ERSTELLT: 20.07.2010

FAQ Leptospiren

Was sind Leptospiren?

Leptospiren sind schraubenförmig gewundene Bakterien (griech. „leptos“ = zart). Sie weisen oft abgebogene Enden auf, was ihnen die Form eines Kleiderbügels verleiht. In Gewässern bleiben diese Bakterien wochenlang vermehrungsfähig. Ihr natürliches Reservoir sind v. a. Ratten, Rinder, Schweine und Hunde.

Wie werden Leptospiren übertragen?

Menschen können sich über Haut- und Schleimhautkontakt mit Leptospiren infizieren, wenn sie mit dem Urin von infizierten Tieren in Berührung kommen oder mit Wasser, das mit Urin infizierter Tiere kontaminiert ist. Nach heftigen Regenfällen ist es z. B. möglich, dass Gewässer mit Ausscheidungen von Tieren verunreinigt und somit mit Leptospiren kontaminiert werden. Die Erreger dringen meist über kleinste Hautverletzungen ein; die Aufnahme ist aber auch über die Bindehaut möglich oder wenn man kontaminiertes Wasser schluckt.

Wie äußert sich die Erkrankung?

Die Leptospirose genannte Krankheit beginnt fünf bis 14 Tage nach der Infektion mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber und Muskelschmerzen. Ohne Therapie lässt das Fieber nach drei bis acht Tagen nach, steigt dann aber wieder an. In dieser Phase kann es zu Kopfschmerzen, Hirnhautentzündung, Muskelschmerzen und Augenbindehautblutungen kommen. In schweren Fällen kommt es zu Schädigungen der Leber und der Nieren. Die Krankheit kann über drei Wochen lang andauern; bei schweren Verlaufsformen liegt die Sterblichkeit bei bis zu zehn Prozent.

Wie kann die Erkrankung behandelt werden?

Leptospiren sind unter anderem empfindlich gegen Penicillin G und Tetracyclin (Doxycyclin). Leichter verlaufende Erkrankungen können oral (mit Tabletten) behandelt werden, schwerere Verläufe erfordern intravenöse Therapien.

Wie wird die Krankheit festgestellt?

Leptospirose wird durch den Nachweis von „Antikörpern“ bzw. durch den Nachweis eines zumindest vierfachen Anstiegs des Antikörpertiters im Blut des Erkrankten diagnostiziert (2 Blutproben im Abstand von 10 Tagen gewonnen). Der Nachweis spezifischer Antikörper im Serum des Erkrankten gestattet zudem auch Hinweise auf das ursächliche Tierreservoir.

Wie häufig ist die Erkrankung?

In Österreich wurden im Jahr 2009 insgesamt 8 humane Fälle von Leptospirose gemeldet. Im Zusammenhang mit einem Triathlon im Juni 2010 ist es zu drei Erkankungen (davon ein labordiagnostisch bestätigter Fall mit Leptospira bratislava) gekommen. Schwere Regenfälle sollen bei diesem Sportereignis die über Harn und Kot von Wild- und Haustieren ausgeschiedenen Bakterien in den Bergwerksee Langau eingeschwemmt haben.

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