Untersuchungen von Erdbeeren auf EHEC-Bakterien
Keine einzige Probe mit diesen Krankheitserregern belastet
Im Rahmen einer vom Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend (BMGFJ) angeordneten Schwerpunktaktion wurde von der AGES, der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, im Freiland wachsendes Obst, speziell Erdbeeren, auf eine Belastung mit EHEC-Bakterien untersucht. Infektionen mit diesen Keimen zählen zu den häufigsten Lebensmittelvergiftungen. 96 Erdbeerproben aus ganz Österreich wurden in der Erdbeersaison Mai bis Juli 2008 von Mitarbeiter/-innen der amtlichen Lebensmittelaufsicht der Länder gezogen und an die AGES übermittelt. In keiner einzigen Probe wurden EHEC-Keime nachgewiesen.
Was ist EHEC?
Escherichia coli (abgekürzt E. coli) Bakterien gehören zur normalen Darmflora warmblütiger Tiere und des Menschen. Die enterohämorrhagischen E. coli (EHEC) sind krankmachende Keime, die u. a. für schwere Durchfallerkrankungen beim Menschen verantwortlich sein können. Bereits eine geringe Anzahl an Keimen kann zu einer Infizierung führen.
Die Übertragung der Bakterien erfolgt durch mangelnde Hygiene hauptsächlich über den Verzehr folgender Lebensmittel: Rohes Faschiertes, Mettwurst, Salami, Rohmilch, aber auch durch pflanzliche Lebensmittel. Bei Erdbeerpflanzen z. B. besteht auf Grund ihrer bodennahen Früchte die Möglichkeit, dass insbesondere bei biologischer Düngung (Mist, Jauche) Keime aus dem Darmtrakt der Tiere auf die Früchte gelangen können.
Von Bedeutung sind auch Mensch-zu-Mensch-Infektketten, was besonders in Gemeinschaftseinrichtungen (Kindergärten, Altenheime etc.) zu beachten ist. Bei sensiblen Personengruppen wie Säuglingen, Kleinkindern, älteren oder abwehrgeschwächten Personen kann es zu Darminfekten mit Folgeerkrankungen kommen, die mit lebensbedrohenden Komplikationen einhergehen können. Eine Behandlung mit Antibiotika ist im Allgemeinen nicht möglich, da die Bakterien unter Antibiotikawirkung vermehrt Toxine produzieren können und somit die Komplikationsraten erhöhen.
Ergebnisse der Untersuchungen
Mit dieser Schwerpunktaktion sollte festgestellt werden, ob in Österreich ein Risiko besteht, dass EHEC-Keime über Erdbeeren übertragen werden. Daher wurde auch die Art der Düngung untersucht: Von 96 beprobten Feldern waren zehn Felder ausschließlich biologisch gedüngt, sechs Felder biologisch und mit Kunstdünger gedüngt. Auf 68 Feldern wurde ausschließlich Kunstdünger eingesetzt. Als biologische Dünger wurden vorwiegend Hühnermist und Schweinegülle eingesetzt. Bei 12 Proben erfolgte keine Angabe über die Art der Düngung. In keiner Probe wurden EHEC-Keime nachgewiesen. Anhand dieser Zahlen ist zu ersehen, dass Erdbeeren bzgl. ihrer Düngungsart nicht zu einer Risikowarengruppe in Bezug auf EHEC-Keime zählen.
Lebensmittelaufsichtsbehörden setzen Maßnahmen
Die Durchführung der Kontrollen liegt bei den Ländern. Die Lebensmittelaufsichtsorgane der Länder ziehen die Proben an den in den Plänen vorgegebenen Stellen (z. B. Einzelhandel, Großhandel) und übergeben sie den dazu befugten Untersuchungsanstalten. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden wiederum an die Lebensmittelaufsichtsbehörden der Länder übermittelt und dienen als Grundlage für allfällige Maßnahmen zur Mängelbehebung oder Risikominderung.
- Tee
- Zierkürbis
- Ingwer
- Bärlauch
- Teeähnliche Erzeugnisse
- Gewürze
- Untersuchung von Pestizid-Rückständen in Tiefkühlgemüse
- Kindernahrung: Obst- und Gemüsebreie sind sicher
- Untersuchung auf Schimmelpilzgifte in glutenfreien getreidehältigen Lebensmitteln
- gentechnisch veränderten Frühkartoffeln
- Stechapfelsamen
Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit