Diese Website verwendet Cookies, um Daten für die Verbesserung der Funktionalität und Navigation unserer Homepage zu sammeln.
Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit unserer Verwendung von Cookies einverstanden. Bitte lesen Sie unsere Datenschutzerklärung für weitere Informationen zu den von uns verwendeten Cookies und wie diese zu deaktivieren sind.

ERSTELLT: 12.12.2008

Zusammenfassung

Aus dem jährlichen Dioxin-Monitoring geht hervor, dass die Lebensmittel des österreichischen Marktes nur gering mit Dioxinen und dioxin-ähnlichen polychlorierten Biphenylen belastet sind. Für Schweinefleisch wurde ein mittlerer Gehalt von 0,46 pg/g Fett für Dioxine und von 0,16 pg/g Fett für dioxin-ähnlichen polychlorierten Biphenyle ermittelt. Für den Verbraucher und die Verbraucherin heißt das beim Verzehr von Schweinefleisch: ein Erwachsener mit einem Körpergewicht von 70 kg müsste 1,5 kg bzw. ein 20 kg schweres Vorschulkind ein halbes Kilo Schweinefleisch pro Tag essen, um die tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge von 14 pg pro Kilogramm Körpergewicht zu überschreiten.

Über das Schnellwarnsystem der Europäischen Kommission (RASFF) wurden in irischem Schweinefleisch für die Summe der Dioxine und dioxin-ähnlichen polychlorierten Biphenylen unter anderem Gehalte von 2,7 bis 137 pg TEQ/g Fett gemeldet. Diese Gehalte an Dioxinen und dioxin-ähnlichen polychlorierten Biphenylen sind sehr hoch. Das bedeutet für den Verbraucher und die Verbraucherin, dass bei täglichem Verzehr von 150 bzw. 40 g hoch kontaminiertem Schweinefleisch (137 pg/g Fett) die tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge beim Erwachsenen bzw. Vorschulkind deutlich überschritten werden würde. Bei täglichem Verzehr von 150 bzw. 40 g niedriger kontaminiertem Schweinefleisch (2,7 pg/g Fett) hingegen würde die tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge für Erwachsene und Vorschulkinder nur knapp überschritten werden.

Bei den gemessenen Gehalten von Dioxinen und dioxin-ähnlichen polychlorierten Biphenylen ist bei kurzzeitiger Aufnahme über die Nahrung keine akute Gesundheitsgefährdung anzunehmen. Bei längerfristiger Aufnahme kann die menschliche Gesundheit jedoch gefährdet werden. 

Bewertung

Die EU-Mitgliedstaaten führen gemäß einer Empfehlung der Europäischen Kommission ein jährliches Monitoring über die Hintergrundbelastung von Lebensmitteln mit Dioxinen durch. Ziel dieses europaweiten Monitorings ist es, zuverlässigere Daten über die Belastung von Lebensmitteln mit diesen Substanzen zu erhalten und in weiterer Folge notwendige Maßnahmen zu setzen, um die Gehalte an Dioxinen in Lebensmitteln auf das niedrigste erreichbare Niveau zu reduzieren. In Österreich wurde dieses Monitoring in Form von Schwerpunktaktionen umgesetzt. Aus den Daten des dreijährigen Dioxinmonitorings in Österreich geht hervor, dass die Belastung der Lebensmittel gering ist. Für Schweinefleisch wurde ein mittlerer Gehalt von 0,46 pg/g Fett für PCDD/F und von 0,16 pg/g Fett für dl-PCBs ermittelt.

Bei einem mittleren Gehalt von PCDD/F und dl-PCB und einem mittleren Verzehr von Schweinefleisch (Verzehrsdaten Elmadfa und Freisling, 2004; angenommener Fettgehalt 14,6 %) liegt die tägliche Aufnahme für die Bevölkerungsgruppen Vorschulkinder, Frauen und Männer zwischen 0,18 und 0,23 pg/kg KG/d. Bei hohem Verzehr von Schweinefleisch und mittlerem Gehalt von PCDD/F und dl-PCB liegt die tägliche Aufnahme zwischen 0,38 und 0,75 pg/kg KG/d (Tab. 1). Die vom Scientific Committee on Food (SCF, 2001) festgelegte duldbare wöchentliche Aufnahmemenge (TWI) von 14 pg TEQ/kg Körpergewicht (KG) wurde in keinem der berechneten Szenarien ausgeschöpft und liegt bei einem mittleren Gehalt von PCDD/F und dl-PCB zwischen 9 - 37 % (Tab. 1).

  • ein Erwachsener mit einem Körpergewicht von 70 kg müsste 1,5 kg bzw. ein 20 kg schweres Vorschulkind ein halbes Kilo Schweinefleisch pro Tag essen, um die tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge zu überschreiten.

