ERSTELLT: 12.02.2010

Schminksets aus Billigläden

Schwerpunktaktion zur Überprüfung von Belastung mit Schwermetallen

Alljährlich zur Faschingszeit haben bunte Lidschatten, Rouge, Lipgloss, Lippenstift und Gesichtsbemalung wieder Hochsaison. Da bei der Herstellung dieser Produkte auch Schwermetalle verwendet werden, wurden bereits im Vorjahr im Rahmen einer vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) angeordneten Schwerpunktaktion Schminksets aus Billigläden auf eine mögliche Belastung mit Schwermetallen überprüft. Von den Lebensmittelkontrolloren der Länder Wien und Niederösterreich wurden 34 Proben gezogen; Untersuchung und Bewertung erfolgten durch die AGES. In sieben Proben wurden Gehalte an Schwermetallen festgestellt, die aber weit entfernt von jeder Gesundheitsgefährdung lagen.

Hintergrund

Damit Kosmetikprodukte wie Schminke die gewünschte Farbe annehmen, werden bei der Herstellung Farbstoffe oder Farbpigmente verwendet, die durch Schwermetalle wie Blei, Cadmium oder Quecksilber verunreinigt sein können. Da Schwermetalle die Gesundheit schädigen können, müssen Farbstoffe für kosmetische Mittel bestimmte Reinheitsanforderungen erfüllen.

Gerade billige Schminksets erfüllen diese Anforderungen oft nicht, wie die steigende Anzahl von RAPEX-Meldungen in den vergangenen Jahren zeigt. RAPEX ist das europäische Schnellwarnsystem für gefährliche Konsumgüter. Mit Schwermetallen belastete Schminksets stammen überwiegend aus China bzw. anderen Drittstaaten und werden oft in Billigläden verkauft.

Schwermetalle kommen überall in der Umwelt vor. Hauptquellen der Aufnahme sind Zigarettenrauch, kontaminierte Stäube, aber auch belastete Nahrungsmittel und Trinkwasser. Die Aufnahme über kosmetische Mittel spielt in diesem Zusammenhang eine untergeordnete Rolle. Gesundheitlich relevant wäre sie höchstens dann, wenn Schwermetalle über die Schleimhäute der Mundhöhle in den Körper aufgenommen würden, z. B. bei Verwendung eines Lippenstifts.

Untersuchungen

Im Rahmen der Schwerpunktaktion wurden Schminksets für Kinder und Lidschatten in Duo- oder Einzelfarben auf die Schwermetalle Blei, Cadmium, Quecksilber, Arsen und Antimon untersucht. In sieben der 34 Proben wurden vermeidbare Gehalte an Blei, Cadmium und Antimon festgestellt, d. h. die gefundenen Mengen lassen zwar kein absichtliches Zusetzen vermuten, wären aber bei sorgfältiger Auswahl der Rohstoffe vermeidbar gewesen.

Zu betonen ist, dass die gefundenen Schwermetallspuren weit entfernt von einer möglichen Gesundheitsschädlichkeit liegen. So gesehen weisen die untersuchten Produkte eine gesundheitlich unbedenkliche Qualität bezüglich Schwermetalle auf. Durch geeignete Herstellungstechniken könnten aber auch diese Spuren vermieden werden.

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