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AKTUALISIERT: 21.03.2012

Arzneimittelrückstände in Honig

Für den Konsumenten ist die Naturbelassenheit des Honigs das wichtigste Qualitätskriterium. Dies bedeutet, dass im Honig keinerlei Rückstände von chemischen Behandlungsmitteln, seien dies Pestizide oder Arzneimittel, vom Verbraucher erwartet werden.

Die Anwendung von Arzneimitteln zur Behandlung von Bienenkrankheiten ist in Österreich, so wie in der gesamten EU, per Gesetz (TAKG/2002) nicht erlaubt. Für Arzneimittelrückstände in Honig sind in der Verordnung (EU) 37/2010, welche die Anhänge der bis Anfang 2010 geltenden Verordnung (EWG) 2377/90 ersetzt, keine Höchstmengen festgelegt.

In der inländischen Imkereipraxis werden Antibiotika nur vereinzelt widerrechtlich zur Behandlung der Faulbrut, eine gefürchtete bakterielle Erkrankung der Bienenlarven, eingesetzt. Gefundene Rückstände, auch in geringsten Mengen, sind als "vorschriftswidrige Behandlung" zu bewerten.

Eine Sonderstellung nimmt das Antibiotikum Streptomycin ein. Nach einem genehmigungspflichtigen Einsatz von Streptomycin als Schädlingsbekämpfungsmittel gegen die Feuerbrand-Seuche im Obstbau ist das Auftreten geringfügiger Rückstandsmengen im Honig möglich. Gemäß EU-Verordnung 396/2005 ist ab 1. September 2008 der Höchstwert für Streptomycin-Rückstände in Honig nach Anwendung des Antibiotikums als Schädlingsbekämpfungsmittel auf 10 µg/kg festgelegt.

Für die Kontrolle des inländischen Honigs auf Arzneimittelrückstände gibt es, als Teil des Nationalen Rückstandskontrollplans (NRKP), ein umfassendes Untersuchungsprogramm. Zum Zwecke des vorbeugenden Verbraucherschutzes erfolgt die Probenziehung direkt beim Erzeuger, so dass im Falle einer widerrechtlichen Anwendung die Rückverfolgbarkeit sichergestellt ist.
Zusätzlich zu dem NRKP werden im Rahmen von Aktionen der amtlichen Lebensmittelkontrolle sowie im Verdachtsfall Proben im Handel gezogen, wobei auch ausländische Produkte erfasst werden.

Mit den Untersuchungen im Rahmen des NRKPs ist die Abteilung Tierarzneimittel, Hormone und Kontaminanten des Instituts für Lebensmittelsicherheit Wien betraut. Die Abteilung ist auch Nationales Referenzlabor für die Untersuchungen auf Arzneimittelrückstände in Honig.

Untersuchungsspektrum

  • Sulfonamide
  • Tetracycline
  • Streptomycin, Dihydrostreptomycin
  • Tylosin
  • Chloramphenicol
  • Nitrofuranmetaboliten
  • Nitroimidazole
  • Pyrethroide
  • Amitraz

Untersuchungsstrategie und Untersuchungsverfahren

Damit die Untersuchungen rasch und kostengünstig erledigt werden, wird - wenn analytisch möglich - eine zweistufige Vorgehensweise angewendet:

  • Screening – ermöglicht das Aufspüren möglicher positiver Ergebnisse.
    Es werden auf immunchemischer Basis beruhende ELISA-Tests eingesetzt.

  • Bestätigungsanalyse – wird zur Bestätigung und Quantifizierung bei nicht negativen Screenig-Ergebnissen und zur direkten Analyse bei Substanzen, für die kein geeignetes Screening möglich ist, angewendet.
    Hier kommen chromatographische Verfahren mit verschiedener Detektionsarten, wie HPLC/FLD, HPLC/DAD, LC/MS-MS und GC/MS-MS, zum Einsatz.

Alle angewendeten Verfahren sind höchst empfindlich, so dass geringste Mengen, auch wenn sie in den gefundenen Konzentrationen nicht unmittelbar gesundheitsgefährdend sind, aufgespürt werden können.

Gesetzliche Grundlagen

  • Tierarzneimittelkontrollgesetz (TAKG) (BGBl. I Nr. 28/2002 idgF).
  • Verordnung (EU) Nr. 37/2010 der Kommission vom 22. Dezember 2009 über pharmakologisch wirksame Stoffe und ihre Einstufung hinsichtlich der Rückstandshöchstmengen in Lebensmitteln tierischen Ursprungs (ABl. EU Nr.L 15 vom 20.1.2010 idgF).
  • Verordnung (EG) Nr. 396/2005 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Februar 2005 über Höchstgehalte an Pestizidrückständen in oder auf Lebens- und Futtermitteln pflanzlichen und tierischen Ursprungs (ABl. EU Nr. L 70 vom 16.3.2005 idgF).

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