Billigspielzeug von Jahrmärkten

Billigspielzeug
Billigspielzeug

Von Februar bis Oktober 2008 wurden österreichweit 120 Proben von billigem Spielzeug auf Jahrmärkten und ähnlichen Veranstaltungen von den Lebensmittelinspektoren gezogen und am Institut für Lebensmitteluntersuchung Linz untersucht und begutachtet.

 

Die Proben wurden auf folgende Parameter hin überprüft:

  • Einhaltung der Forderungen der europäischen Spielzuegnorm EN 71 auf mechanische und physikalische Eigenschaften, Entflammbarkeit und Migration bestimmter Schwermetalle
  • Prüfung auf Phthalate (Weichmacher), verbotene Azofarbstofffe, Speichel- und Schweißechtheit
  • sensorische Untersuchung
  • Überprüfung der Kennzeichnung

Von den 120 Spielzeugproben wurden 14 als gesundheitsschädlich entlarvt. Diese Proben wurden unverzüglich der EU Kommission mitgeteilt. Die EU Kommission übermittelt diese Informationen als EU Warnungen über das Schnellwarnsystem der EU für alle gefährlichen Konsumgüter, mit Ausnahme von Nahrungs- und Arzneimitteln sowie medizinischen Geräten (RAPEX) rasch an alle Mitgliedsstaaten, um entsprechende Maßnahmen einleiten zu können.
Insgesamt waren 2/3 aller Proben zu beanstanden. Bei etlichen Proben lagen mehrere Beanstandungsgründe vor. Häufigste Beanstandungsgründe waren mit 33% Verstöße gegen die Spielzeugverordnung, wie fehlende CE-Kennzeichnung oder fehlende beziehungsweise mangelhafte Warnhinweise, und mit 52% Verstöße gegen die Spielzeugkennzeichnungsverordnung, wie z.B. fehlende Angabe von Name und Anschrift des Herstellers oder Importeurs. Alle Beanstandungen wurden vom Institut für Lebensmitteluntersuchung Linz den zuständigen Lebensmittelaufsichtsbehörden der Länder übermittelt.

Die untersuchten Spielzeugproben sind verschiedensten Kategorien zuzuordnen. Puppen, Spielzeugautos, Tierfiguren, Spielzeughandys und vieles mehr wurden unter die Lupe genommen. Dementsprechend unterschiedlich sind auch die Gefahren, die diese Spielzeuge in sich bergen. Kinder  - insbesondere Kinder unter 3 Jahren - stellen prinzipiell eine sehr schützenswerte Verbrauchergruppe dar. Leider weist gerade Spielzeug für Kinder unter 3 Jahren oft gravierende Mängel auf. Beispielsweise stellen ablösbare Kleinteile für kleine Kinder, die gerne alles in den Mund stecken, eine Erstickungsgefahr dar. Durch Spielzeugpistolen, die eine viel zu hohe kinetische Energie aufweisen, sind meist etwas ältere Kinder der Gefahr von äußeren Verletzungen ausgesetzt. Besonders gefährdet sind in diesem Zusammenhang die Augen der Kinder. In viel zu lauten Spielzeughandys lauert hingegen die Gefahr von Gehörschäden. Auch die mittlerweile verbotenen Phthalate (Weichmacher in Kunststoff) wurden in den Jahrmarktspielzeugen festgestellt. Eltern und allen, die Kindern gerne eine Freude mit dem Kauf von Spielzeug machen wollen, sei dringend angeraten, auf Qualität zu achten. Das Motto „weniger ist mehr“ erscheint bei Spielzeug durchaus angebracht – nicht nur auf Grund der hohen Beanstandungsquoten.

Stand: 26.5.2009 jt

LMS Spezialmatices, Spielzeug

Institut: LMS Spezialmatices, Spielzeug
Ort: 4021, Wieningerstrasse 8
Dienstort: Linz

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