Geschoßspielzeug
Kinder spielen gerne Cowboy, Indianer oder Polizist. Allerdings bergen die verwendeten Spielzeuge oft ernste Gefahren in sich. Im Frühjahr 2010 wurden von der AGES ILMU Linz im Rahmen einer Schwerpunktaktion verschiedene Arten von Geschoßspielzeugen untersucht. Wie auch in den Vorjahren befinden sich auf dem Markt Geschoßspielzeuge, die den Anforderungen der Spielzeugverordnung bzw. der Norm EN 71 („Sicherheit von Spielzeug“) nicht entsprechen.
Je nach Art der verwendeten Geschoße wurden folgende Gefahren identifiziert:
- äußere Verletzungen auf Grund einer zu hohen kinetischen Energie
- Erstickung auf Grund leicht ablösbarer Saugnäpfe
- Gehörschäden auf Grund eines zu hohen Schalldruckpegels
Insbesondere bei Spielzeugpistolen, die die typischen kleinen Kunststoffkugeln als Munition verwenden, werden immer wieder Exemplare gefunden, die eine viel zu hohe kinetische Energie aufweisen.
Es besteht die Gefahr von äußeren Verletzungen, wenn Kinder – absichtlich oder unabsichtlich – beim Spielen aufeinander schießen. Die Augen sind dabei besonders gefährdet.
Da es vorkommen kann, dass sich Kinder beim Spielen Geschoße gegenseitig in den Mund schießen, müssen Saugnapfgeschoße eine gewisse Mindestlänge aufweisen, damit sie in einem solchen Fall leicht wieder aus dem Rachenraum herausgezogen werden können. Genauso wichtig ist, dass sich bei derartigen Geschoßen die Saugnäpfe nicht leicht ablösen lassen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass beim Herausziehen der Saugnapf im Rachen zurückbleibt und somit eine Erstickungsgefahr darstellt.
Es versteht sich, dass Spielzeug zum Schießen knallen muss. Zum Teil ist der Schallpegel aber so hoch, dass das Gehör der Kinder gefährdet werden kann. Dass derart gefährliche Spielzeuge nicht nur in Österreich verkauft werden, beweisen die vielen Meldungen des Europäischen Schnellwarnsystems (RAPEX) zu diesem Thema. Eltern und allen Aufsichtspersonen kann daher nur geraten werden, ein paar Selbsttests durchzuführen, bevor sie das Spielzeug einem Kind überlassen.
Lassen Sie es einmal knallen, lassen Sie sich einmal bewusst anschießen (z. B. am Unterarm), ziehen Sie am Saugnapf: Dröhnen Ihnen die Ohren, schmerzt die „Einschussstelle“, löst sich der Saugnapf? Wenn ja, ist das Spielzeug nicht für Ihr Kind geeeignet.
Damit auch andere Kinder geschützt werden können, verständigen Sie auch uns unter:
Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH
Institut für Lebensmiteluntersuchung Linz
Tel.: 050555-41701
oder
Dr. Daniela SchachnerBereich: Lebensmittelsicherheit
Institut: LMS Spezialmatices, Spielzeug
Telefon: +43(0)5 0555 41730
Ort: 4021, Wieningerstrasse 8
daniela.schachner@ages.at
Daniela Schachner
Institut: LMS Spezialmatices, Spielzeug
Ort: 4021, Wieningerstrasse 8
Dienstort: Linz
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