Clostridium difficile

Nationale Referenzzentrale
Für Auskünfte bzw. Rückfragen steht die Nationale Referenzzentrale für Clostridium difficile zur Verfügung.

AGES  Institut für medizinische Mikrobiologie und Hygiene
Währingerstraße 25a
1096 Wien
Tel. +43 (0)50 555 37111
E-mail: humanmed.wien@ages.at

 

Clostridium difficile gehört zu der Gruppe der grampositiven anaeroben Sporenbildner. Sie kommen im Darmtrakt beim Mensch und Tier vor, können aber auch in der Umwelt isoliert werden. Die Sporen, bakterielle Dauerformen, des Erregers, sind extrem umweltresistent und schützen den Erreger vor Temperaturen über 100°C und auch vor zahlreichen Desinfektionsmitteln.
Aufgrund des Auftretens des hypervirulenten Clostridium-difficile-Stammes PCR-Ribotyp 027  (NAP-Typ 1) in Nordamerika und Europa, ist dieser Erreger in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Aktuellen Schätzungen nach verursachen die zumeist vermeidbaren Clostridium-difficile-Infektionen in europäischen Krankenhäuser jährliche Mehrkosten von 3 Milliarden Euro.

Erkrankung
Toxinbildendes Clostridium difficile ist verantwortlich für einen Großteil der Durchfallserkrankungen nach Antibiotikagabe. Aufgrund der Schwere der Symptome werden verschiedene Verlaufsformen beschrieben. Der mildeste Verlauf ist der Antibiotika-assoziierte-Durchfall (AAD) der zumeist nach Ende der Antibiotikatherapie sistiert. Problematischer ist die Antibiotika-assozierte-Colitis (AAC) sie kann im schlimmsten Fall auch bei Auftreten eines toxischen Megacolons tödlich verlaufen. Die AAC geht mit Fieber, Darmkrämpfen und schwerem zum Teil blutigen Durchfall einher.

Übertragung
Oftmals ist der Patient schon Träger des Erregers und es kommt durch Antibiotikagabe zu einer Verschiebung des ökologischen Gleichgewichts in der Darmflora, die Clostridium difficile begünstigt. In anderen Fällen ist jedoch eine Übertragung der Clostridium-Sporen die Ursache der Erkrankung. Zumeist sind Hygienemängel im Spital für die Übertragung verantwortlich diese können auch zu Epidemien führen.

Toxine
Nicht alle Clostridium difficile Isolate besitzen Gene für die Toxinproduktion. Generell sind Toxin-A und Toxin-B für die AAD und AAC verantwortlich. Über die Wirkung des von nur 6-10% aller Isolate gebildeten binären Toxins ist noch wenig bekannt.

Diagnose
Derzeit erfolgt der Nachweis des Erregers zumeist nur mittels Toxin-Schnelltests im Stuhl von Patienten. Aufgrund der Wichtigkeit auch Ausbrüche zu erkennen, sollte jedoch immer auch ein kultureller Anzuchtversuch unternommen werden.

Behandlung
Metronidazol ist das Medikament der Wahl, Vancomycin und Teicoplanin sind zumeist nur bei Therapieversagen zu verabreichen. In seltenen Fällen, zum Beispiel beim toxischen Megacolon, kann eine chirurgische Dickdarm-Teilentfernung indiziert sein.

Clostridum difficile in Österreich
In Österreich ist die Rate von Clostridium difficile Infektionen im Spital seit 2002 um das 3-Fache gestiegen. Im Vergleich stieg die Rate in Deutschland  im Vergleichszeitraum um das 6- Fache. Diese Zahlen veranschaulichen die Notwendigkeit einer flächendeckenden Überwachung und Typsierung des Erregers, um schnell und effizient auf Veränderungen und das Auftreten hypervirulenter Erreger reagieren zu können. Seit 18. Jänner 2010 unterliegen schwer verlaufende Clostridium difficile-Infektionen (CDI) der Meldepflicht nach dem Epidemiegesetz. Ein schwerer Verlauf liegt vor, wenn die CDI intensivmedizinischer Behandlung bedarf oder CDI-Komplikationen chirurgische Eingriffe erfordern oder die CDI einen letalen Verlauf nimmt.

Stand Februar 2009

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