Wer schummelt da?

Alles ist im Umbruch. Wie schaut es da mit unseren Lebensmitteln aus? Nicht nur, dass sie spürbar teurer geworden sind, schmeckt auch so manches traditionelle Produkt nicht mehr so wie früher. Es ist fad und unnatürlich geworden. Wie die jüngste Vergangenheit mit „Schummelschinken“ und „Analogkäse“ gezeigt hat, stehen vor allem zusammengesetzte Lebensmittel im Verdacht nur mehr Massenware zu sein.

Wer schaut drauf?

Histologischer Schnitt eines Proseccoschinkens mit 200-facher Vergrösserung

Gerade auf derartige Fälle ist die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) spezialisiert. Im AGES Bereich Lebensmittel arbeiten die  Experten mit großem Elan an der Aufdeckung von Schummelprodukten, wie z.B. Schinken mit zu  hohem Wassergehalt oder diversen Lebensmitteln mit Anpreisungen, die nicht halten, was sie versprechen.
Große Unterstützung bieten dabei die bewährten chemisch analytischen Untersuchungen zur Zusammensetzung von Lebensmitteln, aber auch die vermehrt eingesetzten molekularbiologischen Methoden (DNA-Analysen)  zur genauen Bestimmung der Tierart (einschließlich Fischarten). Mit Hilfe der histologischen Untersuchung von Gewebedünnschnitten unter dem Mikroskop können mitverarbeitetes Separatorenfleisch oder für die Fleischwarenerzeugung unerlaubte und minderwertige Gewebe, wie Haut, festgestellt werden.

Was tun als Verbraucher?

Histologischer Schnitt eines Schinkens mit Stärkekorn (blaugrau) mit 200-facher Vergrösserung

Der Anteil an zusammengesetzten fertig verpackten Lebensmitteln im Handel nimmt ständig zu. Das Risiko ein Produkt zu erwischen, das nicht der erwarteten Qualität entspricht, steigt vor allem dann, wenn dem eiligen Käufer die Zeit fehlt die Zutatenliste des Produktes durchzulesen und gegebenenfalls Vergleiche anzustellen. Bei einem Fleischerzeugnis, wie dem besagten Schinken, ist natürlich der Anteil an hochwertigem Muskelfleisch qualitätsrelevant. Der Fleischanteil ist daher, mit wenigen Ausnahmen, prinzipiell in der Zutatenliste anzuführen. Je weniger Fleisch in einer Wurst oder Pökelware enthalten ist, umso mehr muss sich der Käufer im Klaren sein, dass er um sein Geld möglicherweise auch eine nicht unbeträchtliche Menge an Wasser und Verdickungsmitteln mitkauft.

Unsere Empfehlung

Schauen Sie beim Kauf  zusammengesetzter Lebensmittel auf die Zutatenliste und auf die Mengen der Zutaten, die Sie zum Kauf veranlassen.

Für die übrigen Produkte mit -möglicherweise nicht erkennbaren- Schummeleien sind wir zuständig.

jft

Christine Hassan-Hauser

Institut: LMS Tierische LM, Kosmetika, GGst, Getr
Ort: 1220, Spargelfeldstrasse 191
Dienstort: Wien

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