AKTUALISIERT: 04.04.2011

Verbotene Farbstoffe in Lebensmitteln

Die Farbe eines Lebensmittels ist ein wichtiges Entscheidungskriterium beim Einkauf.
Die rote bis gelbrote Farbe von Gewürzen wie Paprika, Chili oder Curry ist auf natürliche Carotinoide zurückzuführen, die während der Verarbeitung und Lagerung aufgrund ihrer Lichtempfindlichkeit leicht verblassen. Daher werden unerlaubterweise in manchen Produktionsländern künstliche Farbstoffe, so genannte Azofarbstoffe, eingesetzt, um die Farbe zu intensivieren und Farbverluste auszugleichen. Diese unlauteren Praktiken sind neben der Vortäuschung einer besseren Qualität leider auch oft mit der gesundheitlichen Gefährdung der Verbraucher/-innen verbunden.

Azofarbstoffe wie Sudan I gelten gemäß der Internationalen Agentur für Krebsforschung als krebserregend und erbgutschädigend und sind daher in der EU als Zusatzstoffe in Lebensmitteln nicht zugelassen. Sie werden in der Industrie zum Färben von Mineralöl-Produkten wie Vergasertreibstoffen, Wachserzeugnissen (Schuhpasten, Kerzen,...) sowie zur Herstellung von Tuschen und Filzschreibertinten verwendet.

Über das Europäische Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel (RASFF) wurden am 9. Mai 2003 aus Frankreich Informationen bezüglich des Farbstoffs Sudanrot I in scharfen Chilierzeugnissen aus Indien mitgeteilt. Aufgrund dieser potenziellen Gefährdung wurde im Juni 2003 von der EU-Kommission die Maßnahme getroffen, in allen Mitgliedstaaten Stichproben von scharfen Chilis und scharfen Chilierzeugnissen auf Sudanrot I zu untersuchen [1].

Seit 2003 werden Gewürze, aber auch andere Lebensmittel wie Paprikawürste, scharfe Salami, mit Chili oder Paprika gefärbte Nudeln sowie Palmöl von der AGES in Innsbruck getestet. Außer den Sudanfarbstoffen werden auch andere Azofarbstoffe wie z. B. Buttergelb und Pararot untersucht. Mit der Entscheidung der EU-Kommission vom 21. Jänner 2004 (2003/460/EG) wurde beschlossen, die bereits festgelegten Maßnahmen fortzuführen und auf die Untersuchung von Curry auszuweiten.

Während noch 2005 in Großbritannien Millionen von Lebensmitteln aus den Supermarktregalen entfernt werden mussten, da sie den verbotenen Farbstoff Sudanrot I enthielten, werden heute kaum mehr unerlaubte Farbstoffe nachgewiesen. Über das RASFF gab es 2005 aus allen Mitgliedstaaten 213 Warnungen aufgrund verbotener Farbstoffe in Gewürzen, 2008 waren es nur mehr 25 Warnungen. Diese Ergebnisse belegen die Wirksamkeit der Kontrollen.

 

[1]Entscheidung der Kommission vom 20. Juni 2003 über Dringlichkeitsmaßnahmen hinsichtlich scharfer Chilis und scharfer Chilierzeugnisse.

LMS Pflanzliche LM

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