Zoonosen sind von Tier zu Mensch übertragbare Infektionskrankheiten. Beim so genannten Q-Fieber (Query-Fieber) handelt es sich um eine durch das Bakterium Coxiella burnetii hervorgerufene Infektionskrankheit. Der Name erklärt sich dadurch, dass der Erreger beim ersten beschriebenen Krankheitsausbruch in Australien im Jahr 1935 nicht bekannt war [Q für Query; engl.: Frage].
Bei der Mehrzahl der Infizierten verläuft die Infektion ohne jegliche Krankheitszeichen. Die Erkrankung – nur etwa ein Drittel der Infizierten erkrankt sichtbar – beginnt circa 2-3 Wochen nach Ansteckung mit Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Krankheitsgefühl. Die Erkrankung kann bezüglich Schwere und Dauer sehr stark variieren. Meist verläuft das Q-Fieber unter dem Bild einer Lungenentzündung, begleitet mit heftigen Kopf- und Muskelschmerzen. Die Prognose ist gut. Nur etwa 5 Prozent der Erkrankten benötigen Krankenhausaufenthalte. In vereinzelten Fällen - in denen die akute Infektion nicht erkannt wurde - kommt es jedoch zu chronischen Krankheitsverläufen, in erster Linie zu Herzklappen-Entzündungen. Die Diagnose wird im Allgemeinen durch eine Blutuntersuchung (Nachweis spezifischer Antikörper) gestellt.
Die medikamentöse Behandlung von Q-Fieber erfolgt – soweit erforderlich – mit bestimmten Antibiotika. Schwangere sollten bei gesicherter Exposition bis zur Entbindung antibiotisch behandelt werden; chronische Verläufe (Herzklappen-Entzündungen) erfordern noch länger andauernde Antibiotikatherapien (3 Jahre). Die Sterblichkeit an Q-Fieber liegt bei unter 1 % der Fälle.

Q-Fieber findet sich - mit Ausnahme von Neuseeland - weltweit. Haustiere und Wildtiere, aber auch Vögel und Zecken sind mögliche Wirtstiere. Infizierte Tiere, besonders Schafe, Ziegen und Katzen, zeigen meist keine Krankheitszeichen, aber wenn sie gebären, scheiden sie große Mengen von Coxiella burnetii aus. Q-Fieber-Erreger finden sich somit im Staub von Flächen, die mit Mutterkuchen, Geburtssekreten und Ausscheidungen infizierter Tiere verunreinigt sind.
Der Mensch steckt sich meist durch Einatmen von Coxiella-hältigen Aerosolen (Schwebeteilchen) an. In den Niederlanden und in Deutschland wurden Ausbrüche in Wohnsiedlungen beobachtet, die mehr als einen Kilometer von infizierten Tierherden entfernt waren. Ansteckung durch Genuss roher Milch infizierter Tiere wurde vereinzelt belegt. Ansteckungen von Mensch zu Mensch kommen praktisch nicht vor.
Seit dem Jahr 2000 werden Ausbrüche von Q-Fieber-Epidemien beim Menschen in Deutschland und in den Niederlanden beobachtet. Umstellungen in der Schaf- und Ziegenhaltung mit gestiegenen Tierzahlen sollen diese Ausbrüche erklären. Da Impfstoffe für Mensch und Tier derzeit nicht zur Verfügung stehen, werden infizierte Herden die in Zusammenhängen mit Erkrankungen bei Menschen stehen, oft eliminiert. In Österreich wurden Ausbrüche von Q-Fieber beim Menschen bislang nicht dokumentiert. In Österreich ist Q-Fieber auch beim Tier nicht anzeige- und meldepflichtig. Untersuchungen zum indirekten bzw. direkten Erregernachweis werden aufgrund eines klinischen Verdachts auf Wunsch des Einsenders durchgeführt. In den Jahren 2008 und 2009 wurde in der AGES bei 4 Rindern und 3 Ziegen der Erreger/die Krankheit nachgewiesen.