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AKTUALISIERT: 26.01.2011

FAQ Dioxin und PCB (polychlorierte Biphenyle)

Was ist Dioxin?
Dioxine entstehen unter bestimmten Bedingungen bei Verbrennungsprozessen oder bei der chemischen Synthese von verschiedenen chlorhaltigen Verbindungen als Nebenprodukte der Reaktion. Diese Verbindungen sind sehr langlebig und nur schwer abbaubar.

Was sind PCB?
Unter PCB (polychlorierte Biphenyle) versteht man eine Gruppe von rund 200 Substanzen. Sie stammen aus Isolierflüssigkeiten in Transformatoren und Kondensatoren, wurden aber u.a. auch als Weichmacher in Kunststoffen, in Fugendichtungsmassen etc. eingesetzt.

Seit 2001 sind PCB zwar weltweit verboten, sie verbleiben aber sehr lange in der Umwelt (Böden, Sedimente, Gewässer, Atmosphäre) und können in weiterer Folge in die Futtermittelherstellungskette und in die Lebensmittelkette gelangen.

Warum sind Dioxin und PCB gefährlich?
Dioxine und PCB sind lipophile (gut fettlösliche) Substanzen. Die höchsten Gehalte finden sich daher in fettreichen Lebensmitteln wie etwa in Milch- und Milchprodukten, in Fleisch- und Fleischprodukten, in Fischen und Fischereierzeugnissen und auch Eier und Eiprodukten. Je weniger Fett Fleisch oder Wurst enthalten, desto geringer ist das Risiko. Auch pflanzliche Lebensmittel sind nur schwach kontaminiert. Die akute Giftigkeit von PCB ist zwar gering; bei längerfristiger oraler Aufnahme hingegen kann es zu toxischen Effekten an der Haut (Chlorakne) kommen, auch Hormonstörungen, Beeinträchtigungen des Immunsystems und kanzerogene Effekte sind möglich.

Gibt es Grenzwerte?
Höchstgehalte für Dioxine, Furane und dioxinähnliche PCB sind in der VO (EG) Nr. 1881/2006 zur Festsetzung der Höchstgehalte für bestimmte Kontaminanten in Lebensmitteln geändert durch die VO (EU) Nr. 1259/2011 vom 2. Dezember 2011 festgelegt.

Die Erarbeitung und Festlegung von Grenzwerten ist ein aufwändiger Prozess, indem alle relevanten toxikologischen Erkenntnisse, die Verzehrsgewohnheiten der verschiedenen Bevölkerungsgruppen, alle verfügbaren Auftretensdaten in Lebensmitteln mit regionalen Unterschieden und nicht zuletzt alle technisch möglichen Dekontaminierungsverfahren berücksichtigt werden. Daher kann es zu Unterschieden zwischen den einzelnen Lebensmittelgruppen kommen. Im Fall von Fisch basiert der Grenzwert auf dem Frischgewicht, jener von Fleisch und Eiern auf Fettbasis.

Diese Werte sind in Picogramm (1 Picogramm = 1 Billionstel Gramm) pro Gramm Fett angeführt. Für Dioxine und Furane alleine gelten geringere Höchstgehalte (in der Klammer angeführt):

Fleisch und Fleischerzeugnisse
(außer genießbare Nebenprodukte der Schlachtung, z. B. Leber, für die höhere Höchstgehalte gelten) von
•    Rind und Schaf: 4 pg/g Fett (2,5 pg/g Fett)
•    Geflügel: 3 pg/g Fett (1,75 pg/g Fett)
•    Schwein: 1,25 pg/g Fett (1,0 pg/g Fett)

Rohmilch und Milcherzeugnisse, einschl. Butterfett
: 5,5 pg/g Fett (2,5 pg/g Fett)

Hühnereier und Eiprodukte
: 5,0 pg/g Fett (2,5 pg/g Fett)

Muskelfleisch von Fischen und Fischereierzeugnisse sowie ihre Verarbeitungserzeugnisse, ausgenommen Aal
: 6,5 pg/g Frischgewicht (3,5 pg/g Frischgewicht)

Vom Wissenschaftlichen Lebensmittelausschuss der EU wurde für die Schadstoffgruppen der Dioxine und dioxinähnlichen PCB eine tolerierbare wöchentliche Aufnahme (TWI) von 14 Picogramm/kg Körpergewicht festgesetzt. Dies ergibt für eine 70 kg schwere Person eine wöchentlich duldbare Aufnahmemenge von 980 Picogramm. 

