Laborvergleichstest Pestizidrückstände 2009
Die Analytik von Pestizidrückständen ist ein herausforderndes Gebiet: Aus einer großen Anzahl unterschiedlicher Substanzen, die vorhanden sein können, müssen jene korrekt bestimmt werden, die in einem Produkt tatsächlich vorhanden sind (= qualitative Analyse). Außerdem muss festgestellt werden, welche Mengen von diesen Substanzen in einem Produkt vorhanden sind (= quantitative Analyse).
Zum Nachweis ihrer Kompetenz nehmen analytische Labors regelmäßig an Vergleichstests teil. Der Nachweis von regelmäßigen erfolgreichen Teilnahmen erlaubt ihren Kunden Vertrauen in die Ergebnisse des Labors zu haben. Die Durchführung von Laborvergleichstests für Pestizidrückstände mit Untersuchungsmaterialien, die Realproben möglichst nahe kommen (großes Spektrum an möglichen Analyten, große Bandbreite an Konzentrationen der Rückstände, im Idealfall „gewachsene“ Rückstände aus einer Behandlung während des Anbaus) ist daher von großer Bedeutung für die Qualitätssicherung der Laboratorien.
Die AGES-Kompetenzzentren für Rückstandsanalytik (CC RANA) und für Pflanzenschutzmittelrückstände (CC PSMR), die als österreichische nationale Referenzlabors auf dem Gebiet der Pestizidrückstandsanalytik fungieren, veranstalteten nach dem erfolgreichen ersten Laborvergleichstest 2008 auch 2009 wieder einen Laborvergleichstest auf dem Gebiet der Pestizidrückstandsanalytik, der alle oben genannten Punkte für eine gute Vergleichbarkeit mit Realproben berücksichtigte.
Untersuchungsmaterial
Als Untersuchungsmaterial wurden Weintrauben ausgewählt, die „gewachsene“ Rückstände aus Behandlungen mit Pflanzenschutzmitteln im Weingarten aufwiesen. Im Untersuchungsmaterial waren insgesamt 10 verschiedene Pestizide aus einer Liste von 108 möglichen Analyten enthalten. Nach der Lese wurden die Weintrauben homogenisiert, portioniert und tiefgekühlt verschickt.
Statistische Auswertung
Die übermittelten Werte der teilnehmenden Labors wurden zunächst auf Ausreißer überprüft. Aus den ausreißerbereinigten Datensätzen wurden die Mediane und Standardabweichungen als statistische Kennzahlen berechnet. Die Mediane und eine „fit-for-purpose“ Standardabweichung von 25 % des Medians wurden herangezogen um die z-Scores für die einzelnen Labors zu berechnen. Die z-Scores geben in normierter Form die Qualität der Ergebnisse an, wobei z‑Scores zwischen -2 und +2 als zufriedenstellend gelten.
Ergebnisse
10 Laboratorien aus Österreich und der Schweiz waren zum Laborvergleichstest angemeldet, wovon 9 fristgerecht ihre Analysenergebnisse übermittelten. Im allgemeinen wiesen die teilnehmenden Labors ein breites Untersuchungsspektrum auf. Bei zwei im Untersuchungsmaterial vorhandenen Pestiziden war jedoch nur ein Teil der Labors in der Lage, diese zu untersuchen.
Sehr erfreulich war, dass weder falsch positive noch falsch negative Ergebnisse berichtet wurden. Dies stellt eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Jahr 2008 dar, in dem 8 % aller Ergebnisse falsch negativ waren (vorhandene Pestizide wurden nicht gefunden, obwohl sie im Untersuchungsumfang des jeweiligen Labors enthalten waren).
Die von den verschiedenen teilnehmenden Labors bestimmten Rückstandskonzentrationen zeigten insgesamt ebenfalls ein erfreuliches Bild: 83 % aller z-Scores waren zufriedenstellend, während nur 2 % nicht zufriedenstellend waren (15 % fraglich).
Die im Untersuchungsmaterial enthaltenen Pestizidrückstände deckten einen weiten Bereich sowohl hinsichtlich ihrer chemischen Eigenschaften als auch bezüglich ihrer Konzentrationen (0,01 - 1 mg/kg) ab. Damit waren die genannten Kriterien für eine möglichst große Ähnlichkeit mit Realproben erfüllt und das Untersuchungsmaterial sehr gut für die Evaluierung der Laborkompetenz geeignet.
Christoph Czerwenka
Institut: LMS Tierische LM, Kosmetika, Gebrauchsgegenstände, Getränke
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Dienstort: Wien
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