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ERSTELLT: 13.01.2012 | AKTUALISIERT: 11.08.2014

Methillicin resistenter Staphylococcus aureus - MRSA

Was bedeutet MRSA?

MRSA steht für „Methillicin resistenter Staphylococcus aureus“. Damit werden jene Stämme des Bakteriums Staphylococcus aureus (S. aureus) bezeichnet, die gegen Antibiotika der Betalaktam-Gruppe (Penicilline, Cephalosporine, etc.) resistent sind. Das bedeutet, dass diese Antibiotika nicht mehr für eine Behandlung eingesetzt werden können.

Wo kommt MRSA vor?

S. aureus kommt bei Mensch und Tier vor. Man findet dieses Bakterium bei rund 30 Prozent der gesunden Bevölkerung, ohne dass es Krankheitssymptome verursacht. Besiedelt werden Haut und Schleimhäute, insbesondere im Bereich des Naseneingangs.

S. aureus kann beim Menschen eitrige Infektionskrankheiten (Abszesse, Furunkel und Wundinfektionen) oder Blutvergiftungen hervorrufen.

Wie kommt es zu Erkrankungen durch MRSA?

Ein besonderes Risiko, sich mit MRSA zu infizieren, besteht bei chronischen Erkrankungen, einem geschwächten Immunsystem und der Einnahme von Antibiotika. Die häufigste Quelle von MRSA-Infektionen sind Krankenhäuser. Das Krankenhauspersonal unternimmt große Anstrengungen, um solche Infektionen zu verhindern oder frühzeitig zu erkennen.
Der Keim kann zum einen vom betroffenen Patienten selbst stammen (endogene Infektionen) –  ausgehend vom Naseneingang können sich die Erreger z.B. auf die Haut ausbreiten –, zum anderen können die Erreger von anderen Menschen oder Tieren bzw. über die unbelebte Umgebung übertragen werden.

Kann man sich auch über Lebensmittel mit MRSA infizieren?

In einem Forschungsprojekt hat die AGES im Jahr 2013 jeweils 100 Schweinefleischproben, 100 Rinderfleischproben, 100 Proben von Fischen bzw. Meeresfrüchten, 100 Salatproben und 100 Eier, die im steirischen Einzelhandel erworben wurden, selektiv auf MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) und resistente Enterobakterien untersucht.

Es konnten 5 MRSA aus den konventionellen Schweinefleischproben, 1 MRSA aus einer Bio-Schweinefleischprobe, 7 MRSA aus den konventionellen Rindfleischproben und 4 MRSA aus den Bio-Rindfleischproben isoliert werden. In den untersuchten Fisch- und Meeresfrüchteproben konnten nur vereinzelt resistente Enterobakterien oder MRSA gefunden werden. Aus Eiinhalten konnten weder MRSA, noch resistente Enterobakterien isoliert werden.

Rohes Fleisch aller Tierarten kann geringe Mengen von MRSA enthalten. Grundsätzlich sind alle wärmebehandelten Lebensmittel wie pasteurisierte Milch, gebratenes oder gekochtes Fleisch sicher. Allerdings dürfen die Lebensmittel nach der Wärmebehandlung nicht erneut verunreinigt werden. Deshalb ist es wichtig, dass beim Umgang mit rohem Fleisch die üblichen Hygienemaßnahmen strikt eingehalten werden. Diese schützen auch vor anderen Infektionserregern wie z. B. Salmonella oder Campylobacter.

Wie häufig ist MRSA?

MRSA ist weltweit verbreitet. Die Besiedlung mit diesen Keimen betrifft insbesondere Patienten in Krankenhäusern. Bei der gesunden Bevölkerung in Mitteleuropa ist MRSA selten.

Sieben Länder berichten bei Blutvergiftungen beim Menschen eine nachhaltig rückläufige Situation, darunter auch Österreich. Waren in Österreich im Jahr 2000 noch 17,6 Prozent der S. aureus-Isolate aus Blutkulturen Methicillin-resistent (=MRSA), so waren es im Jahr 2010 nur mehr 7,5 Prozent. Wenngleich die Situation in Österreich deutlich günstiger ist als z. B. in Deutschland (dortige MRSA Rate bei humanen Blutkulturisolaten im Jahr 2010: 21 Prozent), wird der Resistenzentwicklung dennoch hohe gesundheitspolitische Relevanz zugesprochen.

Wie gefährlich ist MRSA?

Der MRSA ist nicht pathogener als ein empfindlicher S. aureus, das bedeutet MRSA führt nicht häufiger zu Erkrankungen, allerdings sind die Behandlungsmöglichkeiten (Anzahl der zur Verfügung stehenden Antibiotika) eingeschränkt.

Wie kann ich mich gegen MRSA schützen?

Die Übertragung von MRSA erfolgt zumeist von Mensch zu Mensch, ein absoluter Schutz ist nicht möglich. Für den Schutz gegen eine Besiedlung durch MRSA ausgehend von Lebensmitteln gelten die üblichen Hygieneempfehlungen.

Wie wird das Vorkommen von MRSA überwacht?

Die Resistenzsituation von MRSA aus Blutisolaten wird unter Koordination des Europäischen Zentrums für Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) unter der Bezeichnung EARS-Net (European Antimicrobial Resistance Surveillance Network) regelmäßig überwacht. Bei EARS-Net handelt es sich um ein EU-weites humanes Resistenzdatenerfassungsprojekt, bei dem in Österreich 40 mikrobiologische Laboratorien freiwillig teilnehmen. Insgesamt wurden damit im Jahr 2010 Daten von 90 Prozent der österreichischen Krankenanstalten (Akutversorgung) gesammelt. Europaweit sind mittlerweile 28 Länder mit mehr als 900 Laboratorien und damit über 1400 Spitäler in das EARS-Net eingebunden.

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