In der Risikobewertung wird mit so genannten Toxizitäts-Äquivalenten (TEQ) gerechnet. Dioxine bzw. dioxinähnliche PCB sind nämlich unterschiedlich giftig. Für die Berechnung werden daher unterschiedliche Faktoren verwendet: so hat das giftigste Dioxin den Faktor 1, ein weniger giftiges z. B. 0,5. Sämtliche Dioxine, die in der Analyse gefunden werden, werden mit ihrem jeweiligen Faktor multipliziert. Anschließend werden diese Werte zusammengerechnet, dieser Summenwert darf den Grenzwert nicht überschreiten.

Für Dioxine wurden die Grenzwerte gemäß dem ALARA-Prinzip festgelegt. Das ALARA-Prinzip besagt, dass die Grenzwerte unter Berücksichtigung des mit dem Lebensmittelverzehr verbundenen Risikos so niedrig wie vernünftigerweise durch eine gute Landwirtschafts-, Fischerei- und Herstellungspraxis erreichbar („as low as reasonably achievable“ = ALARA) festgelegt werden sollen. Bei Einhaltung der europäischen Grenzwerte ist der Schutz der österreichischen Bevölkerung gewährleistet.

Ich glaube, ich habe ein kontaminiertes Lebensmittel gegessen. Ist meine Gesundheit nun gefährdet?
Bei kurzfristiger Aufnahme, z. B. beim Verzehr eines Schweinebratens oder von 2 -3 kontaminierter Eier über dem Höchstgehalt pro Tag, besteht für die Verbraucher keine akute Gesundheitsgefährdung. Bei wiederholter Aufnahme höher kontaminierter Eier über einen längeren Zeitraum sind nachteilige gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht auszuschließen.

Ein Beipiel mit Zahlen aus 2011 aus Deutschland: Bei einer maximalen Belastung der Eier mit 12 pg WHO-TEQ/g Fett ergibt sich für ein Ei mit 50 g und einem Fettgehalt von 11,3 g/100 g Fett ein Gehalt von 68 pg WHO-TEQ pro Ei.
Die tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge TWI von 14 pg WHO-TWQ/kg KG ist für einen 60 kg schweren Erwachsenen bei einem Verzehr von 12 Eiern pro Woche bzw. rund 2 Eiern pro Tag ausgeschöpft. Für Kinder mit 20 kg Körpergewicht ist der TWI bei einem Verzehr von 4 Eiern pro Woche ausgeschöpft.

Wie kann ich nachvollziehen, woher mein Ei kommt?
Jedes Ei wird mit einem Erzeugercode gekennzeichnet. Diese Kennzeichnung ist in der ganzen EU verpflichtend. Auf dem Ei steht z.B. 1 AT 1234567: die erste Kennzahl bezeichnet die Haltungsform (0 - Bio, 1 - Freiland, 2 - Boden, 3 - Käfig), die Buchstabenkombination steht für das Land (AT - Österreich), die weitere Zahl ist die Betriebsnummer des Hühnerhalters. Auf jedem Ei wird auch das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) angeführt.

Welche Kontrollen gibt es?
Seit 2005 wird in Österreich ein jährliches Monitoring über die Hintergrundbelastung von Lebensmitteln mit Dioxinen durchgeführt. Ziel dieses europaweiten Monitorings ist es, zuverlässige Daten über die Belastung von Lebensmitteln mit diesen Substanzen zu erhalten und in weiterer Folge notwendige Maßnahmen zu setzen, um die Gehalte an Dioxinen in Lebensmitteln auf das niedrigst erreichbare Niveau zu reduzieren.

Untersucht werden u. a. Milch- und Milchprodukte, Eier, Fleisch und Fisch, aber auch Säuglingsnahrung. Die Schwerpunktaktionen zur Dioxinkontrolle in Lebensmitteln zeigen deutlich, dass österreichische Lebensmittel im Hinblick auf Dioxine und PCB nur gering belastet sind, d. h. die Werte liegen deutlich unter den geltenden Grenzwerten.

Wie findet man Dioxin und PCB in Lebensmitteln?
Dioxine kommen in sehr niedrigen Konzentrationen vor. Zur Bestimmung braucht man äußerst sensible Messverfahren, wie sie die Gaschromatographie mit hochauflösender Massenspektrometrie bietet. Nur auf diese Weise können Dioxine und dioxinähnliche PCB eindeutig von allen anderen Substanzen in der Probe unterschieden werden.

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