Stellungnahme der EFSA zu möglichen Risiken der Nanotechnologie in Lebensmittel und Futtermittel
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA – European Food Safety Authority) befasste sich mit Fragestellungen rund um mögliche Risiken bei der Anwendung von Nanotechnologien im Bereich der Lebensmittel- und Futtermittelkette. Dabei konzentrierte sie sich auf künstlich hergestellte Nanomaterialien (ENM – engineered nanomaterials) in der Größenordnung von 100 Nanometer und darunter. Es ist aber möglich, dass auch bei Materialien, die größer als 100 Nanometer sind, veränderte physikalische und chemische Eigenschaften auftreten, die auf ihre Größe zurückzuführen sind.
Nanotechnologien im Bereich der Lebensmittel und Futtermittel
Im Bereich der Lebensmittel und Futtermittel sollen Nanotechnologien zahlreiche Anwendungen bieten, wie beispielsweise in der Produktion, bei verbesserten Verpackungsmaterialien, bei der Überwachung der Lebensmittelqualität oder bei der Änderung von Geschmack, Fettgehalt und Konsistenz. Durch die veränderten Materialeigenschaften im nanoskaligen Bereich gibt es jedoch viele Ungewissheiten, die die Charakterisierung, Messung, Toxikokinetik und Toxizität von Nanomaterialien betreffen.
Risikobewertung von künstlich hergestellten Nanomaterialien
Laut EFSA kann eine Risikobewertung mit den vier Stufen Gefahrenidentifizierung, Gefahrencharakterisierung, Expositionsabschätzung und Risikocharakterisierung auch bei künstlich hergestellten Nanomaterialien angewendet werden. Da jedoch sowohl die Daten zur Exposition wie auch zur Toxizität nur sehr begrenzt vorliegen, ist eine Risikobewertung von künstlich hergestellten Nanomaterialien von Fall zu Fall individuell durchzuführen.
Empfehlungen der EFSA
Aufgrund der momentan bestehenden Wissenslücken und der begrenzten Datenlage besteht großer Forschungsbedarf. Speziell empfiehlt die EFSA, das Verhalten von ENMs in Lebensmitteln und Futtermitteln sowie im Magen-Darm-Trakt und in biologischen Geweben zu untersuchen. Weiters sollen validierte Routinemethoden für die Detektion, Charakterisierung und Quantifizierung der ENMs innerhalb einer Matrix entwickelt werden. Zur Bewertung der Toxizität von ENMs müssen Testmethodologien entwickelt und verbessert werden.
Stand: März 2009
Risikobewertung
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