Pestizidmonitoringberichte
In Österreich werden Pflanzenschutzmittelrückstände sowohl im Zuge des mehrjährigen koordinierten Kontrollprogrammes der Gemeinschaft als auch eines nationalen Überwachungsprogramms kontrolliert. Das nationale Pestizid-Überwachungsprogramm wird nach einem von der AGES, Bereich DSR, in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Gesundheit entworfenen bundesweiten Probenplan durchgeführt. Das Konzept beruht auf Daten des täglichen Verzehrs, der Produktion, des Importes von Obst und Gemüse sowie Ergebnissen früherer Messungen. Zusätzlich wurden die Auswertungen früherer Programme sowie die analytischen Möglichkeiten berücksichtigt. Das EU-koordinierte Programm wird gemäß den Vorgaben einer alljährlich erlassenen Verordnung der Europäischen Kommission durchgeführt. Die Probenahme erfolgt in ganz Österreich durch geschulte Kontrollore/-innen der regionalen amtlichen Lebensmittelaufsicht.
Situation in Österreich
Obst- und Gemüsearten enthalten unterschiedliche Mengen an Rückständen. Die meisten Pflanzenschutzmittel werden auf Beerenobst und Steinobst nachgewiesen. Beim Gemüse ist Kopfsalat Spitzenreiter. In Paprika und Tomaten werden, im Gegensatz zu früheren Jahren, zunehmend weniger Pflanzenschutzmittel-Rückstände gefunden, obwohl die Anzahl der gesuchten Wirkstoffe ständig erweitert wird und die Nachweisempfindlichkeit der Analyse-Geräte verbessert wurde. Seit 2008 ist die Anzahl an Höchstgehalts-Überschreitungen in Österreich stark gesunken. Die Gründe dafür sind vielfältig: Zum einen wurden die gesetzlichen Höchstwerte innerhalb von Europa harmonisiert und die Kontrollen der amtlichen Lebensmittelaufsicht intensiviert, zum anderen fährt der Handel verstärkt Pestizidreduktionsprogramme, die wiederum zu einer besseren Agrarpraxis der Erzeuger geführt hat.
Im Jahr 2009 wurden im österreichischen bundesweiten Kontrollprogramm 227 484 Untersuchungen an 728 Proben (Birnen, Erdbeeren, Chinakohl, Tomaten, Kartoffeln, Zitronen sowie in Form von Kleinaktionen Feigen (frische Feigen), Fleisch (rohes Fleisch aus Drittstaaten), Grüntee, Pilze (Zuchtpilze ohne Champignons), Radieschen, Reis) vorgenommen. Der Untersuchungsumfang umfasste je nach Lebensmittel bis zu 373 Analyte.
Bei 226 457 (99.5 %) Einzeluntersuchungen bzw. 299 (41,1 %) Proben konnten keine Pestizide nachgewiesen werden. Doch auch die restlichen Pflanzenschutzmittelrückstände liegen generell nur in niedrigen bis extrem niedrigen Konzentrationen in den untersuchten Lebensmitteln vor. Bei 14 Einzeluntersuchungen an 14 Proben (von 728) wurden die in der Verordnung (EU) Nr. 396/2005 festgelegten Höchstgehalte überschritten.
Festzuhalten ist, dass eine Überschreitung des Höchstgehaltes nicht automatisch ein Gesundheitsrisiko für die Verbraucher/-innen darstellt. Bei der Begutachtung von Höchstgehalts-Überschreitungen wird zusätzlich geprüft ob beim Verzehr dieses Lebensmittels ein Gesundheitsrisiko für die Verbraucher/-innen besteht. Nur wenn toxikologische Werte wie ADI (Acceptable Daily Intake = duldbare tägliche Aufnahmemenge) oder ARfD (Akute Referenzdosis) überschritten werden, wird das Lebensmittel als „nicht sicher - für den menschlichen Verzehr ungeeignet“ oder als „nicht sicher - gesundheitsschädlich“ beurteilt. In diesen Fällen erfolgt eine Meldung an die Lebensmittelaufsicht, das Gesundheitsministerium und an das europäische Schnellwarnsystem RASFF (Rapid Alert System for Food and Feed). Der Prozentsatz an Proben mit Pestizidrückständen, die in Österreich als „nicht sicher - gesundheitsschädlich“ beurteilt werden, liegt deutlich unter 1 %.
Den nationalen Bericht findet man hier.
AGES
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Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit