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ERSTELLT: 07.09.2010

Legionärskrankheit durch Pflanzenerde

Legionellen sind Bakterien, die im Grundwasser, im Oberflächenwasser und in der Erde vorkommen. Sie besiedeln manchmal auch haustechnische Warmwasseranlagen. Das Einatmen von legionellenbelasteten Aerosolen (feinsten Wassertröpfchen) oder Feinstäuben kann zu einer schweren Lungenentzündung, der so genannten Legionärskrankheit, führen. Ein erhöhtes Risiko haben Personen mit geschwächtem Immunsystem, mit chronischen Lungenerkrankungen sowie Raucher. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

In Europa wird die Legionärskrankheit hauptsächlich durch Legionella pneumophila verursacht. Es gibt aber auch andere Legionellenarten, die in der Umwelt weit verbreitet sind und unter Umständen ebenfalls zu einer Infektion führen können. Weltweit, v. a. in Australien, aber auch in Europa, werden zunehmend Fälle von Legionärskrankheit registriert, die durch die Art Legionella longbeachae verursacht wurden. Als Infektionsquelle dient in diesen Fällen wahrscheinlich handelsübliche Pflanzenerde, so auch bei einem Todesfall in Österreich im Jahr 2008. Das Risiko, durch Einatmen legionellenhaltiger feinster Staupartikel aus Pflanzenerde oder Kompost an der Legionärskrankheit zu erkranken, ist sehr gering. Im Jahr 2009 wurden zwei Fälle von der AGES dokumentiert.

In Australien, wo Infektionen mit Legionella longbeachae weiter verbreitet sind, wird Pflanzenerde mit einem Risikohinweis gekennzeichnet und empfohlen, die Erde vor Verwendung zu befeuchten, um Staubentwicklung zu vermeiden, Gartenhandschuhe zu tragen und die Hände nach der Arbeit gründlich zu waschen. Auch das Tragen von Feinstaub-Atemschutzmasken wird manchmal für den Umgang mit Pflanzenerde angeraten. Das Trinken von legionellenbelastetem Wasser stellt kein gesundheitliches Risiko dar.

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