Aktuelle Studie von Allianz und AGES:

Finanzkrise bringt Trendwende im Lebensstil der Österreicher

(Wien, 12.05.2009, AGES) Die herrschende Finanz- und Wirtschaftskrise nimmt erheblichen Einfluss auf Ernährung und Alltagsgewohnheiten in unserem Land. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor, die die Allianz Versicherung gemeinsam mit der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) durchführen ließ. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung schränkt sich bei Lokalbesuchen ein, auch bei Fast Food, Alkohol und Zigaretten wird gespart. Ebenso in Veränderung ist die Mobilität: Jeder dritte Autofahrer will angesichts der Krise öfter zu Fuß gehen oder auf die „Öffis“ umsteigen.

Verändertes Ernährungsverhalten
„Deutlich merkbar wird die Lebensstil-Trendwende vor allem im Ernährungsverhalten“, betont Univ. Doz. Dr. Ingrid Kiefer, AGES-Kommunikationschefin und Leiterin des Kompetenzzentrums Ernährung & Prävention der AGES. Es sei vom „Gesundheits-Standpunkt her erfreulich“, dass Obst und Gemüse zu den Gewinnern der materiell schwieriger gewordenen Lebenssituation gehören, während sich jede/r fünfte Österreicher/-in bei Fastfood, Knabbereien und Fertigprodukten nunmehr zurückhält.

Häufiger gegessen als bisher werden auch Kartoffeln, Reis und Nudeln (+8 Prozent) sowie Fisch und Vollkornprodukte (+7 Prozent), weniger oft hingegen Mehlspeisen und Süßigkeiten. Sparsam ist man auch bei Alkohol und Zigaretten, während der Kaffee seinen angestammten Platz im Alltag der Österreicher behält.

Neue Qualität des Konsums
Drei von zehn Österreicher/-innen haben in den vergangenen „Krisenmonaten“ Auswirkungen auf ihre persönliche Lebenssituation wahrgenommen, sieben von zehn rechnen mit nachlassendem Wohlstand in unserem Land. „Generell beginnen sich dadurch Werteprioritäten zu verschieben“, ortet Allianz Vorstandsmitglied Dr. Johann Oswald positive Aspekte aufgrund der aktuellen Daten der Studie. An die Stelle von Überfluss und Convenience trete eine neue Qualität des kostenbewussteren Konsums sowie gesündere Ernährung im Kreis der Familie.

Folgende Veränderungen werden im Einkaufsverhalten nachgewiesen: 33 Prozent wollen künftig häufiger beim Diskonter einkaufen, 30 Prozent im Supermarkt verstärkt zu Handelsmarken greifen. Bioprodukte werden überwiegend als teuer identifiziert und gelten somit als weniger geeignet für Zeiten der Sparsamkeit. 35 Prozent der Befragten gaben an, weniger oft außer Haus zu essen. Reduziert werden nicht nur Restaurantbesuche, sondern auch das Essen in Betriebskantinen und Fast Food-Lokalen. Vor allem die Ostösterreicher, die Gruppe der Unter-40-Jährigen und  - erwartungsgemäß - die Menschen mit niedrigem Einkommen.

Zunehmender Verzicht aufs Auto
Die Allianz-AGES-Lebensstil-Studie lässt aber noch eine weitere erfreuliche „Nebenwirkung“ der Krise erkennen: Rund ein Drittel der Österreicher verzichtet öfter auf das Auto und geht zu Fuß oder benützt verstärkt öffentliche Verkehrsmittel. Frauen können sich dazu offensichtlich leichter entschließen als Männer, Menschen mit geringerem Einkommen eher als die Wohlhabenden. Und besonders häufig ist diese Reaktion auf die Krise in der Altersgruppe der 40-60-Jährigen anzutreffen.

Gesundheitsvorsorge krisenfest
„Auf die Gesundheitsvorsorge habe die Krise bis dato Gott sei Dank keinen wesentlichen Einfluss genommen“, so Oswald. Ein gewisses Kostenbewusstsein sei aber auch hier nicht zu übersehen. So wollen 20 Prozent der Befragten Leistungen, die die Krankenkasse nicht bezahlt, künftig nicht mehr in Anspruch nehmen, 17 Prozent verzichten auf den Besuch von Privatärzten.

Allianz und AGES beschäftigen sich aus verschiedenen Blickwinkeln bereits seit vielen Jahren mit den Themen Ernährung und Gesundheit. Die Entwicklung des Lebensstils der Österreicher wollen sie auch weiterhin gemeinsam beobachten, Risiken erkennen, aufzeigen und bekämpfen, betonten beide im Rahmen des Pressegespräches zur Präsentation der Studie.

Downloads zur aktuellen Studie

Zentrum fuer Ernaehrung & Praevention

Institut: Zentrum fuer Ernaehrung & Praevention
Ort: 1220, Spargelfeldstrasse 191
Dienstort: Wien

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