Obst und Gemüse: Die Basis einer ausgewogenen Ernährung
Obst und Gemüse bilden (nach ausreichend Flüssigkeit) die Basis der neuen österreichischen Ernährungspyramide: Der tägliche Konsum von fünf Portionen Gemüse, Hülsenfrüchten und Obst sollte fixer Bestandteil der Ernährung sein. Ideal wären drei Portionen Gemüse bzw. Hülsenfrüchte und zwei Portionen Obst. Gemüse und Obst stellen einen zentralen Baustein einer ausgewogenen Ernährung dar, da sie sich nicht nur durch eine geringe Energiedichte, sondern auch durch ihren hohen Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen auszeichnen. Außerdem ist es unbestritten, dass eine ausreichende Zufuhr an Gemüse und Obst positive Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System sowie auf das Schlaganfallrisiko hat.
Wie die Ergebnisse des österreichischen Ernährungsberichts 2008 zeigen, ist der Gemüse- und Obstverzehr nicht zufriedenstellend. Einzig die Gruppe der erwachsenen Frauen erfüllt die Mindestempfehlung der WHO von 400 g pro Tag, bei Kindern hingegen wird die Empfehlung nur zu knapp 50 Prozent erreicht.
520.000 Versuchspersonen belegen positive Effekte
Eine wesentliche Grundlage der neuen Ernährungspyramide bildet die größte Ernährungs- und Gesundheitsstudie, die jemals durchgeführt wurde – die EPIC (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition). Für diese Studie wurden in den Jahren 1993 bis 1999 über 520.000 Personen aus zehn europäischen Ländern befragt und untersucht.
Ziel von EPIC ist es, die Beziehung zwischen Ernährung, Ernährungsstatus, Lebensstil sowie Umweltfaktoren und dem Auftreten von Krebs und anderen chronischen Erkrankungen zu untersuchen. Durch die Beteiligung vieler Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern mit verschiedensten Ernährungsgewohnheiten, sollen spezifische Informationen über den Effekt von Ernährung auf die langfristige Gesundheit gewonnen werden.
Die ersten Ergebnisse der EPIC Studie wurden im Jahr 2001 der Öffentlichkeit präsentiert. In diesem Jahr wurde auch die Zusammenarbeit mit der „5 am Tag Initiative“ unter Schirmherrschaft der deutschen Krebsgesellschaft in Frankfurt gestartet. Ziel dieser Kampagne ist eine Steigerung des Gemüse- und Obstkonsums auf mindestens 5 Portionen bzw. 5 Mal eine Hand voll pro Tag.
Ernährung hat Einfluss auf die Entstehung von Krebs
Die Ergebnisse der EPIC Studie bekräftigen die Hypothesen, dass eine ballaststoffreiche Ernährung und der Konsum von Fisch das Risiko von Darmkrebs senken, während das Risiko durch den Konsum von rotem und verarbeitetem Fleisch erhöht wird. Gemeinsam mit Übergewicht, Alkoholkonsum und geringer körperlicher Betätigung spielen diese Ernährungsfaktoren eine wesentliche Rolle für die Ursachen von Kolorektalkrebs.
Die Studien zu Lungen-, Gebärmutterschleimhaut und Eierstockkrebs sind noch nicht abgeschlossen. Weitere geplante Forschungsgebiete umfassen Lebensstil, metabolische und genetische Faktoren, die verschieden Krebsarten (Brust, Kolorektum, Prostata, Lunge, Gebärmutterschleimhaut, Eierstöcke, Pankreas, Blase, Magen und oberer Gastrointestinaltrakt) verursachen können.
Vor kurzem veröffentlichte Teilergebnisse der EPIC Studie zeigen, dass der Konsum von Obst und Gemüse das Gesamtkrebsrisiko – also das Risiko, an irgendeiner Krebsart zu erkranken – nicht wesentlich senkt. Für einzelne Krebsarten (z. B. Mund-, Rachen-, Kehlkopf-, Speiseröhren-, Magen- und Lungenkrebs) ist dieser Zusammenhang allerdings wahrscheinlich. Der World Cancer Research Fund (WCRF) empfiehlt, überwiegend pflanzliche Lebensmittel, die einen hohen Gehalt an Nährstoffen, Ballaststoffen sowie eine geringe Energiedichte aufweisen, zu verzehren – da Ernährungsweisen, die überwiegend aus pflanzlicher Nahrung bestehen, gegen bestimmte Krebserkrankungen schützen.
Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit