Aktives und passives Biomonitoring


Messung von Luftschadstoffen mit pflanzlichen Bioindikatoren

Der Eintrag von Luftschadstoffen auf die Vegetation und deren Einbindung in die Nahrungskette z.B. als Tierfutter haben große Bedeutung auf dem Gebiet der praktischen Luftreinhaltung. Mittels aktivem und passivem Biomonitoring können kostengünstig schutzzielbezogene Angaben über eine etwaige Gefährdung oder Beeinträchtigung gegeben werden. Als Schutzziele gelten Mensch, Tier, Pflanze und Boden.

Angewendete Biomonitoringsysteme zur Schadstoffmessung und Bewertung aus landwirtschaftlicher Sicht:

Aktives Biomonitoring mit der standardisierten Graskultur: Welsches Weidelgras wird ins Untersuchungsgebiet gebracht, dort auf einer Trägervorrichtung exponiert und nach definierten Perioden der Aufwuchs auf Schadstoffe untersucht.

Passives Biomonitoring mit Wiesengras und Baumblätter: Die Pflanzenproben (Wiesengras, Baumblätter) werden direkt vom Untersuchungsgebiet entnommen und auf Schadstoffe untersucht.

Anwendungsbeispiele:

Überwachung von diversen Industrieanlagen, Einsatz bei Umweltverträglichkeitsprüfungen (z.B. Straßenbau, Errichtung von potentiellen Emittenten)

Das Kompetenzzentrum Cluster Chemie Linz besitzt über Immissionsmessungen von folgenden Parametern und deren Bewertung aus landwirtschaftlicher Sicht bereits eine langjährige Erfahrung:

As, Ba, Be, Cd, Cl, Co, Cr, Cu, F, Hg, Mo, Ni, Pb, S, Sb, Se, Sr, Tl, V und Zn sowie polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs), Organochlorpestizide (z.B. Lindan), Hexachlorbenzol und polychlorierte Biphenyle (PCBs).

 

Richtwerte für einen natürlichen Referenzbereich
Stand: 1. März 2006

Vorbemerkung

Die Ergebnisse mehrjähriger Messungen von ländlichen Standorten Oberösterreichs wurden mit parameterfreien Tests ausgewertet und daraus für die standardisierte Graskultur (aktives Biomonitoring), für Wiesengrasaufwuchs (passives Biomonitoring) und für Baumblätter (passives Biomonitoring) Richtwerte für einen natürlichen Referenzbereich vorgeschlagen. Für ihre Angabe wurde das gerundete 95% Perzentil herangezogen.

Die Richtwerte werden regelmäßig überprüft und die aktualisierte Version veröffentlicht.

Aktives Biomonitoring - Standardisierte Graskultur

Methode: VDI Richtlinie 3957, Blatt 2 (2003) mod.: Biologische Messverfahren zur Ermittlung und Beurteilung der Wirkung von Luftverunreinigungen auf Pflanzen (Bioindikation) - Verfahren der standardisierten Graskultur
Messperiodendauer: 28 2 Tage
Messperioden: 4-5 pro Jahr
Anzahl der Standorte: 7 - 20
Anzahl der Messungen: 110 - 264

Passives Biomonitoring - Wiesengras

Probenahme: vor dem Schnitt (2-3mal pro Jahr)
Anzahl der Standorte: 6 -18
Anzahl der Messungen: 89 - 295

Passives Biomonitoring - Baumblätter

Blattproben von Apfel-, Birn-, Nuß-, Kirsch- und Zwetschkenbäumen (jeweils pro Standort)
Probenahme: VDI Richtlinie 3957, Blatt 11 (2007) mod.: Probennahme von Blättern und Nadeln zum Biomonitoring von immissionsbedingten Stoffanreicherungen

Anzahl der Standorte: 6 - 9
Anzahl der Messungen: 64 - 147

 

Richtwerte für einen natürlichen Referenzbereich



Biomonitoring - Kontakte

Dr. Richard Öhlinger
AGES GmbH
CC Cluster Chemie Linz
Wieningerstr. 8
4020 Linz
Tel.: +43 (0)50555-41500
Fax: +43 (0)50555-41119
e-mail:
richard.oehlinger@ages.at

Ing. Jean-Pierre Sageder
AGES GmbH
CC Cluster Chemie Linz
Wieningerstr. 8
4020 Linz
Tel.: +43 (0)50555-41530
Fax: +43 (0)50555-41119
e-mail:
jean-pierre.sageder@ages.at


Stand: 16.04.2009

LMS Spezialmatices, Spielzeug

Institut: LMS Spezialmatices, Spielzeug
Ort: 4021, Wieningerstrasse 8
Dienstort: Linz

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