Fasten heißt nicht hungern
Änderung der Ernährungsgewohnheiten sollte im Vordergrund stehen
Unter „Fasten“ versteht man unterschiedliche Formen des freiwilligen Verzichts auf Nahrungs- und Genussmittel. Es ist ein alter, überwiegend religiös begründeter Brauch. Heutzutage stehen für viele Menschen auch gesundheitliche Gründe im Vordergrund. Auf alle Fälle kann die mit Aschermittwoch beginnende Fastenzeit als Anlass genommen werden, das Essverhalten zu überdenken und die Ernährungsgewohnheiten zu ändern.
So fasten Sie richtig
Es gibt viele verschiedene Formen des Fastens. Unabhängig davon sollte unbedingt Folgendes beachten werden:
- Abklärung mit dem Arzt, ob medizinische Gründe gegen das Fasten sprechen, z. B. weil man gerade Medikamente einnehmen muss. Auch Die Dauer des Fastens sollte durch den Arzt abgeklärt werden.
- Mindestens 2,5 Liter kalorienfreie Flüssigkeit täglich zu sich nehmen, z. B. Mineralwasser oder ungesüßten Tee.
- Idealerweise ca. 500 kcal in Form von Gemüsesuppen, Obst- oder Gemüsesäften, um Elektrolytverluste zu verhindern. Anhaltspunkt: eine Karotten-Lauch-Broccoli-Suppe mit Kartoffeln (250 g Gemüse in einem Viertel Liter Wasser) hat rund 90 kcal. 100 g Broccoli haben 22 kcal, 100 g Karotten 18 kcal, 100 g gekochte Kartoffeln 70 kcal. Ein Viertel Liter Orangensaft hat ca. 110 kcal, ein Viertel Liter Tomatensaft ca. 50 kcal.
- Eine Mindestzufuhr an Eiweiß ist notwendig, um einem Muskelabbau entgegenzuwirken. 30 g Eiweiß pro Tag sind günstig. Diese Menge könnte mit einem Becher Magertopfen (250 Gramm) gedeckt werden. In einem Becher Joghurt sind rund 10 Gramm Eiweiß enthalten, ebenso in einem Glas Buttermilch.
- Fasten kann theoretisch jeder gesunde Erwachsene. Insbesondere für das erste Mal fasten eignet sich eine Woche (ein Tag Einstieg zur Vorbereitung, vier Tage Fasten und zwei Aufbautage).
- Vor dem richtigen Einstieg ins Fasten sollte mindestens ein Entlastungs- oder Vorbereitungstag eingelegt werden, z. B. ein Obst-, Gemüse- oder Reistag.
- Zum Fastenbrechen (= Beenden des Fastens) eignen sich zwei bis vier Aufbautage. Das bedeutet, man sollte das Ende des Fastens nicht mit üppigen Mahlzeiten feiern: Die Verdauungsfunktionen müssen erst wieder aktiviert werden, schrittweise kehrt man wieder zur Normalkost zurück.
Wer fastet sollte sich auf das Fasten konzentrieren. Das heißt, man sollte sich generell Zeit im Alltag nehmen, Fasten und Hektik passen nicht zusammen. Vorsicht ist z. B. im Straßenverkehr geboten, da die Reaktionsfähigkeit durch das Fasten eingeschränkt ist.Fasten ist keine Diät und daher nicht zur Gewichtsreduktion geeignet. Es bietet jedoch die Möglichkeit, wieder bewusster zu essen (Wahrnehmung von Geschmack wird wieder intensiver, Präferenzen werden einem wieder bewusster, etc.) und somit das Ernährungsverhalten langfristig zu ändern.
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