Bewertung der Jodgehalte in Algenprodukten

Foto/Bild: Alice Wiegand

Auf dem europäischen Markt können in den letzten Jahren vermehrt Algenprodukte angetroffen werden. Ihre besonders stark schwankenden Jodgehalte und fehlende Angaben zu Zubereitung und Verzehr auf der Verpackung können für die österreichischen Konsumenten ein potentielles, gesundheitliches Problem darstellen. Ohne konkrete Angaben zu Verwendung und Verzehr dieser Produkte können sehr hohe Mengen Jod aufgenommen werden, die weit über der maximalen, täglich tolerierbaren Aufnahmemenge liegen. Da Österreich als Jodmangelgebiet gilt, kann die Aufnahme hoher Jodmengen zu einer Störung der Schilddrüsenfunktion in Form einer Überfunktion (Hyperthyreose) oder Unterfunktion (Hypothyreose) mit oder ohne Kropfbildung führen. Selbst bei der Aufnahme kleiner Algenmengen von 2 g mit hohen Jodgehalten (>1.000 mg/kg) wird die maximale tägliche Aufnahmemenge von 500 µg/d mehrfach überschritten. Besonders empfindlich sind die Bevölkerungsgruppen der Kleinkinder, Schwangeren und älteren Menschen.

Elke Rauscher-Gabernig

Institut: Risikobewertung
Ort: 1220, Spargelfeldstrasse 191
Dienstort: Wien

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