Tab. 1: Mittlere und hohe Exposition und TWI-Auslastung von verschiedenen Bevölkerungsgruppen gegenüber Summe der PCDD/F und dl-PCB durch den Verzehr von Schweinefleisch basierend auf der mittleren Belastung mit PCDD/F und dl-PCB aus dem Monitoring

Über das Schnellwarnsystem der Europäischen Kommission (RASFF 2008-1584-add21 vom 10.12.2008) wurden für die Summe der PCDD/F und dl-PCB Gehalte von 2,7 bis 137 pg TEQ/g Fett in Schweinefleisch gemeldet. Für die Berechnungen wurden die österreichischen Verzehrsdaten (Eldmadfa und Freisling, 2004) und ein Fettgehalt im Schweinefleisch von 14,6 % angenommen. Weiters wurde der vom SCF festgelegte TWI von 14 pg/kg KG/w herangezogen.

Bei einem mittleren Verzehr von Schweinefleisch mit einem Gehalt von 137 pg/g Fett liegt die tägliche Aufnahme zwischen 40 und 50 pg/kg KG/d und der TWI wird 20 – 25fach ausgeschöpft (Tab. 2). Dies steigt bei einem hohen Verzehr von Schweinefleisch auf eine tägliche Aufnahme von PCDD/F und dl-PCB von 83 – 165 pg/kg KG/d mit einer 42-82fachen TWI-Ausschöpfung (Tab.2).

Beim niedrigsten gemessenen Wert der Summe von PCDD/F und dl-PCB von 2,7 pg/g Fett in Schweinefleisch liegt die tägliche Aufnahme zwischen 0,8 und 1 pg/kg KG/d und die TWIAuslastung zwischen 40 – 50 % bei niedrigem Verzehr (Tab. 2). Bei hohem Verzehr von Schweinefleisch steigt die Aufnahme auf 1,7 – 3,3 pg/kg KG/d und die TWI-Auslastung liegt zwischen 82 - 163 % (Tab. 2).

Tab. 2: Mittlere und hohe Exposition und TWI-Auslastung von verschiedenen Bevölkerungsgruppen gegenüber PCDD/F und dl-PCB durch den Verzehr von Schweinefleisch basierend auf dem niedrigsten und maximalen Gehalt von PCDD/F und dl-PCBs aus dem RASFF

Zu beachten ist, dass sich der vom SCF festgelegte TWI von 14 pg TEQ/kg KG/d auf die chronische Aufnahme bezieht und nicht auf die akute Aufnahme. Daher ist zu betonen, dass eine einmalige oder kurzzeitige Überschreitung dieses Wertes grundsätzlich noch nicht zwingend zu einer Gefährdung für den Menschen führt. Relevante Daten für Laboratoriumstiere oder den Menschen nach akuter oder subakuter Exposition durch PCDD/F und dl-PCB sind spärlich oder nicht vorhanden. Das primäre Merkmal einer akuten Vergiftung beim Menschen ist die Chlorakne, die allerdings erst im Bereich von Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht (mit relativ großen interindividuellen Streuungen) beobachtet wurde. Damit ist ein Abstand zu den gemessenen Kontaminationen von mehreren Größenordnungen gegeben. Die 40-80fache Überschreitung des TWI-Wertes kann bei längerfristigem und häufigem Verzehr solcher Lebensmittel, das heißt, bei einer chronischen Belastung durchaus zu einer gesundheitlichen Beeinträchtigung führen (wenngleich der TWI-Wert andere toxikologische Endpunkte heranzieht). Kurzfristige Aufnahmen derartiger Mengen wie im Anlassfall dürften nur eine geringfügige Vermehrung der Körperlast und daher keine unmittelbaren aber auch mittelbaren Schädigungen bewirken.

Aus dem Gesagten resultiert, dass eine akute Gesundheitsgefährdung im Anlassfall nicht abzuleiten ist.

Eine chronische Belastung würde hingegen sehr wohl ein gesundheitsgefährdendes Potenzial besitzen.

Schlussfolgerung

Der Bereich DSR kommt daher zum Schluss, dass die gemessenen Gehalte von PCDD/F und dl- PCB bei längerfristiger Aufnahme über die Nahrung die menschliche Gesundheit gefährden können.

Bei kurzzeitiger Aufnahme ist jedoch keine akute Gesundheitsgefährdung anzunehmen.

 

Daten, Statistik und Risikobewertung, Dezember 2008

 

 

Seite empfehlen

Senden Sie den Link zur aktuellen Seite an einen E-Mail Empfänger:

(Sie müssen die *gekennzeichneten Felder ausfüllen!)