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ERSTELLT: 08.02.2011

Badegewässerrichtlinie

Mit 24. März 2006 ist die Badegewässerrichtlinie (Richtlinie 2006/7/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Februar 2006 über die Qualität der Badegewässer und deren  Bewirtschaftung und zur Aufhebung der Richtlinie 76/160/EWG) in Kraft getreten. Die Umsetzung dieser Richtlinie in innerstaatliches Recht erfolgte durch eine mit 16. Juli 2009 in Kraft getretene Novelle zum Bäderhygienegesetz (BHygG), BGBl. I Nr. 64/2009, und durch eine mit 30. Oktober 2009 in Kraft getretene eigene Badegewässerverordnung (BGewV), BGBl. II Nr. 349/2009.

Diese Richtlinie brachte einige wesentliche Neuerungen:

  • die Erstellung und regelmäßige Aktualisierung eines Badegewässerprofils für jedes Badegewässer
  • zwei neue bakteriologische Parameter (E. coli und intestinale Enterokokken) zur Überwachung der Badegewässerqualität
  • die jährliche Einstufung der Qualität eines Badegewässers auf Grundlage der Daten der letzten vier Badesaisonen (Zeitraum vom 15. Juni bis 31. August eines jeden Kalenderjahres) -  in Österreich erstmals mit der Badesaison 2013
  • vier Qualitäten der Badegewässer (in Österreich erstmals mit der Badesaison 2013)
  • zu ergreifende Bewirtschaftungsmaßnahmen
  • Beteiligung der Öffentlichkeit an der Umsetzung der Richtlinie (badegewaesser@bmg.gv.at)
  • Information der Öffentlichkeit an jedem Badegewässer und im Internet (spätestens mit der Badesaison 2012)

Badegewässer

Badegewässer sind jene Abschnitte eines Oberflächengewässers (= stehende und fließende Gewässer mit Ausnahme von Kleinbadeteichen), bei denen

  • mit einer großen Zahl von Badenden zu rechnen ist und
  • für die kein dauerhaftes Badeverbot erlassen ist oder nicht auf Dauer vom Baden abgeraten wird

Badestellen

Badestellen sind jene Stellen in Badegewässern, an denen die meisten Badenden erwartet werden oder an denen mit der größten Verschmutzungsgefahr zu rechnen ist.

Ein Oberflächengewässer kann somit ein oder mehrere „Badegewässer“ aufweisen; im Bereich jedes Badegewässers befindet sich in der Regel eine Probenahmestelle (Badestelle).

Badegewässerprofile

Badegewässerprofile enthalten Informationen über alle potenziellen Verschmutzungs- oder Verunreinigungsquellen. An leicht zugänglicher Stelle in nächster Nähe jedes Badegewässers wird spätestens 2012 eine Informationstafel mit folgenden Daten zum jeweiligen Badegewässer angebracht werden (EU-weit werden einheitliche deutliche und einfache Zeichen und Symbole hinsichtlich der aktuellen Einstufung eines Badegewässers, eines Badeverbot oder eines Abraten vom Baden verwendet):

  • die aktuelle Einstufung des Badegewässers sowie gegebenenfalls ein Badeverbot oder ein Abraten vom Baden
  • eine allgemeine Beschreibung des Badegewässers auf der Grundlage des erstellten Badegewässerprofils
  • bei Badegewässern, die für kurzzeitige Verschmutzungen anfällig sind: Eine Angabe der Zahl der Tage in der vorangegangenen Badesaison, an denen aufgrund einer Verschmutzung ein Badeverbot verhängt wurde und eine Warnung immer dann, wenn eine derartige Verschmutzung vorhergesagt wird oder vorliegt
  • Informationen über die Art und voraussichtliche Dauer von Ausnahmesituationen
  • im Fall eines Badeverbots die Angabe der Gründe
  • wenn auf Dauer vom Baden abgeraten wird: Gründe für die Aufhebung der Ausweisung als Badegewässer
  • eine Angabe der Quellen weiter führender Informationen (z. B. im Internet).  

Zum Ende der Badesaison 2015 müssen alle Badegewässer zumindest eine „ausreichende Qualität“ aufweisen. Die Bezirksverwaltungsbehörden überwachen die Qualität der Badegewässer während der Badesaison. Probenahmen und Untersuchungen werden in der Regel durch die AGES durchgeführt (Ausnahmen: Kärnten - Lebensmitteluntersuchungsanstalt Kärnten; Oberösterreich - Probenahme durch das Amt der OÖ Landesregierung; Vorarlberg: Institut für Umwelt und Lebensmittelsicherheit des Landes Vorarlberg; Wien - Prüf-, Überwachungs- und Zertifizierungsstelle der Stadt Wien MA 39 IFUM-Labors für Umweltmedizin).

Die Europäische Kommission veröffentlicht jedes Jahr einen Bericht über die Qualität der Badegewässer, der jeweils vor Beginn der nächsten Badesaison herausgegeben wird. Grundlage für diesen Bericht bilden die Informationen der Mitgliedstaaten.

Institut für med. Mikrobiologie und Hygiene, Wien

Institut: Institut für med. Mikrobiologie und Hygiene, Wien
Adresse: 1096 Wien, Waehringerstrasse 25a

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