes Immunsystem selbstlimitiert ist. Durch frühere Kontakte mit Listerien in Lebensmitteln haben die meisten Erwachsenen bereits eine Immunreaktion durchgemacht; während der Schwangerschaft - und noch viel mehr bei Abwehrschwäche - ist diese zellvermittelte Immunität jedoch eingeschränkt.
Schwangere Frauen haben ein 12-fach erhöhtes Risiko an Listeriose zu erkranken.
Während einer Schwangerschaft besteht die Möglichkeit einer Übertragung von der Mutter auf das Kind. Dabei können Listerien bereits in utero auf das Kind übergehen und dort Aborte, Früh- oder Totgeburten bedingen. Die Neugeborenenlisteriose kann in Form von Frühinfektion ("early onset"-Syndrom) in der ersten Lebenswoche, bzw. Spätinfektion ("late onset"-Krankheit) ab der zweiten Lebenswoche auftreten.
Eine weitere Personengruppe, die eine Prädisposition für invasive Listerieninfektionen aufweisen, sind abwehrgeschwächte Personen: Ältere, Patienten mit chronischen Erkrankungen, immunsupprimierte Patienten (Patienten nach Transplantionen, mit Krebserkrankungen, AIDS, Diabetes, Leberzirrhose oder unter Kortikoid-Therapie). Hierbei manifestiert sich die Infektion oft als Sepsis oder Meningitis, seltener als Hirnstammenzephalitis.
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